Kindererziehung

Kindererziehung: Werte weitergeben


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Wie Sie Kindern vermitteln, was Ihnen wichtig ist

Ganz gleich, ob das Thema Werteerziehung mal wieder in ist oder nicht: Die meisten Erwachsenen möchten ihre eigenen Werte auch an die nächste Generation weitergeben. Hier ein paar Tipps – nicht nur für Eltern und Großeltern –, wie das in der Kindererziehung am besten gelingt.

Seien Sie Vorbild

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Kinder lernen wesentlich stärker durch Ihr Vorbild als durch verbale Belehrungen. Ihr Kind erfasst nicht nur genau, wie Sie sich ihm gegenüber verhalten, sondern beobachtet auch Ihr Verhalten anderen und der Umwelt gegenüber. Beispiel Ehrlichkeit: Leben Sie Ihrem Kind selbst Ehrlichkeit vor, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Familie. Verzichten Sie insbesondere darauf, Ihrem Kind kleine Alltagslügen abzuverlangen („Sag dem Schaffner, dass du erst 5 bist!“) – sonst verlieren Sie Ihre Glaubwürdigkeit.

Mit den Augen des Kindes sehen

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Gelegentlich werden Sie den Eindruck haben, dass Ihr Vorbild wenig Wirkung zeigt. Beispiel soziales Handeln: Sie selbst verhalten sich durchaus sozial (Nachbarschaftshilfe, Spenden etc.), Ihr Kind ist aber oft nicht bereit zu teilen. Möglicherweise messen Sie hier mit zweierlei Maß. Versetzen Sie sich in Ihr Kind hinein: Wie wichtig ist ihm der Gegenstand, um den es geht? Soll Ihr Sprössling bereit sein, ein anderes Kind mit dem neuen Fahrrad fahren zu lassen, müssten Sie eigentlich auch bereit sein, Ihr neues Auto einem anderen Erwachsenen zu leihen. Oder 2 Ihrer Werte stehen miteinander in Konflikt – in diesem Fall etwa soziales Handeln und Durchsetzungsvermögen. Gestehen Sie Ihrem Kind zu, dass es die Prioritäten anders setzt als Sie.

Gemeinsam auf dem Weg

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Nicht immer entsprechen Erwachsene ihren eigenen Idealen.Wenn Sie Ihrem Kind jedoch zeigen, dass Sie an sich selbst arbeiten, so ist das mehr wert als ein perfektes Vorbild. Beispiel Ordnungsliebe: Sie möchten gerne, dass Ihr Kind ordentlich ist, Aufräumen gehört aber auch nicht zu Ihren eigenen Stärken. Machen Sie eine gemeinsame Anstrengung daraus: Während Sie das Küchenchaos beseitigen, räumt das Kind die Spielsachen auf.

Übungsfelder

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Beim Sport ist vieles gefragt: von Teamgeist über Leistungsbereitschaft bis hin zu Fairness. Ob das Kind nun auf der nächstgelegenen Wiese mit anderen kickt, im Sportverein auf einen Wettkampf hin trainiert oder eine schulische Sport-AG besucht: Wichtig ist, dass es dort nicht nur auf einen einzelnen Wert ankommt (z. B. Leistung), sondern dass verschiedene Werte eingeübt werden.

Üben Sie auch in der Familie. Besprechen Sie beispielsweise, dass Sie sich alle im Advent um mehr Achtsamkeit füreinander bemühen wollen. Wählen Sie für jede Adventswoche einen anderen Schwerpunkt, z. B. einander täglich eine kleine Freude bereiten, einander bei Tisch ausreden lassen oder jeden Tag eine Viertelstunde zusammen etwas Schönes tun.

Freiräume

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Perfektheitsansprüche rufen oft eine starke Abwehr hervor. Lassen Sie Ihrem Kind daher Freiräume. Beispiel Selbstdisziplin: Auch wenn Ihnen das sehr wichtig ist – gönnen Sie dem Kind Zeiträume, in denen es nicht prompt alles erledigen muss, sondern auch trödeln darf. Suchen Sie auch nach einem akzeptablen Ersatz für Unerwünschtes. Beispiel Gewaltfreiheit: Wird Ihr Kind bei Frust schnell aggressiv gegenüber anderen, könnte sich die Investition in einen Boxsack auszahlen, an dem das Kind sich abreagieren kann.

Benennen Sie Ihre Werte

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Sprechen Sie über Ihre Werte, indem Sie die abstrakten Wertbegriffe mit konkreten Situationen verknüpfen. Das gilt zum einen für Ihr eigenes Handeln – Sie machen dadurch Ihre Motivation deutlich. Beispiel Umweltschutz: „Ich fahre nicht mit dem Auto, sondern mit der S-Bahn ins Büro, weil das umweltfreundlicher ist.“

Noch wichtiger ist dies in der Kindererziehung, wenn es um das Verhalten des Kindes geht. Beispiel Friedfertigkeit: Loben Sie konkret und benennen Sie dabei den Wert: „Ich finde es gut, dass ihr euren Konflikt so friedlich gelöst habt.“ – „Das war sehr mutig von dir, diese Einladung abzulehnen.“

So schulen Sie das Urteilsvermögen

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Diskutieren Sie mit Ihrem Kind in Alltagssituationen immer wieder über verschiedene Handlungsmöglichkeiten und deren Folgen. Tun Sie’s nicht mit dem moralischen Zeigefinger, sondern eher spielerisch mit Übertreibungen. Die meisten Kinder haben Spaß an Spekulationen über „Was würde passieren, wenn …?“: „Wenn wir alle eine Woche lang unsere Schuhe auf einen Haufen werfen würden, hätten wir im Flur einen meterhohen Schuhberg.“

Autor: Tiki Küstenmacher


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