Kommunikation

Kleine Rede halten mit großer Wirkung


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So halten Sie eine Mini-Ansprache mit Maxi-Wirkung

Das alljährliche Treffen der Großfamilie zu oder nach Weihnachten, die Silvesterparty im Freundeskreis, eine Geburtstagsfeier oder der Abschiedsumtrunk im Kollegenkreis – wenn niemand eine Rede hält, bleibt es oft ein formloses Zusammensein. Mit den richtigen Worten aber wird daraus ein erinnerungswürdiges Ereignis. Hier ein paar Anregungen, wie Sie als Gastgeber – oder auch als Gast – mit einem Trinkspruch (die Briten sagen dazu „Toast“) eine Feier aufwerten, Gesprächsaufhänger schaffen und eine öde Veranstaltung aus dem Dornröschenschlaf erwecken.

Nicht zu lange warten

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Schalten Sie schnell: Sobald jeder ein Glas hat, legen Sie los. Zwar lässt sich auch zu einem späteren Zeitpunkt ein Toast einschieben – etwa zwischen 2 Gängen bei einem Menü oder wenn gerade einmal alle zusammenstehen. Aber je früher Sie dran sind, umso länger profitiert das Fest von Ihrer Ansprache. Um sich Aufmerksamkeit zu verschaffen, klopfen Sie an Ihr Glas oder fragen laut: „Kann mich jeder hören?“

simplify-Tipp: Überlegen Sie sich schon vor dem Fest ein paar Worte. Denken Sie dabei vor allem daran, vor wem Sie sprechen. Gibt es eine Erfahrung, die all Ihre Zuhörer teilen, oder einen gemeinsamen Wunsch, den Sie stellvertretend für alle aussprechen können? Wenn Sie nicht der Gastgeber sind: Damit Sie dem nicht die Show stehlen, fragen Sie ihn zu Beginn des Festes, ob Sie einen Trinkspruch aussprechen dürfen.

Nur Mut!

Es ist ganz normal, dass Sie etwas nervös sind. Betrachten Sie trotzdem nicht Ihre Schuhspitzen oder das Glas, das Sie in der Hand halten, sondern schauen Sie die Anwesenden an, und lächeln Sie dabei. Denn Ihre Ansprache steht und fällt damit, dass Sie einen Kontakt zu Ihren Zuhörern herstellen.

simplify-Tipp: Bitten Sie den Gastgeber oder, wenn Sie das selbst sind, einen Menschen, den Sie gut kennen, sich neben Sie zu stellen. Das macht Ihnen Mut!

Wie beginnen?

Ihr Anfang braucht nicht originell zu sein: Begrüßen Sie, und nennen Sie den Anlass des Zusammenkommens. Als Gastgeber starten Sie etwa mit „Ich heiße euch herzlich willkommen zu unserem traditionellen Nachweihnachts- Brunch! Schön, dass Ihr da seid.“ Als Gast können Sie beispielsweise sagen: „Ich freue mich, dass wir bei Michael und Susanne Silvester feiern dürfen und sehe an euren Gesichtern, dass es euch genauso geht.“

simplify-Tipp: Wenn Sie nicht allen Gästen bekannt sind, stellen Sie sich mit Namen vor und erklären, was Sie mit dem Gastgeber verbindet: „Ich kenne Claudia schon seit unserer Studienzeit, als wir im Wohnheim unsere Zimmer auf demselben Flur hatten.“

Der Kern Ihrer Mini-Ansprache

Halten Sie keinen Vortrag („Wie ihr wisst, sind die Silvestertraditionen im süddeutschen Raum ...“), sondern erzählen Sie ein Erlebnis, das auf irgendeine Weise mit dem Anlass des Zusammentreffens oder den anwesenden Personen zu tun hat („Als wir vorhin in der Küche standen ...“ – „Nie werde ich das Silvester vergessen, an dem ...“). Beschränken Sie sich auf eines! Je lockerer und humorvoller Sie sprechen, umso besser. Erzählen Sie aus Ihrer Perspektive, trauen Sie sich, „ich“ zu sagen.

simplify-Tipp: Sie dürfen Ihre Zuhörer ruhig zum Lachen bringen, aber vermeiden Sie dabei, jemanden bloß zu stellen. Erzählen Sie lieber etwas, das einen Anwesenden in positivem Licht erscheinen lässt, also etwa die Geschichte, wie Ihre Tante beim letzten Verwandtentreffen den Braten rettete, den Sie – vertieft in ein anregendes Gespräch – zu lange im Ofen gelassen hatten.

Was verboten ist

Wenn Ihnen flau zumute ist, thematisieren Sie das nicht! Mit Bemerkungen wie „Ich bin nicht gut bei so was“ lenken Sie die Aufmerksamkeit auf etwas, was den meisten Zuhörern überhaupt nicht aufgefallen wäre. Lassen Sie ruhig eine Pause, wenn Ihnen die Worte fehlen.

simplify-Tipp: Haben Sie den Faden verloren, so lächeln Sie, atmen tief durch und sehen jemanden an, der Sie ermutigend anschaut. Aber füllen Sie die Lücke nicht mit „Ähs“ oder dem berüchtigten seufzenden „Ja, also“ als Auftakt. Bemühen Sie sich, ein wenig langsamer zu sprechen als sonst, dann fällt eine kleine Denkpause nicht weiter auf.

Was erlaubt ist

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Gefühle! Schämen Sie sich nicht, wenn Ihre Stimme erkennen lässt, dass Sie ergriffen oder gerührt sind. Etwa wenn Sie Ihren Sohn erwähnen, der wegen seines Auslandstudiums zum 1. Mal nicht mehr an Ihrem Familientreffen teilnimmt. Oder wenn Sie beim Anblick der Gesichter deutlich spüren, wie viel Ihnen diese Menschen bedeuten.

simplify-Tipp: Am Ende Ihrer kurzen Rede erheben Sie das Glas. Trinken Sie beispielsweise „auf ein wahrhaft gutes neues Jahr“, „auf das Geburtstagskind, unseren lieben Thomas“, oder darauf, „dass wir in diesem Kreis noch oft so fröhlich zusammenkommen dürfen“. Sie werden es erleben: Nach Ihrem Toast sind alle glücklich, und Sie selbst werden umso unbeschwerter feiern. Cin cin!

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl


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