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Was tun beim Knigge-Dilemma?


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Plötzlich haben Sie das Dilemma: Darf ich oder darf ich nicht? Wie beim Fußball gibt es jedoch auch im Alltag „Standardsituationen“, für die Sie vorab Ihr Verhalten trainieren können. Hier ein paar typische Dilemmas und die Ratschläge der Knigge-Profis.

Hoteleigentum oder Souvenir?

Dilemma: Das Hotel, in dem Sie wohnen, füllt jeden Tag die edlen Mini-Shampoos und -Cremes auf. Dürfen Sie alles in Ihren Koffer packen und sich jeden Tag neu bestücken lassen oder verstößt das gegen den Knigge? Empfehlung: Ja. Joan Cronson, Sprecherin der Radisson Hotels: „Wir sehen diese Sachen als kleine Geschenke für unsere Kunden.“ Wenn Sie allerdings den Wagen des Zimmermädchens plündern, schießen Sie über das Ziel hinaus. Nehmen Sie die Minis nur mit, wenn Sie sie zu Hause wirklich brauchen. Die Badezimmer mancher Vielreisender quellen über mit unbenutzten Hotelfläschchen.

Dieb melden oder schweigen?

Dilemma: Sie sehen im Supermarkt, wie eine ältere Dame einen Schokoriegel unbezahlt in Ihre Handtasche gleiten lässt. Müssen Sie laut rufen: „Hallo! Diebstahl!“ Empfehlung: Nein. Es geht um einen Bagatellschaden und Sie können vermutlich nichts beweisen. Wenn Sie jedoch einen größeren Diebstahl sicher beobachtet haben, wenden Sie sich schnell an einen Angestellten. Der sollte dafür ausgebildet sein, die Situation in den Griff zu bekommen. Nehmen Sie die Sache keinesfalls in die eigene Hand und lassen Sie es nicht zu einer Auseinandersetzung kommen.

Geschenke weiterschenken?

Dilemma: Sie haben eine wunderschöne Kuchenbackform zum Geburtstag geschenkt bekommen, aber Sie backen nie. Dürfen Sie das gute Stück einer Freundin weiterschenken oder verstößt das gegen den Knigge? Empfehlung: Ja, aber äußerst vorsichtig. Schenken Sie nur weiter, wenn Sie 1. sicher sind, dass die neue Besitzerin wirklich glücklich damit wird – und nicht, um das unerwünschte Teil bequem loszuwerden. 2. Achten Sie darauf, dass die alte Schenkerin und die neu Beschenkte auch nicht im entferntesten miteinander zu tun haben. 3. Das Geschenk muss absolut unbenutzt, originalverpackt und Ladenware sein. Handgemachte, sehr persönliche Präsente sind fürs Weitergeben tabu.

Rücksicht auf den Rücksitz?

Dilemma: Sie stellen im Flugzeug Ihre Rückenlehne nach hinten, aber der hinter Ihnen sitzende Riese fordert Sie auf, sie wieder aufrecht zu stellen. Müssen Sie gehorchen um dem Knigge gemäß zu handeln? Empfehlung: Nein, doch wenn er höflich bittet, sollten Sie sich einigen, vielleicht später beide in die Schlummerstellung zu gehen. „Es ist Ihr Sitz und Ihre Privatsphäre“, erläutert Joe Hopkins von Lufthansa Star Alliance. „Aber prüfen Sie vor dem Zurücklehnen, dass die betreffende Person nicht gerade isst oder ein Kind auf dem Schoß hat. In kniffligen Situationen können Sie eine Stewardess bitten, Ihnen einen anderen Platz zu geben.“

Fahrer oder Fundbüro?

Dilemma: Sie finden im Taxi oder im Bus einen Geldbeutel, den jemand dort vergessen oder verloren hat. Dürfen Sie den einfach dem Fahrer geben, oder müssen Sie damit zum Fundamt? Empfehlung: Immer dem Fahrer. Möglicherweise kennt er den Besitzer, oder er gibt die Fundsache bei seinem Arbeitgeber ab. Selbst zwielichtig aussehende Taxifahrer würden Fundstücke niemals behalten.

Kleidung zur Probe tragen?

Dilemma: Sie haben für ein nobles Ereignis nichts anzuziehen. Ist es vertretbar, sich einen Smoking oder ein Abendkleid zu kaufen, es einen Abend zu tragen und dann wieder zurückzubringen? Empfehlung: Definitiv nein. Viele Geschäfte haben kulante Rücknahmeregeln, aber für diesen Fall sind sie nicht gedacht. Wenn Sie als Kunde die Großzügigkeit der Händler missbrauchen, bringen Sie die Kundenfreundlichkeit insgesamt in Gefahr und verhalten sich absolut nicht gemäß den Regeln des Knigge. Würden Sie selbst ein bereits getragenes Kleidungsstück erwerben? Versandhäuser beginnen, auffällige Anhänger an der Kleidung zu befestigen. Sind sie entfernt, ist der Umtausch nicht mehr möglich. simplify-Tipp: Fragen Sie lieber im Bekanntenkreis herum, ob Sie einen Smoking für einen Abend leihen können, lassen Sie ihn danach reinigen und bringen Sie ihn zurück.

Petzen oder Platzen?

Dilemma: Ihr Freund Heinz erzählt Ihnen, dass Ihr gemeinsamer Freund Peter seine Frau – die auch zu Ihrem Freundeskreis gehört – betrügt. Müssen Sie ihr die Wahrheit erzählen? Empfehlung: Eigentlich nein. Aber mit dem unschönen Geheimnis herumzulaufen ist schrecklich und im Extremfall können Sie sich auch durch Ihr Schweigen schuldig machen. Es handelt sich um eine klassische ausweglose Situation. Bauen Sie vor: Lassen Sie sich von Ihren Freunden keine privaten oder pikanten Details erzählen. Meist werden solche Geständnisse eingeleitet: „Weißt du eigentlich...“ Lehnen Sie es dann strikt ab, hineingezogen zu werden. Damit kränken Sie den anderen vielleicht momentan, aber auf längere Sicht erhalten Sie dadurch seine Freundschaft.


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