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Sicherheit: So werden Sie kein Opfer sein


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simplify-Tipps für brenzlige Situationen

In der U-Bahn raucht ein Mann: Sollen Sie ihn ansprechen oder nicht? Auf dem nächtlichen Heimweg hören Sie plötzlich Schritte hinter sich: Wie sollen Sie reagieren? Sie wollen kein Opfer sein: Was können Sie dagegen tun? Hier die Tipps von Mirjam Kapfinger, Christina Seibt und Roland Seiner von der Münchner Polizeiinspektion 41.

„Nicht mit mir!“

Wenn Sie das ausstrahlen, können Sie manchmal schon im Vorfeld verhindern, zum Opfer erkoren zu werden. Beispiel: In Ihren halbleeren Bus steigt eine unangenehme Type ein. So haben Sie eine gute Chance, dass er sich nicht in Ihre Nähe setzt: Setzen Sie sich aufrecht hin, atmen Sie 1- bis 2-mal kräftig durch, und zeigen Sie ihm mit einem kurzen coolen Blick, dass Sie ihn registriert haben. simplify-sofort-Tipp: Üben Sie diesen Blick, wenn Sie das nächste Mal unterwegs sind. Statt jemandem direkt in die Augen zu sehen, schauen Sie auf seinen Nasenrücken.

Belästigungen abwehren

Jemand redet Sie dumm an – und Sie fühlen sich unbehaglich dabei? Fangen Sie kein Gespräch an, sondern gehen Sie, wenn möglich, weg. Rückt Ihnen der andere körperlich auf die Pelle, so sprechen Sie mit lauter Stimme konkret das Fehlverhalten an: „Nehmen Sie Ihre Hand von meinem Oberschenkel!“ Dadurch ziehen Sie eine klare Grenze und machen zugleich Ihre Umgebung aufmerksam. Verwenden Sie die „Sie“- Form – auch bei einem jugendlichen Täter. Sprechen Sie gezielt einen möglichen Verbündeten an: „Sie da in der blauen Jacke, bitte verständigen Sie den Busfahrer.“

Eine helfende Hand

Sie beobachten, wie jemand bedrängt wird und sich offensichtlich nicht traut wegzugehen? Oft funktioniert ein verblüffend einfacher Trick: Strecken Sie dem Opfer Ihre Hand entgegen – in der Regel wird es sie reflexartig ergreifen. Nun ziehen Sie die Person – wortlos! – aus der unmittelbaren Nähe des Täters weg.

Nächtliche Wege

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Vor allem Frauen kennen das unheimliche Gefühl von Schritten hinter sich, die immer näher kommen. Eine Möglichkeit: Setzen Sie sich in Trab – ist der andere harmlos, wird er ruhig weiter gehen. Alternative: Drehen Sie sich um, und sprechen Sie die Person an, z. B. mit: „Guten Abend – kennen wir uns?“

Werden Sie körperlich angegriffen, ist jede Gegenwehr erlaubt.Waffen wie Pfeffersprays nützen allerdings nur etwas, wenn Sie sie bereits in der Hand halten und im Umgang damit geübt sind (und lassen sich zudem in der Täterhand auch gegen Sie richten). simplify-Tipp: Nehmen Sie auf einsamen Wegen Ihren Schlüsselbund in die geschlossene Faust, sodass eine Schlüsselspitze herausragt. Im Ernstfall zielen Sie damit ins Gesicht des Täters.

Eine jederzeit verfügbare Waffe ...

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... ist auch Ihre Stimme. Durch lautes Schreien erschrecken Sie den Täter und erzeugen zugleich Aufmerksamkeit.

simplify-sofort-Tipp: Bitten Sie einen Freund/eine Freundin, sich Ihnen aus etwa 4 Meter Abstand langsam zu nähern. Ist der/die andere auf etwa 2 Meter herangekommen, setzen Sie für den sicheren Stand einen Fuß etwas vor den anderen und strecken schnell einen Arm aus, sodass die flache Hand nach vorne zeigt. Dabei schreien Sie ganz laut „STOPP!“. Üben Sie dies so lange, bis Sie keinerlei Hemmungen mehr haben.

Jede Menge Lärm macht übrigens eine simple Trillerpfeife. simplifysofort- Tipp: Befestigen Sie eine Trillerpfeife an Ihrem Schlüsselbund.

Keine Scheu vor dem Hilferuf

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In U- und S-Bahnen sowie an den entsprechenden Bahnhöfen gibt es in der Regel Nothilfeeinrichtungen, über die Sie Hilfe anfordern können. simplify-sofort-Tipp: Schauen Sie bei Ihrer nächsten Fahrt, wo sich diese befinden.

Diesen Hilferuf nutzen, die Notbremse ziehen oder gar „110“ wählen: Viele Menschen scheuen davor zurück, um sich nicht des Missbrauchs strafbar zu machen. Zu Unrecht, denn die Strafandrohung gilt nur für den Fall, dass jemand aus Spaß handelt – nicht wenn Sie eine Situation falsch eingeschätzt haben. Strafbar machen Sie sich vielmehr dann, wenn Sie eine zumutbare Hilfeleistung unterlassen, und das kann auch heißen: wenn Sie als Zeuge von Gewalt nicht Alarm schlagen.

Umgang mit aufdringlichen Betrunkenen

Aggressiven Betrunkenen sollten Sie aus dem Weg gehen (Straßenseite oder Sitzplatz wechseln). Mit den anderen – in der Regel sind das „Betatscher“ – sprechen Sie am besten wie mit einem Kind in einer plakativen Bildersprache. Z. B.: „Nimm deine Hand von mir weg, sonst rufe ich Polizisten, die dir Handschellen anlegen und dich in eine ungemütliche Zelle sperren.“

Wann Sie nicht den Helden spielen sollten

Situation: Ein Betrunkener/ Rauschgiftsüchtiger fordert aggressiv „ein paar Euro“ von Ihnen. Rat: Geben Sie ihm das Geld – auch auf die Gefahr hin, dass er sich Ihren ganzen Geldbeutel schnappt. Denn sonst kommen Sie wahrscheinlich körperlich zu Schaden. Und das wird Ihnen, dies zeigen die Erfahrungen vieler Opfer, selbst bei einer oberflächlichen Verletzung schwerer zu schaffen machen als der Verlust Ihres Geldbeutels.

Situation: Jemand raucht in der U-Bahn. Rat: Sprechen Sie den Übeltäter nicht direkt an, sondern sehen Sie entweder darüber hinweg, oder betätigen Sie den Notruf.


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