Weitere Beziehungstipps

Konfliktmanagement am Gartenzaun


So fühlen Sie sich wohl in Ihrem Zuhause

„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“, heißt es bei Wilhelm Tell. Doch nicht immer ist bei offenen Konflikten oder unterkühlter Atmosphäre in der Nachbarschaft Bösartigkeit im Spiel. Hier ein paar Tipps, wie Sie Konfliktmanagement schon im Vorfeld betreiben.

Good fences make good neighbours

„Gute Zäune sorgen für gute Nachbarschaft!“ Will sagen: Respektieren Sie gegenseitig Ihre Grenzen. Wenn Nachbar A gern mit Nachbar B befreundet wäre, B aber nicht will, wird es knifflig. Deshalb: Begrenzen Sie Ihre Erwartungen. Nachbarn müssen ebenso wie Kollegen nicht zu Freunden werden. Wenn Ihr Nachbar Ihnen mit ständigen Einladungen zu sehr auf die Pelle rückt: Bedanken Sie sich, aber sagen Sie offen, dass Ihnen das „zu viel“ ist. Schlagen Sie vor, gemeinsam zum Gemeindefest oder einer anderen öffentlichen Veranstaltung zu gehen. Wenn Sie sich auf neutralem Boden treffen, geraten Sie nicht in die Verpflichtung einer Gegeneinladung, sodass Sie quasi "vorbeugendes" Konfliktmanagement betreiben.

Abmachungen treffen

Konfliktträchtig sind unausgesprochene Bedürfnisse (z. B. nach Ruhe am Samstagnachmittag). Äußern Sie Ihre Wünsche und vereinbaren Sie gemeinsame Regeln, etwa: Die Kinder dürfen unter der Woche in den Nachbargarten und dort miteinander spielen, nicht aber am Wochenende („Familienzeit“).

Klare Abmachungen sind im Konfliktmanagement nötig, wenn es um Geld geht. Beispiel: Manche Gartenbesitzer nutzen besondere Gartengeräte gemeinsam. Vereinbaren Sie vorab, wer den elektrischen Vertikutierer aufbewahrt, pflegt, wann benutzen darf und wer im Schadensfall für eine Reparatur sorgt.

Die Tür im Zaun

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Lernen Sie Ihre Nachbarn näher kennen! Dann tun Sie sich meist leichter, Probleme anzusprechen und zu lösen.Mit einer Essenseinladung kommen Sie in der Regel dem anderen schon zu nahe. Ein Straßen- oder Hoffest dagegen bietet einen guten Rahmen, ungezwungen auch die Nachbarn zu beschnuppern, mit denen Sie (gestehen Sie es sich ein!) keinen ganzen Abend allein verbringen möchten.

Aus heiterem Himmel langjährige Nachbarn einzuladen, die noch nie bei Ihnen waren, kann befremdlich wirken. Erfinden Sie einen Anlass: der x-te Jahrestag Ihres Einzugs, die überreiche Zucchini-Ernte, der Abschluss der nervigen Renovierungsmaßnahmen.

Das Loch im Zaun

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Manche Menschen scheinen den Gruß auf der Straße oder im Treppenhaus für die maximal mögliche Kontaktaufnahme zu halten. Kommt es dann zu Ärger mit der zurückgezogen lebenden älteren Dame, etwa über die Lautstärke der Kinder im Treppenhaus, so werden Sie womöglich nicht einmal mehr gegrüßt. Die beste Prophylaxe: Sorgen Sie selbst für ein Loch im Zaun, indem Sie regelmäßige Kontaktanlässe nutzen: Schicken Sie beispielsweise Ihre Kinder jedes Jahr mit den ersten Ernten (Blumen, Obst, Kräuter) Ihres Gartens hinüber oder erbitten Sie kleine Gefälligkeiten wie die Pflege von 2 Topfpflanzen während Ihres Urlaubs.

5 Regeln für das Konfliktmanagement

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  • Überfallen Sie neue Nachbarn nicht bei der 1. Begegnung mit einer Beschwerde. Stellen Sie sich vor, lassen Sie 1 Woche verstreichen und bringen Sie erst dann Ihr Anliegen vor.
  • Warten Sie nicht zu lange, bis Sie auf einen Missstand reagieren. Ist das Treppenhaus zum 3. Mal ungeputzt oder Ihre Nachtruhe wiederholt gestört worden, wird es Ihnen schwer fallen, im Gespräch gelassen zu bleiben.
  • Gehen Sie beim 1. Vorkommnis nicht automatisch davon aus, dass Ihre Nachbarn absichtlich rücksichtslos sind. Trauen Sie Ihren Mitmenschen das Beste zu, dann begegnen sie Ihnen viel offener. Vielleicht liegt es ja an einem Baumangel, dass die Geräusche aus der Nachbarwohnung bei Ihnen so extrem laut zu hören sind.
  • Bleiben Sie lösungsorientiert: Unterscheiden Sie zwischen der Person Ihres Nachbarn und der Sache. Finden Sie gemeinsam Kompromisse, werden Sie nicht juristisch. Einigen Sie sich darauf, dass Sie den Baum fällen, der Ihrem Nachbarn die Sonne nimmt, und er sich dafür an den Kosten beteiligt. Oder vereinbaren Sie, dass die Jugendparty beim Nachbarn dann steigt, wenn Sie in Urlaub sind.
  • Beziehen Sie alle ein, die es angeht. Also auch Kinder und Jugendliche, wenn es um deren Verhalten geht („die grüßen nicht, sind zu laut …“). Lassen Sie umgekehrt Leute aus dem Spiel, die mit der Sache nichts zu tun haben. Sammeln Sie keine Verbündete gegen unliebsame Mieter, indem Sie mit anderen über sie tratschen.

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