Weitere Beziehungstipps

Sozialverhalten: Erkennen Sie das Raubtier in sich


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Was Sie aus den Erfahrungen eines Dompteurs für Ihr Leben lernen können

„Erkennen Sie das Raubtier in sich und in Ihren Mitmenschen. Lernen Sie, sein Sozialverhalten zu verstehen und zu respektieren, dann werden Sie mit Leichtigkeit in der Manege des Lebens bestehen.“ Seine Erfahrungen als Raubtierdompteur und Zirkusdirektor hat Gerd Simoneit-Barum in einem ebenso interessanten wie kurzweilig zu lesenden Buch verarbeitet. Hier einige simplify-Tipps daraus.

Der eigene Platz

Bereits in den ersten Tagen in der Manege lernt jedes Tier, dass es hier seinen speziellen Sitzplatz hat. Dieses Postament stellt für ihn eine kleine Heimat dar.

simplify-Tipp: Auch jeder Mensch braucht seinen Platz – nicht nur im übertragenen Sinn, sondern auch ganz real. Schaffen Sie sich in jedem Raum (Wohnung, Arbeitsplatz, Hotelzimmer, Zug, Auto) Ihren persönlichen Wohlfühlplatz – auch wenn Sie sich dort nur relativ kurz aufhalten. Beispiele: Sorgen Sie daheim dafür, dass die Sofaecke im Wohnzimmer vom Chaos der restlichen Wohnung verschont bleibt. Arrangieren Sie im Hotelzimmer Sessel und bewegbare Lampen nach Ihrem Gusto, und stellen Sie mindestens einen persönlichen Gegenstand sichtbar auf. Reservieren Sie bei Zugfahrten rechtzeitig, dass Sie Ihren Wunschsitzplatz bekommen, oder suchen Sie einen Mitreisenden, der mit Ihnen tauscht.

Die vertraute Umgebung

Wenn Löwen das 1. Mal in die Manege kommen, sind sie misstrauisch und verunsichert. Erst beim 2. Mal haben sie so viel Vertrauen, dass sie mit ihren Fähigkeiten präsent sind und der Dompteur etwas mit ihnen anfangen kann.

simplify-Tipp: Wartet in einer fremden Umgebung eine schwierige Situation auf Sie, sollten Sie sich bereits vorher einmal auf den Weg dorthin machen. Optimal ist, wenn Sie dabei bereits den Raum betreten können, in dem sich das Geschehen abspielen wird. Beispiel: Besuchen Sie die fremde Arztpraxis, bevor Sie sich dort einer unangenehmen Spezialuntersuchung unterziehen müssen. Dadurch werden Sie beim 2. Mal weniger nervös und weitaus souveräner im Arztgespräch sein. Gleiches gilt für Vorstellungsgespräche, Vorträge oder Verhandlungen auf fremdem Territorium.

Das Revier

Raubtiere kennzeichnen ihr Revier wie Hunde durch Markieren. Dringt man in ihr Territorium ein, so fliehen sie entweder oder sie greifen (bei versperrtem Fluchtweg) an.

simplify-Tipp: Viele Konflikte in zwischenmenschlichen Begegnungen entstehen durch – oft nicht bewusste – Grenzüberschreitungen. Rücken Sie in spannungsreichen Gesprächen Ihrem Gegenüber körperlich nicht zu nahe. Droht ein Streit zu eskalieren, geben Sie Ihrem Gesprächspartner unbedingt den Fluchtweg frei. Bieten Sie ihm einen Anlass, den Raum zu verlassen, oder gehen Sie selbst hinaus. Halten Sie auch beim Autofahren einen aggressionsmindernden Abstand!

Sitz!

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Bei einer Raubtiernummer im Zirkus sind die Plätze fest vergeben. Um die Kontrolle über seine Tiere zu behalten, überlegt sich jeder Dompteur sorgfältig, welches Tier er wo platziert.

simplify-Tipp: Besetzen Sie als Chef bei Besprechungen (oder als Gastgeber bei einer Essenseinladung) den „Königsplatz“, also das der Tür gegenüber liegende Tischende. Bei runden Tischen wählen Sie einen Platz, bei dem Sie das Fenster (und damit gegebenenfalls auch die blendende Sonne) im Rücken haben. Hat sich jemand vor Ihnen dort hingesetzt, beanspruchen Sie diesen Platz freundlich, aber bestimmt für sich. Mit Platzkärtchen können Sie die Sitzordnung im Voraus festlegen.

Trennen Sie Mitarbeiter, die sich nicht gut verstehen. So gibt es weniger Gerangel auf Nebenschauplätzen. Achten Sie aber auch darauf, dass Ihre Kritiker nicht nebeneinander sitzen und sich so leicht gegen Sie verbünden können. Platzieren Sie Ihre Kritiker so, dass Sie sie beim Sprechen problemlos ansehen können. Denn wer hauptsächlich Blickkontakt mit seinen „Getreuen“ sucht, wirkt unsicher.

Zum Weiterlesen: Gerd Simoneit-Barum/Robert Griesbeck: Die Kunst, mit dem Tier im Menschen umzugehen.

Auch bei der Kommunikation mit schwierigen Zeitgenossen kann es helfen, wenn man ein paar Grundsätze befolgt, damit Sie sich nicht alles gefallen lassen müssen!

 


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