Kommunikation

Kommunikation: So sorgen Sie für ein Momentum


kommunikation_momentum

Was Sie von den Werbeprofis lernen können

Auch wenn Sie kein Unternehmer sind und kein Marketingexperte – die Grundideen der Werbung lassen sich in vielen anderen Lebensbereichen sinnvoll einsetzen. Hier ein paar Anregungen für Ihre Kommunikation, entnommen aus dem wunderbaren Buch Momentum von Holger Jung und Jean-Remy von Matt.

Jammern Sie nicht über "zu wenig Zeit"

kommunikation_jammern

1,7 Sekunden ist die durchschnittliche Betrachtungsdauer einer Anzeige (auch früher „in der guten alten Zeit" war sie kaum länger). 1,7 Sekunden klingt kurz – aber die Zeitspanne von der Ballannahme durch Oliver Bierhoff bis zum ersten Golden Goal der Fußballgeschichte betrug auch nur 1,7 Sekunden und doch können sich Millionen Menschen noch daran erinnern. Jung und von Matt: In der Werbung geht es nicht darum, die 1,7 Sekunden zu verlängern, sondern darum, die 1,7 Sekunden zu einem nachhaltigen Erlebnis zu machen. Es geht nicht darum, um jeden Preis aufzufallen, sondern im Bewusstsein des Betrachters etwas anzustoßen. Es geht nicht darum, dass die Menschen den Kopf drehen, sondern dass sich in ihren Köpfen etwas dreht.

Das heißt im Alltag: Klagen Sie nicht, dass beispielsweise für Ihre Präsentation bei einem Meeting nur 10 Minuten zur Verfügung stehen, sondern nutzen Sie Ihre Zeit optimal. Am besten so intensiv, dass Sie schon nach 5 Minuten aufhören können.

Bleiben Sie in Erinnerung

kommunikation_erinnerung

Momentum bezeichnet in der Psychologie die kleinste wahrnehmbare Zeiteinheit. Beim Menschen ist das etwa 1/18 Sekunde. Zwei Lichtblitze in diesem Abstand werden noch als zeitlich hintereinander wahrgenommen. Momentum in der Physik ist das Produkt aus Masse und Geschwindigkeit, die "gezielte Wucht". Beide Definitionen zusammen ergeben für die Werbung: Sie hat Momentum, wenn sie Überzeugung und Begeisterung auf einen Augenblick konzentriert. "Wenn sie mit einem Wimpernschlag ein nachhaltiges Erlebnis schafft."

Das heißt im Alltag: Wagen Sie es, auch einmal auf die Pauke zu hauen. Überraschen Sie Ihren Partner mit einem außergewöhnlichen Blumenstrauß (muss nicht teuer sein); machen Sie mit Ihren Kindern einen Überraschungsausflug; peppen Sie Ihren Arbeitsplatz mit einem Kunstobjekt auf.

Verbessern Sie die Merkfähigkeit durch Merkwürdigkeit

kommunikation_merkwuerdig

Wenn ein Pfarrer im Taucheranzug predigt, ist das auffallend, ein Kopfdreher. Aber erst wenn er sein Evangelium in einen überraschenden Zusammenhang mit seinem ungewöhnlichen Aufzug bringt (wenn er beispielsweise über das Jesuswort "Ich will euch zu Menschenfischern machen" spricht), hat das Momentum. Dann bringt er in den Köpfen etwas zum Drehen.

Das heißt im Alltag: Hauen Sie nicht nur auf die Pauke, weil das so schön laut ist, sondern wählen Sie Ihre Pauke mit Bedacht. Der Blumenstrauß enthält eine Blume, die an einen schönen gemeinsamen Urlaub erinnert; der Ausflug führt zu dem Ort, an dem Ihre Kinder zur Welt kamen; das Objekt auf Ihrem Schreibtisch ist ein Bootsmodell mit Ruderern, das sagen soll: "Gemeinsam schaffen wir's!"

Gehen Sie ein Risiko ein

kommunikation_risiko

Jede Kommunikation unterliegt dem Gesetz von Risiko und Rendite. Überdurchschnittliche Ergebnisse gibt es nur, wenn Sie sich etwas trauen. Bei der Werbung haben viele Firmen Angst vor großen Versprechungen, weil sie glauben, dass sie sie nicht halten können. Risikobereite Firmen aber haben den Mut zu überdurchschnittlichen Zusicherungen und lassen sich durch ihre eigene Werbung dazu zwingen, immer besser zu werden.

Das heißt im Alltag: Mut macht interessant. Trauen Sie sich selbst etwas zu, und sagen Sie das öffentlich. Nur dadurch können Sie auch selbst zu Höchstleistungen gelangen. Haben Sie weniger Angst vor dem Scheitern, aber mehr Angst vor Ihrer eigenen Mittelmäßigkeit.

Kämpfen Sie, aber souverän

kommunikation_kaempfen

Keine Frau lässt sich erobern, indem Sie ihren Ex-Partner schlecht machen. Miesmachen macht unsympathisch. Trotzdem sind (nicht nur in der Werbung) Leistungsvergleiche wichtig. Wirkung haben sie jedoch nur, wenn sie die innere Überlegenheit des Angreifers spüren lassen. Legendär ist die Kampagne des Autovermieters Avis, der in den 60er Jahren den Marktführer Hertz mit dem Spruch attackierte: "Wir sind nur Nummer 2. Aber wir geben uns mehr Mühe." Das "We try harder" ist bis heute der Claim (die Zeile unter dem Firmennamen) von Avis geblieben.

Am Ende der Werbeschlacht gab es mehrere Sieger: Hertz konnte durch enorme Anstrengungen seinen Platz 1 ausbauen, Avis wurde tatsächlich Nummer 2 (was es bei Beginn der Kampagne längst nicht war!) und alle amerikanischen Geschäftsreisenden profitierten von einer wachsenden Kundenorientierung der Unternehmen.

Das heißt im Alltag: Suchen Sie sich wie ein Sportler Ziele, lassen Sie sich davon anspornen, besser als die anderen zu sein. Aber bleiben Sie sportlich: keine Fouls, keine Schlammschlachten, keine Arroganz.

Wenn Sie Lust bekommen haben, mehr darüber zu erfahren: Holger Jung und Jean-Remy von Matt, Momentum. Lardon Media, Berlin 2012, gebraucht erhältlich. ISBN 3897690314.

Autor: Tiki Küstenmacher


zum nächsten Artikel
zum vorherigen Artikel

Gratis E-Mail Newsletter

Gratis Download:

Best of simplify Gratis-Download

Jetzt für kostenlosen Newsletter eintragen und Sofort-Download sichern. 100% Gratis!

simplify Motivationsposter

simplify Motivationsposter