simplify steht für einen einfachen Weg zu einem bewussten und erfüllten Leben in einer komplexen Welt.

Gut aufgeräumt mit Herz und Seele


„Er wirkte aufgeräumt, als er sich von den Fans verabschiedete“, hieß es in einem Artikel über den Skispringer Martin Schmitt. Ein Urteil, in dem das Aufräumen als Bild für einen positiven innerlichen menschlichen Zustand verwendet wird. In der Tat lässt sich vom Ordnungmachen in Haus und Hof allerhand für eine gute Lebenshaltung abgucken. Hier 6 bewährte Aufräumtaktiken und unsere simplify-Lebenskonsequenzen daraus.

1. Schauen Sie aufs Ganze

Aufräumtaktik: Wenn Sie sich in Ihrem Zuhause wohlfühlen wollen, kommt es auf den Gesamteindruck an. Es ist zweitrangig, ob die Bücher im untersten Regalfach in Reih und Glied stehen oder die neuen Rührschüsseln farblich perfekt auf die Küchenablage abgestimmt sind.

simplify-Lebenskonsequenz: In unserer individualistisch geprägten Gesellschaft ist es leider oft üblich, sich selbst und die eigenen kleinen Befindlichkeiten übertrieben wichtig zu nehmen. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit stattdessen auf übergeordnete Ziele. Sehen Sie den größeren Kontext, in dem Sie stehen: Familie, Stadtteil, politische Gemeinde, Kirchengemeinde, Natur oder der Planet Erde als Ganzes. Stellen Sie ein Symbol auf, das Sie an dieses Größere erinnert. Platzieren Sie einen Globus auf Ihrem Arbeitstisch, hängen Sie im Treppenhaus Fotos Ihrer Großfamilie auf, erwerben Sie ein Büchlein, das sich mit der Geschichte Ihres Stadtteils befasst, legen Sie auf Ihr Nachtkästchen ein Zeichen Ihrer religiö- sen Überzeugung etc.

2. Beginnen Sie im Kleinen

Aufräumtaktik: Wenn Sie die im Flur herumliegenden Schuhe ins Regal stellen oder die verklebte Küchenarbeitsfläche abwischen, kostet das kaum Zeit. Dennoch können solche kleinen Maßnahmen im Haushalt enormen Einfluss auf Ihr Wohlgefühl haben.

simplify-Lebenskonsequenz: Bereits eine winzige hilfreiche Geste gegenüber Ihren Mitmenschen hebt Ihr Selbstbewusstsein und Ihre Stimmung (das ist sogar wissenschaftlich belegt). Wenn Sie im Straßenverkehr jemanden einfädeln lassen, am Morgen auch die paar Meter Gehweg vor Nachbars Haus von Schnee befreien oder einem Touristen am Fahrkartenautomaten assistieren, tun Sie nicht nur dem anderen, sondern auch sich selbst etwas Gutes. Nehmen Sie sich wie die Pfadfinder vor, jeden Tag mindestens eine solche gute Tat zu vollbringen.

3. Seien Sie aufmerksam

Aufräumtaktik: „Jedes Ding braucht seinen Platz“ heißt der wichtigste Aufräumgrundsatz. Dabei sollten Sie die Dinge jedoch nicht mechanisch verstauen, sondern aufmerksam wahrnehmen: Muss das Küchenmesser mal wieder geschliffen werden? Sind die Socken in der mittlerweile völlig überfüllten Schublade noch gut aufgehoben?

simplify-Lebenskonsequenz: Gehen Sie aufmerksam mit anderen Menschen um. Nehmen Sie sie wahr (dann werden Sie wie von selbst freundlich grüßen statt sie gedankenverloren zu ignorieren). Ahnen Sie ihre Absichten (dann halten Sie ihnen die Tür auf oder helfen ihnen bei einer Tätigkeit). Wahre Höflichkeit ist nicht die Befolgung einstudierter Benimmregeln, sondern eine achtsame Haltung gegenüber den Mitmenschen. Stellen Sie sich vor, Sie würden – ohne dass es Ihre Umgebung weiß – aus einer äußerst angesehenen alten Familie stammen. Sie werden feststellen, dass Sie stilvoller und aufmerksamer mit Ihren Mitmenschen umgehen.

4. Trainieren Sie Toleranz

Aufräumtaktik: Räumen Sie nicht ständig vorwurfsvoll hinter Ihrem Partner/ Ihren Kindern her, sondern teilen Sie Ihr Zuhause in Zuständigkeitsbereiche auf. Gestehen Sie Ihrer Familie zu, dass jeder seinen Bereich nach seinen Vorstellungen gestalten darf.

simplify-Lebenskonsequenz: Üben Sie Toleranz gegenüber Menschen, die anders sind als Sie. Stecken Sie sich dabei das hohe Ziel, die Andersartigkeit nicht einfach zu übersehen, sondern bewusst und aktiv das Beste im anderen zu entdecken. Dabei kann folgendes Gedankenspiel helfen: Stellen Sie sich vor, Sie müssten eine Eigenschaft des anderen übernehmen und er eine von Ihren. Welche würden Sie auswählen?

5. Pflegen Sie die Gastfreundschaft

Aufräumtaktik: Viele Menschen machen sich gezwungenermaßen ans Aufräumen, wenn sie Besuch erwarten. Eleganter: Motivieren Sie sich zum Ordnung- und Saubermachen, indem Sie gegenüber einem lieben Menschen, für den Sie Ihr Zuhause gerne schön machen, eine Einladung aussprechen.

simplify-Lebenskonsequenz: In vielen Kulturen gilt Gastfreundschaft als die heiligste Tugend. Gastfreundlich zu sein, erinnert daran, dass wir Menschen in einer vielfach feindlichen und lebensgefährlichen Umwelt leben, in der uns nur gegenseitige Freundlichkeit wirklich beschützen kann. Beschließen Sie, mindestens einmal pro Monat in irgendeiner Form Gastgeber zu sein – für andere kochen, jemanden bei sich übernachten lassen, anderen Ihre Stadt oder Ihre Firma zeigen usw.

6. Sehen Sie vertrauensvoll nach vorne

Aufräumtaktik: Wenn Sie sich beim Aufräumen gedanklich in erster Linie auf das Chaos konzentrieren, das gerade in einem Raum herrscht, sind Sie schnell frustriert. Lassen Sie daher vor Ihrem geistigen Auge das erstehen, was aus diesem Raum werden kann, wenn Sie regelmäßig ein wenig Zeit und Mühe investieren.

simplify-Lebenskonsequenz: Sehen Sie liebevoll auf andere. In dieser menschlichen Fähigkeit steckt der Optimismus, dass Ihr Kind, Ihr Partner, Ihr Schüler, Ihr Mitarbeiter usw. sich gut weiterentwickeln wird. Üben Sie die Kunst, beim Blick auf einen anderen Menschen in dessen Zukunft zu schauen – mit der Macht eines Zauberers, der die besten Eigenschaften dieses Menschen freilegen kann. Sehen Sie voraus, wie Ihr manchmal nerviger Mitarbeiter eines Tages ein erfolgreicher Chef ist; wie der faule Schüler als Student plötzlich wie besessen lernt – und wie Sie selbst, momentan vielleicht nicht gut drauf, bald Lebenskraft und gute Laune ausstrahlen werden!