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Freundschaften pflegen: Feiern Sie!


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Feste sind nicht nur Ausdruck, sondern auch Quelle von Lebensfreude. Ganz wichtig, damit das gelingt: Feiern Sie nach Ihrem Geschmack. Hier Tipps für selbst gestaltete Feiern, um Ihre Freundschaften zu pflegen.

Es gibt (fast) immer einen Anlass

Runde Geburtstage sind neben Hochzeit, Taufe, Kommunion und Konfirmation der klassische Anlass. Auch wenn Ihnen kurz vor 40, 50, 60 ... gar nicht zum Feiern zumute ist: Lassen Sie Ihren „Runden“ trotzdem nicht unter den Tisch fallen. Denn durch ein Fest, ruhig auch im kleineren Rahmen, bei dem Sie viel Wohlwollen und Anerkennung erfahren, gewinnen Sie enorm an Kraft für den Alltag und können gleichzeitig Ihre Freundschaften pflegen.

simplify-Tipp: Eine Alternative zum 10-Jahres-Rhythmus (an den sich unser Leben ohnehin nicht hält): Feiern Sie zu Zeitpunkten, an denen Sie das Gefühl haben, dass Sie „etwas geschafft“ haben. Sie haben sich erfolgreich beruflich umorientiert; eine Operation ist geglückt; die Ehekrise ist überwunden ... Laden Sie unter einem Motto wie „15 Jahre Hausbezug“ oder „22 Jahre ohne Zigaretten“ ein.

Der Grundstock Ihrer Planung

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Stellen Sie die Gästeliste an den Anfang Ihrer Planung. Machen Sie sich dabei frei von dem Gedanken, wem Sie eine Einladung schulden („Bei Maria war ich auch beim 50sten“), sondern überlegen Sie sich, mit wem Sie feiern möchten.

simplify-Tipp: Die Menschen auf Ihrer Liste passen nicht recht zueinander? Dann können getrennte Feiern sinnvoll sein. Gehen Sie beispielsweise mit der (älteren) Verwandtschaft schön essen, und besteigen Sie eine Woche später mit Ihren Freunden einen Berg.

Wählen Sie einen Ort, der zu Ihrer Persönlichkeit und zu Ihrem Geldbeutel passt. Oft günstig zu mieten: Pfarrsäle oder Vereinsräume. Etwas Besonderes ist die Feier auf einer Berghütte, eine Straßenbahnsonderfahrt oder eine Floßfahrt.

simplify-Tipp: Die meisten Gäste freuen sich über einen Hinweis auf den „Dresscode“, der dem Anlass und dem Ort angemessen ist.

Wenn Sie nicht in einem Restaurant feiern, ist das Essen der größte organisatorische Brocken. Viele Gastgeber kombinieren heute geschickt eigenes und fremdes Essen, z. B.: Sie sorgen selbst für Vorspeise und Getränke, ein Caterer liefert die Hauptspeise, die Gäste bringen das Süße mit.

simplify-Tipp: Oft bleibt (eine Menge) Essen übrig, das viel zu schade zum Wegwerfen ist. Stellen Sie gegen Ende des Festes Behältnisse zur Verfügung, mit denen Ihre Gäste Essen mit nach Hause nehmen können. Ideal dafür: leere Eisdosen (vorher sammeln).

Lassen Sie sich helfen

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Planen Sie möglichst nicht allein, sondern zu zweit: Das befruchtet. Halten Sie Ihre Ideen und den Stand der Dinge schriftlich fest, dann behalten Sie besser den Überblick und können bei Bedarf leichter delegieren.

Ganz wichtig: Sorgen Sie dafür, dass Sie während des Fests keine organisatorischen und praktischen Aufgaben haben. Sprechen Sie schon bei der Zusage Gäste konkret für überschaubare Hilfsdienste an (z. B. Kaffee nachkochen, Geschirrspüler befüllen, Abholservice für von fern anreisende Gäste). Denken Sie auch an das Hinterher, denn oft dauern die Aufräumarbeiten mindestens so lang wie das Herrichten.

simplify-Tipp: Ernennen Sie einen Gast zu Ihrem Fotografen. Bitten Sie ihn, zusätzlich zu den üblichen Schnappschüssen jeden eintreffenden Gast zusammen mit Ihnen zu fotografieren, und schicken Sie den Gästen später diese Fotos als Dank für ihr Kommen.

Gäste zusammenbringen

Mittlerweise schon fast Usus ist es, dass der Gastgeber zu Beginn die einzelnen Gäste oder Gästegruppen vorstellt. Allerdings kommt es dabei fast regelmäßig zu Verstimmungen, weil sich der eine Gast weniger gewürdigt sieht als der andere oder gar jemand in der Aufregung vergessen wird. Am besten nehmen Sie dafür die Gästeliste in die Hand und halten die Vorstellungen einheitlich kurz (z. B. Name, eventuell Verwandtschaftsbeziehung, Ort). Gäste, die sonst niemanden kennen, stellen Sie gezielt einzelnen anderen Gästen vor, mit denen sie etwas verbindet.

simplify-Tipp: Auch mit einer Tischordnung (die später wieder aufgehoben werden darf) und durch die Verteilung von Aufgaben an mehrere Gäste können Sie dafür sorgen, dass Ihre Gäste sich mischen. Schreiben Sie auf die Tischkarten etwas zu jedem Gast („Jakobsweg-Fan“, „Jogging-Papst!“), damit die Gäste leichter miteinander ins Gespräch kommen.

Damit es ein Fest wird

Essen allein macht noch kein Fest. Planen Sie mindestens 1 Programmpunkt jenseits des Kulinarischen. Halten Sie eine kleine Rede. Machen Sie gemeinsam eine Besichtigung in der Nähe Ihres Feierortes. Organisieren Sie einen musikalischen Beitrag.

simplify-Tipp: Bitten Sie einen Gast, eventuell geplante Einlagen (Rede, Sketch etc.) zu koordinieren, und teilen Sie schon mit der Einladung allen mit, wer diese Aufgabe übernommen hat.

Geschenke oder nicht?

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Das Dumme an der „Keine Geschenke“- Devise: Viele Gäste halten sich nicht daran. Kanalisieren Sie daher lieber das Schenkbedürfnis.

simplify-Tipp: Bitten Sie schon in der Einladung um eine Spende für einen guten Zweck (statt Spendenkörbchen wegen der Steuer lieber Kontonummer angeben). Oder äußern Sie einen besonderen Wunsch („Obstbaum für unseren Garten“), an dem sich alle Gäste gemeinsam finanziell beteiligen können (Körbchen für Geldumschläge aufstellen). 

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl


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