Kindererziehung

Kindererziehung: So funktioniert Selbstverteidigung für Kinder


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So helfen Sie Ihrem Kind, mit gefährlichen Situationen umzugehen

„Hoffentlich kommt mein Kind gut an und später wieder nach Hause.“ Die meisten Eltern haben dieses unangenehme Gefühl, wenn sie ihr Kind alleine auf den Weg schicken. Immer wieder passiert Schlimmes mit Kindern – aus der Presse erfahren Sie nur einen Bruchteil der furchtbaren Ereignisse. Holger Schumacher, ehemaliger Polizist aus Hamburg, hat ein Konzept entwickelt, was Ihr Kind in unangenehmen Situationen wissen muss und was Sie in der Kindererziehung vermitteln sollten.

Mitfahrt im Auto nur von der Liste ...

Situation: Es ist ein verregneter Morgen. Der Schulranzen ist heute unangenehm schwer. Der Nachbar steigt gerade in sein Auto ein. „Komm, fahr mit, ich bringe dich zur Schule.“ Typisches, aber falsches Verhalten: Ihr Kind steigt ein und freut sich, nicht durch den Regen laufen zu müssen. Richtiges Verhalten:  Ihr Kind darf nur einsteigen, wenn der Nachbar auf einer gemeinsam erstellten „Mitfahrliste“ steht. Überlegen Sie in Ruhe mit Ihrem Kind, bei wem es in nächster Zeit mitfahren könnte. Grundsätzlich sollte es nie ohne Ihr Wissen in ein Auto einsteigen, und sei die Situation noch so aufregend.

... oder mit Codewort

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Situation: Ihr Kind ist auf dem Weg nach Hause. Neben Ihrem Kind hält ein Auto. Zwei Männer steigen aus und sprechen es an: „Hallo, wie heißt denn du?“ Ihr Kind antwortet. „Genau dich suchen wir, deine Mama hatte einen Unfall und ist gerade auf dem Weg ins Krankenhaus. Wir sind von der Kriminalpolizei und passen auf dich auf, bis dein Papa am Abend nach Hause kommt. Komm, steig ein, wir fahren erst mal was essen.“ Typisches, aber falsches Verhalten: Ihr Kind sorgt sich um Sie, steigt ein und meint in Sicherheit zu sein. Richtiges Verhalten: Ihr Kind steigt nur ein, wenn die Menschen ohne Aufforderung das mit Ihnen vereinbarte Geheimwort benennen. Manchmal ist es aus einem widrigen Umstand heraus nötig, dass Ihr Kind mit einer Bekannten oder Nachbarin mitgehen oder im Auto mitfahren muss. Lassen Sie diese Person dann das mit Ihrem Kind unter strenger Geheimhaltung vereinbarte Codewort wissen. So kann Ihr Kind sogar bei vermeintlichen Polizisten eine Mitfahrt ablehnen. Die echten sind immer an ihrer Uniform und am Dienstwagen mit Blaulicht erkennbar.

Gefahr aus dem fahrenden Auto

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Situation: Ihr Kind wird aus einem Auto heraus am Schulranzen gepackt und mitgezogen. Typisches, aber falsches Verhalten: Ihr Kind versucht, sich aus dem Schulranzen zu befreien. Das geht aber nicht! Richtiges Verhalten:  Hier können Sie die Selbstverteidigung für Kinder nur im Vorfeld unterstützen. Kaufen Sie einen Schulranzen ohne Griff auf dem Deckel. Sollte das nicht möglich sein, schneiden Sie mit dem Einverständnis Ihres Kindes den Griff ab.

Fluchtrichtung: zurück!

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Situation: Ihrem Kind kommen die Insassen eines Autos neben ihm verdächtig vor. Es will sich an einen sicheren Ort flüchten. Typisches, aber falsches Verhalten: Ihr Kind rennt in der bisherigen Richtung weiter – doch so ist es leicht einzuholen. Richtiges Verhalten: Umdrehen, in die entgegengesetzte Richtung rennen und an der nächstmöglichen Gelegenheit Hilfe holen. In der Regel kann ein Auto nicht einfach problemlos wenden. So ist Ihr Kind schneller in Sicherheit.

Täter immer mit „Sie“ ansprechen

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Situation: Ihr Kind konnte nicht flüchten und wird überraschend in ein Auto gezerrt. Typisches, aber falsches Verhalten: Ihr Kind schreit: „Hilfe, lass mich los. Ich will nicht mit.“ Richtiges Verhalten:  Ihr Kind versucht zu schreien: „Hilfe, das ist nicht mein Vater/meine Mutter. Lassen Sie mich los!“ So werden Außenstehende schneller aufmerksam, da sie nicht so leicht vermuten, ein Vater/eine Mutter „erziehe“ gerade ihr Kind.

Immer „offizielle“ Hilfe holen

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Situation: Ihr Kind hat sich verlaufen oder steckt in irgendeiner anderen Klemme. Typisches, aber falsches Verhalten: Es spricht den nächstbesten Passanten an. Doch das kann gefährlich sein – im schlimmsten Fall ist der „Helfer“ ein Komplize des Angreifers. Richtiges Verhalten: Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass es stets „offizielle“ Anlaufstellen benutzt  – die Info-Zentrale oder eine Kasse im Supermarkt, Geschäfte, Arztpraxen, Schülerlotsen, Ämter usw. Überlegen Sie gemeinsam, welche solcher Anlaufstellen sich auf dem Schulweg anbieten. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind vor dem Verlassen des Hauses, auf welchem Weg es zu seinem Ziel geht. Nur so können Sie es finden, wenn etwas passieren sollte.

Viele dieser Tipps stammen aus den WO-DE („Women Defense“)-Kursen von Holger Schumacher. Informationen unter: www.wo-de.info.

Das 5-Punkte-Schema zum Hilfeholen

Lernen und üben Sie mit Ihrem Kind diese Sätze auswendig:

  1. „Ich habe Angst.“
  2. „Bitte helfen Sie mir.“
  3. die erlebte Geschichte erzählen.
  4. „Bitte rufen Sie meine Eltern an.“

Sollte die betreffende Person das Kind abwimmeln, kommt der 5. Punkt zum Einsatz: „Ich bestehe darauf, dass Sie mir helfen!“ Nur wenn das auch nicht fruchtet, wendet sich Ihr Kind an eine andere Hilfsstelle. Unumgänglich ist es, dass Ihr Kind Ihre Telefonnummer auswendig kennt!

Autor: Tiki Küstenmacher


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