Kindererziehung

Kommunikation: Nebenbei den Wortschatz erweitern


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8 Tipps, wie Sie nebenbei eloquenter werden

Die deutsche Sprache umfasst einen Wortschatz von fast 400.000 Wörtern, inklusive aller Fachbegriffe und Dialektausdrücke. Der Duden enthält in seiner aktuellen Ausgabe von 2009 knapp 135.000 Wörter – darunter übrigens rund 5.000 neue wie „Abwrackprämie“, „Hüftgold“ oder „fremdschämen“. Ein gebildeter Mensch versteht von allen Duden-Begriffen etwa die Hälfte. Das ist der sogenannte passive Wortschatz. Der aktive Wortschatz ist die Zahl der Wörter, die wir selbst mindestens 1-mal pro Jahr benutzen – und das sind gerade noch 3.000 bis 5.000 Wörter.

Damit Sie sich leichter beim Formulieren tun, müssen Sie Ihren aktiven Wortschatz erweitern. Ihr passiver Wortschatz ist dafür wie ein Schatz, der nur wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche begraben liegt. Hier Tipps des Schweizer Kommunikationsexperten Matthias Pöhm, wie Sie diesen Schatz mit wenig Aufwand bergen.

1. Laut lesen

 

 

 

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Lesen Sie, wann immer möglich, halblaut. Dadurch sprechen Sie Wörter aus, die bisher in Ihrem passiven Wortschatz schlummerten. Der Sprechvorgang holt diese Begriffe ins aktive Abteil herüber. Trauen Sie sich beispielsweise, auch diesen Artikel laut zu lesen.

2. Zusammenfassen

Wenn Sie einen Brief, einen Zeitungsartikel oder sonst etwas gelesen haben, fassen Sie den Text anschließend für sich zusammen. Tun Sie auch das halblaut, indem Sie vor sich hinmurmeln. So bleibt nicht nur der Inhalt besser haften, sondern auch der Wortschatz. Oder Sie erzählen jemand anders den Inhalt. Besonders gelungene Formulierungen der Autoren werden Sie dabei automatisch übernehmen.

3. Coole-Sätze-Kartei

Schreiben Sie Formulierungen, die Ihnen besonders gut gefallen, auf Karteikarten. Notieren Sie möglichst komplette Sätze, denn die bleiben besser im Gehirn haften. Wenn Sie diese „coolen“ Sätze auf ein Diktiergerät oder die Diktierfunktion Ihres Handys sprechen, können Sie sich die auch übers Gehör einprägen.

4. Wörter ausschmücken

Nehmen Sie einen beliebigen Buch- oder Zeitschriftenartikel, und erfinden Sie zu jedem Substantiv ein Adjektiv, zu jedem Verb ein Adverb. Aus „Der Professor betonte in seiner Rede vor den Studenten ...“ wird also: „Der graubärtige Professor betonte lautstark in seiner viel beachteten Rede vor den randalierenden Studenten ...“ Dieses Gehirn-Jogging können Sie auch als Spiel mit Freunden oder Familienmitgliedern durchführen, wenn Sie spielerisch und in der Gemeinschaft Ihren Wortschatz erweitern wollen.

5. Verben ersetzen

Noch ein Spiel für Ihr Wortschatz-Gehirn: Ersetzen Sie in einem Text während des Vorlesens alle Verben durch andere. Aus dem Satz „Viele Einzelhändler wissen nicht, dass sie etwas ändern sollten, um das Jahr 2010 durchzuhalten“ wird jetzt: „Viele Einzelhändler haben keinen Schimmer, dass sie das Steuer herumreißen müssen, um das Jahr 2010 zu überleben.“

6. Word mit Thesaurus

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Alle PC-Textverarbeitungen haben eine Funktion, mit der sich sinnverwandte Wörter finden lassen. Bei Microsoft Word heißt diese Einrichtung „Thesaurus“ oder „Synonyme“ und öffnet sich, wenn Sie ein Wort markieren und mit der rechten Maustaste draufklicken. Wer es lieber auf Papier hat: Sehr brauchbar sind das „Wörterbuch der Synonyme“ von Duden (ISBN-13: 978-3-411-72481-9, 11,95 €) und „Sag es treffender“ von A. M. Textor (ISBN-13: 978-3-499613883, 9,95 €). Die Spielvariante: Nehmen Sie ein häufig gebrauchtes Wort wie „gehen“, und notieren Sie sich 5 Minuten lang alle Synonyme, die Ihnen dazu einfallen. Wer die meisten findet, hat gewonnen.

7. Simulgan-Technik anwenden

Wenn Sie etwas im Radio oder Fernsehen hören, dann sprechen Sie es gleichzeitig (simultan) auch nach. Das „gan“ am Ende des von Pöhm kreierten Wortes „simulgan“ bedeutet: gleichzeitig aufnehmen und nachsprechen. Durch das Nachsprechen eignen Sie sich die Wörter besser an. Außerdem üben Sie sich so in der Aussprache neuer Namen oder komplizierter Begriffe, sodass Ihnen die Wörter beim Reden leichter über die Lippen kommen. Sie können Sie nicht nur den passiven, sondern auch den aktiven Wortschatz erweitern.

8. Übersetzen

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Wenn Sie eine Fremdsprache können: Übersetzen Sie kleinere Texte ins Deutsche, und zwar schriftlich. Dabei kommt es nicht auf Genauigkeit an, sondern darauf, dass es sich im Deutschen flüssig liest. Wälzen Sie also nicht lange das Wörterbuch, sondern „dichten“ Sie frei. Am besten motiviert dafür sind Sie, wenn Sie es nicht nur um des Übens willen tun, sondern damit einem Freund/Kollegen/ Nachbarn helfen.

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl


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