Kommunikation

Selbstdisziplin in der Kommunikation: Keine Notlügen mehr!


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Weshalb wir lügen und weshalb wir mit der Wahrheit besser leben

Frau A. ist gestresst. „Sag Tante Anna, dass ich beim Einkaufen bin“, instruiert sie flüsternd ihre Tochter, die den Anruf der Tante entgegengenommen hat. Herr B. ist bei den Nachbarn zum Essen eingeladen. Obwohl er weiß, dass ihm die Ente mit Blaukraut schwer im Magen liegen wird, preist er das Essen als sein Lieblingsgericht. Der Sohn von Frau C. hat Schulprobleme. Trotzdem erzählt sie, er komme im Herbst aufs Gymnasium.

Ehrlichkeitsblockade Furcht

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Frau A. fürchtet, dass sie ihre Arbeit nicht schaffen wird. Herr G. fürchtet, seine Gastgeberin zu kränken. Lügen haben immer zu tun mit Furcht – vor negativen Konsequenzen für sich selbst, für den anderen oder für die Beziehung.

simplify-Übung: Betrachten Sie Ihre Gespräche unter dem Gesichtspunkt Ehrlichkeit. Welche Befürchtungen hindern Sie, offen zu sein? Achten Sie auch darauf, was Sie nicht sagen.

simplify-Plädoyer für die Wahrheit

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„Du sollst nicht lügen!“ Mit diesem Gebot des Mose zur Selbstdisziplin der Kommunikation sind die meisten groß geworden. Dahinter steckt die alte Menschheitserfahrung: Unwahrheit kann Beziehungen belasten oder zerstören. Allerdings kann auch Wahrheit zu Konflikten führen, jedoch mit letztlich positiver Kraft:

Wahrheit fördert Wahrheit. Frau A. zeigt ihrer Tochter durch die mangelnde Selbstdisziplin in der Kommunikation, dass Notlügen akzeptabel sind. Besser: Sie ergreift den Telefonhörer und verspricht, am nächsten Tag zurückzurufen. Wahrheit ermöglicht Veränderung. Herr B. bekommt beim nächsten Mal womöglich wieder sein „Lieblingsessen“ vorgesetzt. Besser: Er lobt das Essen, bittet aber mit Hinweis auf seinen empfindlichen Magen um eine kleine Portion.

Wahrheit entspannt. Frau C. ist permanent in Sorge, dass die anderen die Wahrheit erfahren. Besser: Frau C steht offen zu ihrem Kummer und bekommt von anderen vielleicht sogar Tipps für gute Nachhilfe usw.

Wahrheit vertieft Beziehungen. Durch ihre Zurückhaltung erscheint Frau C. möglicherweise kontaktscheu. Besser: Sie steht zu ihren Problemen und erfährt von anderen Verständnis und Nähe durch aufmunternde Kommunikation.

Wichtig: Ehrlichkeit heißt nicht, dass Sie indiskrete Fragen beantworten müssen. Wie Sie sich hierbei geschickt aus der Affäre ziehen, lesen Sie im Artikel „Konfliktmanagement bei unangenehmen Fragen“. 

Wege aus der Wertschätzungs-Notlüge

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Viele Notlügen wollen eine Kränkung vermeiden. Zeigen Sie Ihre Wertschätzung stattdessen auf andere Weise. Beispiel: Ihre Partnerin kommt frustriert aus dem Büro, weil sie keine Prämie erhalten hat. Geben Sie jetzt keine – womöglich überzogene – Einschätzung ihrer Leistung ab („Du bist doch 100-mal tüchtiger als deine Kollegen“), sondern reagieren Sie empathisch: „Das tut mir leid. Ich kann mir vorstellen, wie enttäuscht du bist.“

Seien Sie ehrlich zu sich selbst

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Ehrlichkeit fällt am schwersten, wenn es nicht um Sachen, sondern um Sie selbst geht. Nur wenn Sie sich selbst akzeptieren, können Sie sich öffnen und anderen Ihr wahres Ich zeigen.

simplify-Übung: Notieren Sie 3 Eigenschaften, die Sie an sich selbst nicht mögen (z. B. „Ich bin schüchtern“) und schreiben Sie dazu, was das Gute an diesen Eigenschaften ist („Weil ich ungern von mir selbst rede, bin ich ein guter Zuhörer“). Jede Schwachstelle birgt eine Gabe! Halten Sie es genauso mit Ihrer Biografie: „Meine Herkunftsfamilie war nicht stabil. – Dadurch bin ich früh selbstständig geworden.“

So schaffen Sie wahre Nähe

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Riskieren Sie Ehrlichkeit, um Ihre persönlichen Beziehungen zu vertiefen. Nur in ehrlichen Beziehungen erfüllt sich Ihre Sehnsucht, geliebt zu werden, so wie Sie sind.

simplify-Übung: Schreiben Sie die Namen von 3 Menschen auf, denen Sie nahe stehen, aber gerne noch näher wären. Notieren Sie hinter jedem Namen mindestens 1 Thema, vor dem Sie bisher zurückgescheut sind (z. B. Mundgeruch, ungleiches Einkommen). Sprechen Sie das Thema an, wenn Sie beide entspannt zusammen sind. Betonen Sie gleich zu Beginn, dass Sie darüber sprechen wollen, weil Sie mehr Offenheit wollen – und dass das keine Krise in Ihrem Verhältnis ist. Fragen Sie Ihr Gegenüber, ob auch er/sie bislang Unausgesprochenes loswerden möchte.


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