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Helfen bei Gehbehinderung


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So stehen Sie einem Menschen zur Seite, der mit Krücken geht

Am Montagmorgen lehnen auf einmal Krücken am Schreibtisch Ihres Kollegen – eine Sportverletzung. 10 Tage nach ihrer Meniskusoperation kommt Ihre Nachbarin wieder nach Hause – auf Krücken. Im Bahnhof sehen Sie, wie ein älterer Mann sich auf Krücken humpelnd beeilt, den Zug noch zu erwischen. Wer selbst schon einmal eine Gehbehinderung hatte, kennt die Probleme. Für alle anderen unter unseren Lesern haben wir uns umgehört, welche Unterstützung sich Menschen mit Krücken wünschen und wie man am besten helfen kann.

Von A nach B

Sich auf Krücken fortzubewegen ermüdet. Denn dabei kommen Gruppen von Muskeln verstärkt zum Einsatz, die sonst weniger oder anders belastet werden. Wer sich sehr ungeübt damit fortbewegt, ist wahrscheinlich ein „Anfänger“, der zudem noch Schmerzen zu ertragen hat.

simplify-Tipp: Leihen Sie jemandem mit Gehbehinderung Ihre Beine und nehmen Sie ihm so viel Geherei und Steherei wie möglich ab. Bieten Sie an, ihm die Tasse Kaffee an den Tisch zu bringen, den Platz in der Warteschlange freizuhalten, den heruntergefallenen Gegenstand aufzuheben … Verlegen Sie die Besprechung ins Büro des Gehbehinderten, besuchen Sie ihn daheim oder holen Sie ihn mit dem Auto ab. Halten Sie verstärkt Kontakt: Wer selbst nicht so mobil ist wie gewohnt, fühlt sich rasch isoliert.

Für die meisten Menschen sind Krücken ein vorübergehendes Hilfsmittel. Verwöhnen Sie einen Krückenbenutzer ruhig mit Ihrer Aufmerksamkeit und helfen Sie wenn es sich anbietet. Hat jemand eine dauerhafte Gehbehinderung, sollten Sie vor allem Hilfe zur Selbsthilfe leisten und so seine Selbstständigkeit fördern.

Gebundene Hände

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Wer mithilfe von Krücken läuft, fällt in gewisser Hinsicht auf das Stadium eines Krabbelkindes zurück: Er hat keine Hand frei.

simplify-Tipp: Leihen Sie ihm Ihre Hände fürs Tragen – den Ordner zum Regal, die Tasche zum Auto etc. Wenn Sie ihm Sachen geben, dann achten Sie darauf, dass er sie tatsächlich mitnehmen kann. Stecken Sie Ihrem Kollegen die Unterlagen in einen Stoffbeutel mit nicht zu langen Trägern und hängen Sie ihm den am Ende des Meetings über die Armbeuge (nicht überladen!). Ein kleiner Handgriff Ihrerseits kann unterwegs viel helfen: Türen öffnen, im Lift auf die gewünschte Taste drücken etc.

Aufstehen

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Denken Sie auch hier an das Krabbelkind: Um stehen zu können, muss es sich an etwas hochziehen.

simplify-Tipp: Bieten Sie an, beim Aufstehen zu helfen, indem Sie den anderen mit beiden Armen hochziehen oder Ihre Arme zum Selbst-Hochziehen zur Verfügung stellen. Dadurch vermeiden Sie, dass der andere das verletzte Körperteil aus Versehen zu stark belastet.

Nehmen Sie auf das Gleichgewicht Rücksicht

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Auf einer Treppe, beim Einstieg in ein Verkehrsmittel, beim Slalomlaufen in einem engen Laden oder im Winter bei Schnee und Glatteis: In vielen Situationen ist es gar nicht so einfach, auf Krücken die Balance zu halten.

simplify-Tipp: Packen Sie den anderen – außer in einem Notfall wie einem Sturz – nicht einfach am Arm, sondern fragen Sie, ob und wie Sie helfen können. Wenn Sie helfen, achten Sie vor allem darauf, dass Sie selbst sicher stehen oder gehen. Oft ist es günstig, die Krücken separat zu befördern, damit Sie nicht darüber stolpern.

Haushaltshilfe

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Die meisten Arbeiten rund um den Haushalt brauchen wesentlich mehr Zeit, wenn man unter einer Gehbehinderung leidet. 

simplify-Tipp: Bieten Sie konkrete Hilfe an, die Sie mit begrenztem Zeitaufwand leisten können. Wenn Sie für sich selbst einkaufen, fragen Sie Ihre gehbehinderte Nachbarin, ob Sie ihr etwas mitbringen sollen. Oder bieten Sie ihr an etwas von ihren Kleidungsstücken bei Ihnen mit zu waschen. Geben Sie dem anderen aber stets eine Chance zur „Revanche“.

Bei Ihnen daheim

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Kleine Aufmerksamkeiten machen das Leben leichter.

simplify-Tipp: Wenn jemand mit Krücken bei Ihnen in der Wohnung ist, erleichtern Sie ihm das Aufstehen, indem Sie ihn statt auf dem niedrigen Sofa auf einem normal hohen Stuhl platzieren. Stellen Sie ihm in der richtigen Entfernung einen 2. Stuhl hin, auf dem er seinen Fuß ablegen kann.

Unter einem dicken Verband oder Gips schwitzt man leicht – und kann sich doch eine Zeit lang gar nicht waschen. Fragen Sie in der kalten Jahreszeit, ob die Raumtemperatur recht ist.

Aus eigener Erfahrung …

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Wer auf Krücken geht, weil er z. B. über seine eigenen Füße gestolpert ist, fürchtet oft, neben dem Schaden der Gehbehinderung nun auch noch den Spott seiner Mitmenschen ertragen zu müssen.

simplify-Tipp: Auch wenn es Kranke normalerweise nervt, wenn man ihnen ähnliche Krankheitsgeschichten erzählt – in diesem Fall könnte es den Krückengeher aufmuntern, wenn er hört: Das ist auch Ihnen selbst oder anderen schon passiert.


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