Kommunikation

Konfliktmanagement: Raus aus der Defensive!


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So überwinden Sie die unsichtbare Mauer – bei sich und bei anderen

Ihre Kollegin pariert Ihre kritische Bemerkung mit den Worten: „Warum sagen Sie das ausgerechnet mir?“ Ihr Partner hüllt sich in Schweigen, sobald sich eine Auseinandersetzung anbahnt. Ein Mitarbeiter beantwortet Ihre Frage nach dem Stand des Projekts mit einem Schwall von Nebensächlichkeiten. Was diesen 3 Menschen gemeinsam ist? Sie reagieren defensiv. Hier unsere Tipps zum richtigen Konfliktmanagement mit solchen Abwehrreaktionen:

Aktiv zuhören

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Menschen, die defensiv reagieren, haben eine sachliche Kritik oder flapsige Bemerkung als Angriff auf ihre Person wahrgenommen. Manche zeigen dann deutlich ihre Gefühle und sprechen aus, was sie stört. Verzichten Sie zunächst auf jeglichen Kommentar, und rechtfertigen Sie sich nicht. Besonders wenn sich ein Mensch sehr erregt (also schreit oder weint), ist es wichtig, ihm zu zeigen: Ich interessiere mich wirklich für deine Sichtweise und respektieren deine Gefühle.

simplify-Tipp: Fassen Sie zusammen, was Sie gehört haben. Dadurch verhindern Sie, dass sich der andere in einem uferlosen Lamento verliert.

Beispiel: Ein Kollege ist verärgert, weil Sie in einer Sitzung seinen Vorschlag kritisiert haben. Wiederholen Sie seine Klage mit eigenen Worten, etwa: „Sie meinen, ich habe Ihre Idee falsch verstanden.“ Oder: „Sie fühlten sich vor versammelter Mannschaft bloßgestellt.“ So geben Sie ihm das Gefühl, verstanden zu werden.

Offene Worte statt Spekulation

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Manche Menschen konfrontieren Sie dagegen mit einer indirekten Abwehrreaktion (Schweigen, Ablenken).Wenn Sie nun auch nichts sagen und Ihrerseits defensiv reagieren, kommt es leicht zu wechselseitigen Spekulationen („Der denkt, dass ich denke, dass er denkt …“). Verschaffen Sie sich Klarheit, indem Sie freundlich, aber direkt nachfragen.

simplify-Tipp: Versuchen Sie zu verstehen, warum der andere so reagiert hat, und gehen Sie in Vorleistung, indem Sie es selbst benennen. Auf diese Weise bringen Sie ein Gespräch über Ihre beiderseitigen Motive in Gang.

Beispiel: Sie sorgen sich um Ihren überarbeiteten Partner, doch der blockt das Gespräch ab. Sagen Sie: „Ich habe den Eindruck, du willst nicht mit mir über deine Überlastung sprechen.“ Ihr Partner wird dann möglicherweise antworten: „Ja, ich habe nämlich das Gefühl, du wirfst mir vor, dass ich mir zu viel aufhalsen lasse.“ Nun wäre endlich der Weg frei für Sie: „Nein, ich mache mir Sorgen um deine Gesundheit.“

Wie wichtig das Gespräch über Motive ist, zeigen Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern nach Streiks. Sprechen beide Seiten offen aus, wie sie zu ihren Forderungen kommen, stehen die Chancen für eine Einigung besser. Etwa: „Wir haben unseren Arbeitnehmern eine 6 vor dem Komma versprochen. Ihr haltet eine Lohnerhöhung von über 4 % für nicht tragbar. Wie wäre es mit einer 6, aber erst ab der 2. Jahreshälfte?“

Persönliche Strategien entwickeln

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Viele Menschen haben eine spezifische, reflexartige Abwehrtaktik. Nur wenn Sie Ihre eigene kennen, können Sie an sich arbeiten.

simplify-Tipp: Fragen Sie nach einer unerfreulichen Diskussion einen vertrauenswürdigen Dritten nach seinem Eindruck: „Wie bin ich rübergekommen? Habe ich defensiv gewirkt?“

Neigen Sie zum Wortschwall, bemühen Sie sich, einige Atemzüge lang nicht zu sprechen. Sind Sie ein Schweigetyp Schweigetyp, machen Sie das Gegenteil: Zwingen Sie sich zu einem Feedback. Gehen Sie am liebsten gleich zum Gegenangriff über? Dann atmen Sie 3-mal tief durch. Suchen Sie in dem Gesagten eine Aussage, mit der Sie übereinstimmen. Formulieren Sie diese Übereinstimmung – das gibt der Diskussion einen besseren Start.

simplify-Tipp: Ist Ihr 1. Impuls „Der will mich doch nur bloßstellen“ oder „Die hält mich wohl für blöd“, füttern Sie sich selbst mit positiven Gedanken. Sagen Sie sich: „Auch wenn die Situation schwierig ist: Ich komme da durch.“ Oder: „Es ist sein gutes Recht, eine andere Meinung zu haben.Wenn ich genau zuhöre, kann ich vielleicht noch etwas lernen.“

Warnzeichen beachten

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Wie sehr ein vermeintlicher „Angriff“ Sie selbst berührt, erkennen Sie oft an Ihrem Körper: Schneller Pulsschlag, flacher Atem und Schweißausbrüche sind untrügliche Zeichen.

simplify-Tipp: Sehen Sie solche Symptome als hilfreiche Hinweise auf das, was Sie in der Situation brauchen: vielleicht einen kurzen Gang zur Toilette, um Ihr Gesicht mit kaltem Wasser zu benetzen, ein paar Schritte an der frischen Luft, notfalls auch nur ein paar lange, tiefe Atemzüge.

Autor: Tiki Küstenmacher


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