Kommunikation

Verbale Kommunikation: Fettnäpfchen vermeiden


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Wie Sie im Gespräch Fettnäpfchen vermeiden

Eine ungeschickte Bemerkung. Eine indiskrete Frage. Ein missverständliches Kompliment. Wer merkt, dass er einen Fauxpas begangen hat, möchte seine Worte am liebsten wieder einsaugen. Aber das geht nicht, und wer es versucht, macht die Sache meist noch schlimmer. Am besten also, Sie achten auf Ihre verbale Kommunikation und lassen es gar nicht so weit kommen:

„Sie sehen aber schlecht aus“

Das Problem: Der/die andere denkt: „Wenn mir das schon ins Gesicht gesagt wird, muss meine Ausstrahlung wirklich mies sein.“

simplify-Alternative: Fragen Sie neutral, wie es dem anderen geht. Oft sprechen Sie das Aussehen an und meinen eigentlich das seelische Befinden. Kennen Sie die/den anderen näher, dürfen Sie auch fragen: „Ist alles in Ordnung bei dir?“

„Das mag ein dummer Vorschlag sein, aber …“

Häufig zu hören bei Besprechungen mit anderen, die Ihnen überlegen vorkommen. Das Problem: Sie unterminieren damit von vornherein Ihren Beitrag.

simplify-Alternative: Kommen Sie ohne Einleitung direkt auf Ihre Idee zu sprechen. Gibt es harte Kritik („absurd!“), erklären Sie sachlich den Hintergrund Ihres Vorschlags, z. B.: „In meiner vorherigen Firma hatten wir gerade angefangen, dieses Verfahren einzuführen.“

„Ich weiß, wie du dich jetzt fühlst“

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z. B. nach einer Kündigung, einer Trennung oder einem Todesfall. Das Problem: Sie wissen es nicht! Auch wenn Sie schon in einer ähnlichen Situation waren – jeder erlebt eine solche Situation anders. Vor allem aber hilft Ihr Wissen dem anderen null!

simplify-Alternative: Lassen Sie den anderen reden. Im Laufe des Gesprächs können Sie eine Bemerkung fallen lassen wie „Meine Mutter ist auch an Krebs gestorben“. Ist Ihr Gegenüber an Ihren Erfahrungen interessiert, wird es nachfragen.

„Ich habe jetzt keine Zeit für Sie“

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Ein Standardsatz für verbale Kommunikation am Telefon. Das Problem: In Kombination mit einem gestressten Tonfall kommt die Botschaft so an: Sie sind mir lästig, etwas anderes ist wichtiger.

simplify-Alternative: „Ich bin gerade unter Druck. Können wir in 1 Stunde miteinander sprechen?“ Nehmen Sie den Telefonhörer nur dann auf, wenn Sie zumindest für ein kurzes Gespräch die nötige Gelassenheit haben. Ansonsten lassen Sie es läuten oder den Anrufbeantworter drangehen.

„Er war ohnehin unter deinem Niveau“

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Ein gut gemeinter Satz zu einer Bekannten, die von ihrem Partner verlassen wurde. Das Problem: Was als Trost gemeint ist, wertet nicht nur den Ex-Partner der Bekannten ab, sondern auch sie selbst: Wer hört schon gerne, dass er mit seiner Partnerwahl völlig danebenlag?

simplify-Alternative: Werten Sie auf statt ab. Machen Sie Ihrer Bekannten z. B. ein Kompliment, wie gut sie mit dem Schmerz zurechtkommt.

„Sind Sie schwanger?“

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Oder, noch schlimmer: „Wann ist es denn so weit?“ (als Sichtdiagnose beim Anblick eines Bäuchleins). Das Problem: Möglicherweise haben Sie nur ein wenig Bauchspeck oder ein unvorteilhaftes Kleidungsstück falsch gedeutet. Im besten Fall ärgert sich die angesprochene Frau („So dick bin ich doch nicht!“). Im schlimmsten Fall haben Sie einen wunden Punkt berührt: den unerfüllten Kinderwunsch.

simplify-Alternative: Die meisten Schwangeren reden ausgesprochen gerne über das Thema. Warten Sie ab, bis Sie offiziell informiert werden.

„Wollt ihr noch ein Kind?“

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Oder, ähnlich schlimm: „Möchten Sie keine neue Partnerschaft?“ Das Problem: Wie vieles im Leben hat man diese Dinge nicht immer in der Hand. Die meisten Menschen möchten nicht zugeben müssen, dass es bei ihnen „nicht klappt“.

simplify-Alternative: Sprechen Sie solche Themen – wenn überhaupt – nur indirekt an.

„Wie viel verdienst du eigentlich?“

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Das Problem: Die meisten Menschen reden nicht gerne über ihr Einkommen – auch aus Angst vor der Reaktion des anderen (von „Was, so wenig?“ bis „Bei dem Gehalt müsstest du dir eigentlich mehr leisten können“).

simplify-Alternative: Fragen Sie nie aus Neugier, sondern nur mit einem triftigen Grund: „Bei mir stehen wieder Gehaltsverhandlungen an.“ Oder: „Mein Bruder denkt daran, sich wie du selbstständig zu machen.“ Fragen Sie nicht konkret nach dem Einkommen Ihres Gegenübers, sondern nach dem Rahmen (von – bis), der in der Branche/Firma/Position üblich ist.

„Wow, du hast aber stark abgenommen!“

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Auch Komplimente können furchtbar peinlich werden – etwa bei einer Freundin, die Sie lange nicht gesehen haben. Das Problem: Die Freundin könnte daraus schließen, sie hätte vorher sehr unattraktiv ausgesehen.

simplify-Alternative: „Du siehst wirklich fantastisch aus.“ Wenn Sie wissen möchten, wie Ihre Freundin es geschafft hat, so viel abzunehmen, fragen Sie anschließend: „Was ist dein Geheimnis?“

„Für dein Alter siehst du großartig aus!“

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Das sagt man gern zu einer alten Tante. Das Problem: Dieses Kompliment enthält die unterschwellige Abwertung, dass der Gelobte nur im Vergleich zu anderen alten Leuten gut aussieht.

simplify-Alternative: Lassen Sie den Bezug zum Alter weg: „Du siehst großartig aus.“

„Solche Hosen könnte ich nie tragen!“

Das Problem: Sie wollen etwas Nettes über den anderen sagen, sprechen aber über sich. Ist das ein Kompliment für die Figur der anderen Person oder eine Anspielung auf die Extravaganz des Kleidungsstücks?

simplify-Alternative: Bleiben Sie thematisch beim anderen und dessen gutem Aussehen, ganz ohne Vergleiche: „Diese Sachen bringen deine tolle Figur wunderbar zur Geltung.“

Autor: Tiki Küstenmacher


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