Kindererziehung

Durch Taschengeld zur Geld-Kompetenz


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Lernziel Geldkompetenz

Geld allein macht nicht glücklich. Aber es gilt auch: Wer nicht richtig mit Geld umzugehen weiß, wird auf Dauer unglücklich. Wichtige Aufschlüsse zum Thema „Jugendliche und Geld“ gibt eine gleichnamige Studie, die auf einer repräsentativen Umfrage unter 10- bis 17-Jährigen beruht. Hier eine Reihe praktischer Tipps, wie Ihre Teenager im Umgang mit Geld souverän werden und was Sie mit dem Taschengeld dazu beitragen.

Machen Sie Geld zum Thema

 

 

 

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In der überwiegenden Mehrzahl der Familien wird laut Umfrage nicht oft über Geld geredet.

simplify-Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Nachwuchs konkret über Ihre Familienfinanzen – über Ihre monatlichen Fixkosten (Miete, Lebensmittel), größere Anschaffungen und wie Sie sparen. Verzichten Sie darauf, Ihr Einkommen zu beziffern, damit diese Zahl nicht (versehentlich) nach außen getragen wird.

Machen Sie Ihre Entscheidungsprozesse transparent: „Wir können uns den Skiurlaub leisten, wenn wir den Sommer in Omas Ferienwohnung verbringen.“ Diskutieren Sie die Entscheidungen, die alle Familienmitglieder betreffen, auch mit allen.

Zur freien Verfügung

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Kinder und Jugendliche sollen mit ihrem Taschengeld finanzielle Erfahrungen sammeln. Das gelingt am besten, wenn Sie Ihrem Sprössling nicht in seine Ausgaben hineinreden.

simplify-Tipp: Erinnern Sie sich, was Sie als Jugendliche(r) alles haben „mussten“ – etwa die sündhaft teure Jacke, die kurze Zeit später völlig out war. Damit das Taschengeld für den Jugendlichen berechenbar ist, dürfen Sie es nicht als Erziehungsmaßnahme streichen. Winken Sie auch nicht mit einer Erhöhung als Anreiz für Wohlverhalten, sonst machen Sie Ihr Kind käuflich.

Auch Erwachsene kennen das Gefühl: Das Geld verschwindet einfach irgendwohin. Hier hilft Erwachsenen wie Jugendlichen, Buch zu führen. Regen Sie Ihren Sprössling dazu an, aber kontrollieren Sie seine Buchführung nicht.

simplify-Tipp: Am PC macht Buchführung den meisten Jugendlichen mehr Spaß. Eine schlichte Excel-Tabelle genügt. Eine Gratis-Alternative ist Calc, das zum OpenOffice-Paket gehört (de.openoffice.org).

Die richtige Höhe

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Welche Höhe für das Taschengeld angemessen ist, hängt vom Alter, Ihren Familienfinanzen und davon, was alles vom Taschengeld zu bezahlen ist (Süßigkeiten, Kleidung, Handygebühren) ab – und wofür Sie aufkommen. Laut Umfrage gibt nur rund 1/5 aller Jugendlichen sein Taschengeld für Kleidung aus. Diese Gruppe verwendet dafür jedoch einen hohen Anteil am verfügbaren Taschengeld.

simplify-Tipp: Zahlen Sie dem Jugendlichen ein separates Budget, zweckgebunden für Kleidung und Schuhe, das auch getrennt aufbewahrt werden sollte. Kommt der Nachwuchs nicht mit seinem Taschengeld aus, unterstützen Sie ihn beim Suchen nach Sparmöglichkeiten. Recherchieren Sie gemeinsam: Lässt sich das begehrte elektronische Gerät bei ebay billig ersteigern? Wie lange dauert es, bis das Modell am Markt billiger wird? Welcher Secondhandshop bietet aktuelle Mode für Teenager?

Das liebe Handy

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70 % aller 10- bis 17-Jährigen besitzen ein Handy, bei den Älteren sind es rund 90 %. Handykosten sind laut Umfrage Streitthema Nr. 1 zwischen Eltern und Jugendlichen.

simplify-Tipp: Besprechen Sie, wer welche Kosten übernimmt und was passieren soll, wenn die Kosten aus dem Ruder gelaufen sind. Umgehen Sie von vornherein Kostenfallen, indem Sie teure Rufnummern sperren lassen (teure SMS, Klingeltöne, Internet-Zugang). Wenn kein Prepaid-Handy, sondern ein Vertrags-Handy genutzt wird: Erkundigen Sie sich beim Anbieter nach einem Vertrag mit monatlichem Maximalbetrag. Manche verschicken auf Wunsch eine Warn-SMS, wenn das Kostenlimit erreicht ist.

Sparen

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84 % aller Jugendlichen haben Geld gespart, die meisten davon für einen konkreten Konsumwunsch (Führerschein, Kleidung, Computer). Nur 13 % der Sparer haben kein konkretes Sparziel.

simplify-Tipp: Richten Sie Ihrem Jugendlichen ein Bankkonto ein (ohne Überziehungsmöglichkeit und ECKarte), und überweisen Sie das Taschengeld. Weil das Geld abgehoben werden muss, sitzt es weniger locker. Manche Banken bieten für die junge Zielgruppe eine Kombination aus Giro- und Sparkonto, für die sich auch ein Spardauerauftrag einrichten lässt. Dadurch wird auch das vorsorgliche Sparen ohne konkreten Konsumwunsch gefördert. Schaffen Sie einen zusätzlichen Sparanreiz, indem Sie vereinbaren, beim Erreichen einer Sparsumme einen bestimmten Betrag dazuzulegen.

Das lesenswerte Buch zur Studie: Karin R. Fries, Peter H. Göbel, Elmar Lange: Teure Jugend. Verlag Barbara Budrich, Opladen/Farmington Hills 2007, ISBN 3-86649-074-1,. gebraucht erhältlich €.

Autor: Tiki Küstenmacher


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