Kommunikation

Networking: Grüßen Sie richtig?


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Es gibt mehr Fettnäpfchen, als Sie ahnen!

Für den 1. Eindruck gibt es keine 2. Chance, heißt es. Deswegen ist es ausgesprochen wichtig, dass Sie sich bei neuen Kontakten richtig einführen. Hier die wichtigsten Tipps von Profi Agnes Jarosch, der Chefredakteurin von „Stil & Etikette“. Auch wenn Ihnen manches zunächst kompliziert vorkommen mag – korrektes Grüßen vereinfacht das Zusammenleben und auch das Networking ungemein!

Soll man Fremde grüßen?

 

 

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Ja. Früher war es unüblich, unbekannte Menschen mit einem Gruß zu bedenken. Aber heute wäre es unhöflich, in so genannten Näherungssituationen nicht zu grüßen.

Grundregel: Werden Sie länger neben einer Person verweilen, sollten Sie zu Beginn freundlich „Guten Tag“ sagen, ohne Händeschütteln. Typische Situationen: Wenn Sie sich im Großraumwagon, Flugzeug, Theater oder Kino neben jemanden setzen, ein Wartezimmer, ein fremdes Büro oder einen Fahrstuhl betreten, auf dem Hotelflur jemandem begegnen, an der Kasse an die Kassiererin herantreten. Beim Hinsetzen in Bus oder U-Bahn ist es nicht nötig, es schadet aber auch nicht.

Wer grüßt zuerst?

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Auch wenn die Etikette insgesamt lockerer geworden ist, ein paar Regeln gibt es doch. Werden sie gebrochen, können Menschen verletzt reagieren und das Networking bleibt erfolglos.

Oberste Regel: Ein Gruß muss erwidert werden. Lassen Sie ihn unbeachtet, ist das ein grober Verstoß gegen die Höflichkeit. Sie gelten möglicherweise als arrogant, was Ihnen anhaltende Antipathie einbringen kann. Wer den anderen zuerst sieht, grüßt zuerst. Sie müssen nicht mehr (wie früher üblich) auf ein Zeichen des anderen warten.

Grundregel 1: Ankommende grüßen Anwesende. Wenn Sie das Wartezimmer betreten, grüßen Sie allgemein alle Wartenden. Eigentlich gilt das auch, wenn Sie in ein Geschäft kommen. Servicepersonal sollte allerdings darauf geschult sein, Kundschaft immer und sofort zu grüßen. Viele Kunden haben sich daran gewöhnt und erwarten es auch.

Grundregel 2: Gastgeber werden zuerst begrüßt. Ein Grundsatz, gegen den häufig verstoßen wird.Wenn Ihnen bei einer Party einer von den Gästen die Tür öffnet, lassen Sie sich zum Gastgeber führen, grüßen Sie und danken Sie für die Einladung.

Grundregel 3 (gilt nur im beruflichen Umfeld): Der Rangniedere grüßt den Ranghöheren. Der Azubi grüßt also die Chefin. Regel 1 hat jedoch Vorrang: Wenn die Chefin den Raum betritt, grüßt sie den Azubi.

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Welchen Gruß?

 Das Wichtigste am Gruß ist die Aufmerksamkeit für den anderen, also Lächeln und Blickkontakt. Geeignete Grußworte sind „Guten Tag“ oder auch regionale Eigenheiten wie „moin moin“ oder „Grüß Gott“. Auch das formlose „Hallo“ ist mittlerweile keine Unhöflichkeit mehr. Als geschmacklos und unhöflich wird allerdings zunehmend das bürodeutsche „Mahlzeit“ empfunden (armseliges Überbleibsel von „Gesegnete Mahlzeit“), solche Floskeln sollten beim Networking vermieden werden.

Hand geben oder nicht?

 „Grüßen“ geschieht mit Worten, „Begrüßen“ schließt Körperkontakt mit ein. Die Begrüßung mit Handschlag ist eine deutsche Eigenart, besonders üblich in den neuen Bundesländern. Oberste Regel: Nehmen Sie eine ausgestreckte Hand immer an (auch wenn sie Ihnen „unkorrekterweise“ entgegengestreckt wird). Ansonsten gilt: Händeschütteln ist angebracht, wenn Sie jemanden offiziell kennen lernen, länger nicht gesehen haben oder Ihre besondere Wertschätzung ausdrücken wollen.

Gastgeber-Regel: Gastgeber haben das Vorrecht, ihre Gäste zuerst zu begrüßen, also den mündlichen Gruß des Gastes mit Handschlag zu erwidern.

Gleichheits-Regel: Wenn Sie innerhalb einer Gruppe einem Bekannten die Hand geben, sollten Sie danach auch alle anderen so begrüßen. Bilden Sie keine 2-Klassen-Gesellschaft! Das ist unhöflich und schadet dem Networking.

Aufstehen oder nicht?

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Früher war es üblich, dass Damen bei der Begrüßung sitzen bleiben dürfen. Empfehlenswert ist das aber nicht. Gehen Sie auch als Frau „auf Augenhöhe“. Die Regeln, wer wem dann die Hand gibt, sind indes lockerer geworden.

Ladies-first-Regel: Damen haben das Recht, als Erste die Hand zu reichen und sollten auch als Erste begrüßt werden. Bei größeren Gruppen dürfen Sie aber alle der Reihe nach begrüßen.

Altersregel: Deutlich ältere Personen dürfen entscheiden, ob sie jüngeren die Hand geben möchten.Wenden Sie diese Regel aber nur an, wenn der Altersunterschied sehr klar ist, sonst tappen Sie vielleicht in ein Fettnäpfchen.

Hierarchie-Regel: Im Berufsleben ist alles anders! Da gibt der Ranghöhere dem Rangniederen die Hand. Die Ladies- first- und die Alters-Regel gelten nur, wenn alle mehr oder weniger auf der gleichen Hierarchie-Stufe sind.

Das Küsschen unter Freunden

Verwenden Sie diese Form nur unter Verwandten, Freunden und guten Bekannten und auch dann nur, wenn der andere mit seiner Körpersprache zu erkennen gibt, dass Sie in seine Distanzzone eindringen dürfen. Was oft falsch gemacht wird: Küssen Sie nicht auf die Wange, sondern an ihr vorbei in die Luft, in der Regel 2-mal.


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