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Freundschaft: So pflegen Sie Ihre Kontakte


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... und machen das Beste aus Ihrer knappen Zeit

„Die Meiers sollten wir längst einmal wieder einladen.“ – „Wie peinlich, dass ich mich bei Peter immer noch nicht fürs Geschenk bedankt habe.“ Solche „Schlechtes Gewissen“-Sätze kommen Ihnen bekannt vor? Hier unsere Tipps, wie Sie auch mit vollem Terminkalender in punkto Freundschaft klarkommen.

 

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Machen Sie eine Bestandsaufnahme

Schließen Sie die Augen, und stellen Sie sich vor, Sie hätten bei sich daheim alle versammelt: Ihre engen Freunde, den größeren Freundeskreis, die Verwandten, mit denen Sie in Kontakt stehen. Wer gehört dazu, und wie viele Menschen sind insgesamt gekommen? Erfreuen Sie sich zunächst am Anblick Ihrer Freunde.

Anschließend kalkulieren Sie, wie viele Abende Sie bräuchten, um jeden Ihrer Freunde 1-mal im Monat zu sehen. Oder wie viele Wochenenden es Sie im Jahr kosten würde, alle Auswärtigen zu besuchen bzw. einzuladen. Wenn dadurch jeder 3. Abend oder jedes 2. Wochenende komplett belegt wäre, wissen Sie: Das ist unrealistisch. Verabschieden Sie sich von Ihren Ansprüchen – und damit auch von Ihrem schlechten Gewissen.

Enttäuschungen vermeiden

Enttäuschungen produzieren Sie besonders durch Versprechungen, die Sie später nicht halten können. Verzichten Sie auf Abschiedsworte wie: „Das machen wir bald mal wieder.“ Belassen Sie es dabei, Ihre Wertschätzung mit einem Dank für die gemeinsame Zeit auszudrücken: „Ich habe es sehr genossen, dass wir uns die Ausstellung zusammen angesehen haben.“ Oder zücken Sie Ihren Zeitplaner, und treffen Sie gleich konkret eine neue Verabredung.

Hören Sie auf die Prioritäten Ihres Herzens

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Fragen Sie sich beim Gedanken an all Ihre Freunde: Wer davon liegt mir besonders am Herzen? Verabreden Sie sich mit Ihren 2 allerbesten Freunden gleich fürs nächste halbe Jahr in regelmäßigen Abständen – für Abende bzw. für ganze Tage. Auch wenn gelegentlich noch etwas dazwischenkommt: Sie werden sich dadurch häufiger sehen, als wenn Sie immer kurzfristig nach einem gemeinsamen freien Termin für Ihre Freundschaft fahnden.

Quality time für Freundschaft

Die Botschaft dieses Schlagworts: Wichtiger als die Menge der Zeit, die Sie miteinander verbringen, ist die Intensität des Miteinanderseins. Für die Pflege Ihres weiteren Freundeskreises heißt das:

  • Verabreden Sie sich zu Zeiten, in denen Sie genug Luft für ein geselliges Beisammensein haben. Quetschen Sie keine private Abendverabredung in eine beruflich übervolle Woche. Sind die Abende prinzipiell eher ungünstig, treffen Sie sich morgens statt abends. Mein persönlicher Favorit für den Sommer: ein gemeinsames Frühstück auf einem zentral gelegenen Markt; danach fährt jeder an seinen Arbeitsplatz.
  • Auch ohne große Action kann gemeinsam verbrachte Zeit schön sein. Das Highlight sollte die Begegnung selbst sein, nicht die aufwändige Bewirtung, für die Sie stundenlang in der Küche standen, oder der Kilometerrekord bei Ihrer Radtour.
  • Geben Sie leer gewordene Freundschaftsrituale auf. Es langweilt Sie, mit Ihren 4 früheren Kolleginnen jedes Mal nur alte Anekdoten auszutauschen? Trauen Sie sich, solche Kontakte einschlafen zu lassen, oder schlagen Sie einen neuen Modus vor, z. B. erst Kino, dann Essen.

So bleiben Sie in Verbindung

  • Entwickeln Sie Beziehungsrituale. Schauen Sie dienstags nach dem Sport für eine halbe Stunde bei der Freundin vorbei, die in Vereinsnähe wohnt. Rufen Sie den Gartenliebhaber unter Ihren Freunden an, wenn Sie die erste Blüte sehen oder der erste Apfel reif ist. Bringen Sie Ihren früheren Nachbarn jedes Jahr ein Osterkörbchen vorbei. Treffen Sie sich zu Jahrestagen Ihrer Beziehung (z. B. am Tag des gemeinsamen Ausbildungsabschlusses).
  • Lassen Sie Ihre Kontaktaufnahme nicht in der Masse untergehen. Rufen Sie bei Geburtstagen morgens (kurz) als Erster an. Bringen Sie den Blumenstrauß nicht am Geburtstag vorbei, sondern 2 Wochen später. Schreiben Sie Ihren Familienrundbrief nicht zu Weihnachten, sondern im Sommer.
  • Akzeptieren Sie, dass es Phasen längeren Schweigens geben kann. Stehen Sie dazu, dass Sie in Ihrer beruflichen Stressphase abends keine Lust mehr hatten zu telefonieren. Und gestehen Sie dies auch anderen zu, ohne es als Zeichen für mangelndes Interesse zu werten. Umso leichter können Sie jederzeit wieder zum Telefon greifen und von sich hören lassen. Das gilt besonders auch für Ihr beruflich motiviertes Netzwerk.
  • Lassen Sie sich sehen. Kopieren Sie beim Überspielen Ihrer digitalen Bilder auf den PC Fotos von sich bzw. von Ihren Lieben in einen separaten Ordner auf der Festplatte. Dann haben Sie immer Bilder zur Hand, das Sie als Anlage beifügen können, wenn Sie eine private Mail schreiben.
  • Ein Wort noch an die Männer: Pflegen Sie Ihre Freundschaften selbst, statt das an diverse Frauen in Ihrem Leben (Partnerin, Mitarbeiterin etc.) zu delegieren.

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