Kommunikation

Kommunikation: Wiederaufbau nach der Tragödie


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So trösten Sie sich und andere nach einem schweren Schicksalsschlag

 

Die meisten Menschen haben eine Art Urvertrauen, dass die Welt verstehbar und gerecht ist. Dass jedes Glück seinen Preis und jede Entbehrung ihre Entlohnung hat, meistens zumindest. Wenn ein geliebter Mensch stirbt oder eine andere Katastrophe sie ereilt, stürzt dieses Vertrauen in sich zusammen. Dieser Glaubensverlust wird häufig als schlimmer empfunden als die materiellen und emotionalen Verluste, die durch die Katastrophe verursacht wurden.

Ob es eine Katastrophe ist, die in der Zeitung steht oder eine persönliche Tragödie - Sie können völlig unvorhergesehen in die Situation geraten, einen

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anderen Menschen trösten und stützen zu müssen. Was Sie beachten sollten:

Vertrauen Sie der inneren Kraft

Auch in der größten Niedergeschlagenheit können Menschen an ihre eigene Stärke anknüpfen. Die größte Kraft ruht in ihnen selbst - eine innere Stimme, die sagt: „Ich komme darüber hinweg." Stellen Sie sich als Helfer und Begleiter dieser Stimme niemals in den Weg, etwa durch den Satz: „Vorsicht, Ihre große innere Krise kommt erst."


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Nehmen Sie nicht jede Frage als Frage

Opfer fragen häufig: Warum ich? Hinterbliebene fragen: Warum nicht ich? Solche Fragen sind wichtige Schreie von Schmerz und Verzweiflung. Sie verlangen nicht nach einer Antwort, selbst wenn sie noch so flehentlich gerufen werden. Auch die Frage „Wie kann Gott so etwas zulassen?" ist ein Klageschrei. Die beste Antwort darauf ist mitfühlendes Schweigen oder ein Nicken, das die Frage bestätigt, statt verbaler Kommuniaktion. Lebensberater und Theologen tappen gern in die Falle, mit Erklärungen und  aufzuwarten. Die gibt es hier aber nicht.

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Verlassen Sie das Thema Schuld

Wenn Katastrophenopfer beginnen, sich oder anderen die Schuld an dem Geschehenen zu geben, sind sie in einer ähnlichen Gefahr wie Überlebende eines Autounfalls: Sie haben den Zusammenstoß überstanden, können aber nun durch die Explosion des Benzintanks sterben. Als Helfer sollten Sie das Opfer aus dem Gefahrenbereich Schuld herausschaffen. Gestalten Sie die Kommunikation ermutigend: „Sie sind ein guter Mensch. Was passiert ist, war keine Bestrafung. Nicht für Sie und nicht für irgendjemand sonst."

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Trösten Sie statt zu ermahnen

Je größer die Katastrophe, desto aufgeregter agieren meistens die Helfer. Erforderlich ist genau das Gegenteil: Je schlimmer das Leid, umso mehr Ruhe wird von Ihnen verlangt. Bleiben Sie dem Opfer körperlich nahe. Berühren Sie den Menschen, streichen Sie über seinen Rücken, halten Sie seine Hand. Sprechen Sie mit ruhiger Stimme von der nahen Zukunft, nicht von dem Geschehenen. Sagen Sie: „Bald kommt Hilfe. Bald werden Sie wieder gesund." Solche Sätze können Leben retten, weil sie den Überlebenswillen des Opfers aktivieren.


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Stärken Sie sich

 

Wer andere hält, braucht selbst einen Halt. Sprechen Sie in der Stille ein Gebet, während Sie das Opfer festhalten, oder suchen Sie auf eine andere Weise

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Ihre innere Mitte. Richten Sie sich innerlich auf, während Sie bei einem anderen Menschen sind. Geben Sie ihm von Ihrer Stärke ab, ohne dabei selbst schwach zu werden. Vermitteln Sie (ohne Worte) das Gefühl: „So wie ich dich halte, werde ich selbst gehalten."

Beurteilen Sie nicht Gefühle

Niemals. Schon ein Satz wie „Hören Sie doch auf zu weinen" ist ein Eingriff in die Intimsphäre des anderen. Selbst bei schlimmsten Anfällen von Depression

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oder Verzweiflung hilft nur die körperliche Nähe statt auffordernder Kommunikation. Auch wenn das Opfer Sie wegschiebt oder wegschickt, bleiben Sie in der Nähe. Erlauben Sie jedem Menschen sein persönliches Tempo und Verfahren, mit Schmerz und Trauer umzugehen.

Ermutigen Sie Ihre Kinder

Wenn Kinder Berichte von Katastrophen im Fernsehen sehen, kann das ihren Glauben an eine verlässliche Welt erschüttern. Versichern Sie Ihren Kindern dann, dass solche Unglücke sehr selten sind, und dass gerade deswegen in den Nachrichten darüber berichtet wird.

Viele der hier vorgestellten Gedanken stammen aus: Harold Kushner, Wenn guten Menschen Böses widerfährt. GTB, Gütersloh 2010. 16,99 Euro. ISBN 3579065564.


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