Kommunikation

Lüge oder Wahrheit? Entschlüsseln Sie die Signale!


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Haben Sie manchmal den Verdacht, dass jemand unehrlich zu Ihnen ist? Mit den folgenden Tipps lernen Sie, eine Lüge leichter zu entdecken. Doch das ist nur ein Schritt auf dem Weg zur Wahrheit. Noch wichtiger: Schaffen Sie in Ihren beruflichen und privaten Beziehungen eine Kultur der gegenseitigen Aufrichtigkeit, denn das beste Mittel gegen Lug und Trug sind vertrauensvolle Beziehungen.

Sprachliche Störungen gleich Lüge?

Häufiges „äh“ oder Stottern, so der US-Experte Stan Walters, sind Zeichen für Stress, nicht unbedingt für eine Täuschung. Verräterischer sind Pausen, in denen Ihr Gegenüber eine Täuschung zumindest erwägt – oder im Stillen prüft, ob seine nächste Lüge mit seinen bisherigen zusammenpasst.

Die Sprache des Gesichts

Häufiges Blinzeln und ein ausweichender Blick werden nach Walters' Erfahrung als Zeichen für Unwahrheit überschätzt. Die Körpersignale eines Lügners sind komplizierter. Hände in den Hüften, Kopf geneigt oder aufgestützt, Gesicht abgewendet: Mit dieser Haltung zeigen Menschen, dass sie anderen nicht glauben – oder auch, dass sie ihrer eigenen Aussage nicht glauben.

Die Sprache der Hände

Achten Sie darauf, wann Ihr Gesprächspartner sich mehr als sonst an Augen, Mund, Nase oder Ohren fasst. Wer Teile des Kopfes für kurze Zeit vollflächig mit der Hand bedeckt, versucht unbewusst, mögliche verräterische Signale seines Körpers „wegzuwischen“. Generell gilt: Wenn Sie beobachten, wann sich das Verhalten Ihres Gegenübers verändert, haben Sie einen guten Anhaltspunkt dafür, an welchen Stellen im Gespräch es kritisch wird!

Die Sprache der Beine

Wenn der Befragte seinen Körper von Ihrem entfernt, ist das kein gutes Zeichen: Er drückt sich in den Sitz, wendet sich von Ihnen ab oder läuft einfach langsam aus dem Zimmer. Vorsicht aber auch bei übertriebener Annäherung: Diese kann der schlecht getarnte Versuch sein, Sie einzuschüchtern oder sich einzuschmeicheln. Hält der andere die Entfernung zu Ihnen (wie das bei den meisten normalen Gesprächen der Fall ist), sagt er wahrscheinlich die Wahrheit.

 

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Verräterische Inhalte

Blocker („Warum sollte ich etwas so Dummes tun?“) streiten nicht direkt ab, sondern wollen die Beschuldigung zum Beweis der Unschuld umdrehen. Brücken („urplötzlich“, „ich weiß nicht mehr, wie“) wollen 2 Teile einer Aussage verbinden und die Lücke überdecken, in der die Wahrheit verschwiegen wird: „Ich habe gearbeitet, und auf einmal war die Datei kaputt.“ (Lücke: „Ich habe mit dem Programm herumgespielt.“) Seien Sie misstrauisch bei einer Verlagerung, wenn Ihr Gegenüber statt von sich von anderen spricht („X und Y machten das auch“). Eine raffinierte Verschleierungsmethode sind an sich wahre Aussagen, die aber am Kern der Sache vorbeigehen: „Ich habe die vertraulichen Informationen niemandem weitergesagt“ (wohl aber per Mail weitergegeben).

Die Wahrheit über alles?

Zu Unrecht einer Lüge bezichtigt zu werden ist äußerst kränkend. Doch auch wenn Sie handfeste Beweise haben, sollten Sie es sich gut überlegen, ob und wie Sie den anderen damit konfrontieren. Denn eine solche Bloßstellung (insbesondere in Gegenwart anderer) belastet eine Beziehung oft genauso stark wie die vorangegangene Lüge. Oft besser: Arbeiten Sie gemeinsam an einer Lösung des zugrunde liegende Problems, statt auf einem Schuldgeständnis zu bestehen.

Stan Walters, Der kleine Lügendetektor. mvg-Verlag, München 2002.

So machen Sie es anderen leichter, ehrlich zu sein

Menschen sagen die Unwahrheit ...

  •     ... um ihr Gesicht zu wahren. „Der Bankautomat war kaputt“ statt „Ich kann erst zahlen, wenn mein nächstes Gehalt da ist“.
  •     ... um andere nicht zu kränken. „Dein Kuchen schmeckt hervorragend“ statt „Dieses Mal hast du den Kuchen zu lang im Ofen gelassen“.
  •     ... um Auseinandersetzungen zu vermeiden. „Wir können Ihnen wegen der Budgetkürzungen keinen Folgeauftrag erteilen“ statt „Wir waren mit Ihrer Leistung unzufrieden“.
  •     ... um Verantwortung auf andere abzuwälzen. „Das muss in der Dru– ckerei passiert sein“ statt „Ich habe die Vorlage nicht mehr kontrolliert“.
  •     ... um ihre Ziele zu erreichen. „Die Kassiererin hat mir keine Quittung gegeben“ statt „Ich habe die Quittung verlegt. Würden Sie die Ware bitte trotzdem umtauschen?“
  •     ... um sich selbst nichts eingestehen zu müssen. „Keine Ahnung, woher meine hohen Zuckerwerte kommen“ statt „Ich esse oft unkontrolliert“.

So helfen Sie anderen, bei der Wahrheit zu bleiben:

  • Ehrlichkeit setzt Vertrauen in den anderen voraus. Dieses Vertrauen können Sie sich erarbeiten. Besonders wichtig: Reagieren Sie gelassen, wenn andere Fehler machen, und seien Sie Ihrerseits offen für Kritik.
  • Bleiben Sie selbst bei der Wahrheit. Statt zu einer „Notlüge“ zu greifen, spielen Sie in Gedanken die Szenarien „Wahrheit“ und „Unwahrheit“ durch. Wie geht es Ihnen jeweils dabei, und wie fühlt sich der/die andere? Was ist auf Dauer besser – für eine gute Beziehung zwischen Ihnen und für die Sache, um die es geht? Sie werden spüren: Was kurzfristig schwierig sein kann, ist auf lange Sicht oft einfacher (weil Sie nicht Gefahr laufen, sich in ein Lügengeflecht zu verstricken). Was zunächst belastet, ist langfristig oft befreiend (weil Sie mit Problemen nicht mehr alleine sind oder Ihre Beziehung auf eine neue Grundlage stellen können).

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