Kindererziehung

Konfliktmanagement bei Besserwissern


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Tipps und Tricks , wie Sie sich in der Kommunikation nicht unterkriegen lassen

Gehen Ihnen Besserwisser auch so auf die Nerven? Diejenigen Menschen, die nach einem Unglück schon immer vor der Gefahr gewarnt haben wollen. Die zu jedem, aber wirklich jedem Thema etwas zu sagen haben. Die Ihnen überhaupt nicht zuhören oder grundsätzlich widersprechen, wenn Sie eine Idee vorbringen. So kommen Sie damit besser zurecht und verhindern durch geschicktes Konfliktmanagement eine Eskalation der Gesprächssituation.

Nehmen Sie’s nicht persönlich

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Problem: Oft ist das Nervige am Gespräch mit Besserwissern nicht das, was sie sagen, sondern eine Botschaft, die unterschwellig mitschwingt: „Du hast ja keine Ahnung!“ – „Ohne mich könntet ihr alle einpacken.“ Etc.

simplify-Tipp: Verschließen Sie Ihre Ohren vor solchen unterschwelligen Botschaften. Um Sie als Person – Ihr Wissen, Ihre Kompetenzen, Ihren Charakter – geht es in der Regel gar nicht, denn Besserwisser drehen sich in Gedanken vor allem um sich selbst. Lehnen Sie das, was ein Besserwisser sagt, nicht von vornherein ab („Ach, der schon wieder!“), sondern bedenken Sie es vorurteilsfrei. Dadurch zeigen Sie etwas, worum es bei vielen Besserwissern erstaunlich schlecht bestellt ist: Selbstbewusstsein.

Ehrfurcht ist fehl am Platz

Problem: Weil Sie sich selbst auf manchen Gebieten nicht so gut auskennen, sind Sie schnell beeindruckt, wenn ein Besserwisser die Fülle seines Wissens und seiner Erfahrungen zur Schau stellt.

simplify-Tipp: Erinnern Sie sich an Ihre Schulzeit: Damals bekamen (hoffentlich) nicht diejenigen Schüler die besten Aufsatznoten, die am meisten Seiten füllten, sondern diejenigen, die das Thema am besten bearbeiteten. Hinterfragen Sie das zur Schau gestellte Wissen auf seine Relevanz hin! Beispiel: Sie unterhalten sich mit Ihrem Kollegen darüber, was die nächste Fußballweltmeisterschaft für das Gastgeberland Südafrika bedeuten wird, und der zählt Ihnen „nebenbei mal“ sämtliche WM-Sieger seit 1950 auf. Sagen Sie sich innerlich: „So etwas muss ich mir nicht merken, das weiß Wikipedia für mich.“

Eine kleine Schmeichelei öffnet die Ohren

Problem: Besserwisser reden lieber selbst, als dass sie zuhören.

simplify-Tipp: Um sich bei einem Besserwisser überhaupt Gehör zu verschaffen, müssen Sie ihn davon überzeugen, dass sich das Zuhören lohnt. Der einfachste Weg: Bevor Sie mit Ihrer Darstellung eines Sachverhalts oder Ihrer Ideen beginnen, schmeicheln Sie ihm ein wenig. Betonen Sie, dass Sie das alles erzählen, weil Sie gespannt darauf sind, seine Meinung, Ideen oder Fragen dazu zu hören.

Sagen Sie „B“ oder „C“, wenn Sie „A“ wollen

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Problem: Besserwisser tendieren dazu, anderen aus Prinzip zu widersprechen. Wenn Sie „A“ sagen, meint der Besserwisser „B“; wenn Sie für „B“ sind, bevorzugt der Besserwisser „A“.

simplify-Tipp: Bringen Sie erst einmal Argumente für die Gegenposition, um dann – zusammen mit dem Besserwisser – elegant auf Ihre eigentliche Position umzuschwenken. Beispiel: Obwohl Sie gegen die vorgeschlagene Pausenzeitenregelung auf der Arbeit sind, beginnen Sie mit Argumenten für die neuen Zeiten. („Einiges spricht ja doch für die neue Regelung.“) Widerspricht Ihnen der Besserwisser dann, können Sie sich elegant seiner Position, die ja auch Ihre eigentliche ist, anschließen.

Oder Sie leiten Ihre eigenen Ideen mit einer Formulierung ein wie „Ich vermute zwar, dass Sie damit nicht einverstanden sein werden, aber ...“. Dadurch bringen Sie den Besserwisser aus dem Konzept, denn er befindet sich nun in einer Zwickmühle: Soll er Ihrer Vermutung widersprechen oder Ihrer eigentlichen Idee?

Bremsen Sie Besserwisser rechtzeitig aus

Problem: Nimmt ein Besserwisser an einer Besprechung teil, so wird meist jede Menge Zeit mit der Diskussion irrelevanter Details vergeudet, während wichtige Ideen anderer Teilnehmer unausgesprochen bleiben.

simplify-Tipp: Bringen Sie als Moderator die Kompetenz aller Teilnehmer zur Geltung, indem Sie zwischen offenem Gespräch und anderen Formen abwechseln. Setzen Sie z. B. vor die Diskussion ein ca. 5-minütiges Brainstorming, bei dem die Teilnehmer sich ihre Ideen notieren. Lassen Sie jede Idee auf einen separaten Zettel schreiben, befestigen Sie diese Zettel im Anschluss daran auf einer Wandtafel, und ordnen Sie sie dabei gleich. Oder geben Sie jedem Teilnehmer 3 Minuten Redezeit, um seine Position vorzubringen.

Beharrlichkeit siegt

Problem: Die Chancen, einen Besserwisser zu überzeugen, stehen schlecht. Denn Besserwisser haben immer noch ein Argument mehr bei der Hand.

simplify-Tipp: Lassen Sie sich im Sinne des subtilen Konfliktmanagement nicht auf eine Diskussion ein, sondern beharren Sie ohne große Begründung auf Ihrer Position. Beispiel: Sie haben vor längerer Zeit mit Ihrer Freundin verabredet, zusammen indisch essen zu gehen, doch am Tag vorher bringt die plötzlich 1.000 „rein sachliche“ Gründe für den Chinesen vor (verkehrsgünstiger gelegen, mehr Auswahl auf der Karte ...). Statt über die Vor- und Nachteile beider Lokale zu debattieren, wiederholen Sie einfach immer wieder den Satz: „Ich würde heute Abend wirklich gerne zum Inder gehen.“ So lange, bis Ihrer Freundin hoffentlich nichts mehr einfällt.

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl


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