Kommunikation

Verbale Kommunikation mit verschiedenen Kommunikationsstilen


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So kommen Sie mit anderen Kommunikationstypen zurecht

Missverständnisse zwischen Partnern. Ergebnislose Besprechungen im Büro. Party-Unterhaltungen, die sich mühsam dahinschleppen. Meist liegt es nicht an mangelndem guten Willen der Beteiligten, sondern an Persönlichkeitsunterschieden, die sich in 4 verschiedenen Kommunikationsstilen niederschlagen. Das Gute daran: Wenn Sie Ihren Kommunikationstyp und den Ihres Gegenübers kennen, können Sie Brücken für Ihre verbale Kommunikation und eine gelungene Verständigung schlagen.

Die 4 Typen

2 Faktoren bestimmen, zu welchem Kommunikationstyp Sie gehören: ob Sie schnell oder langsam bzw. knapp oder detailreich kommunizieren und ob für Sie der Austausch von Informationen (Sachorientierung) oder die Beziehung zum Gegenüber (Personenorientierung) im Vordergrund steht. Beobachten Sie sich und andere im Gespräch, um festzustellen, wer zu welchem Typ gehört.

1. Kreativer Typ

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Wenn Sie zu diesem Typ gehören, sprudeln Sie über vor Ideen und stehen dabei gerne im Zentrum der Aufmerksamkeit. Ihre Stärken: Sie strahlen Offenheit aus und können andere Menschen mit Ihren Visionen inspirieren. Entwicklungsmöglichkeiten: Nehmen Sie sich Zeit, Ihre Gedanken zu ordnen, bevor Sie sie aussprechen, und schenken Sie den Details mehr Aufmerksamkeit. Wecken Sie keine Erwartungen, die Sie nicht erfüllen können.

Ihre besondere Herausforderung sind Menschen vom Typ Denker. Ein häufiges Missverständnis: Was für Sie lediglich eine vage Vorstellung ist, hält der Denker für eine exakte Angabe. Beispiel: „Ich bin um 18 Uhr daheim“ heißt für Sie „am frühen Abend“, für den Denker jedoch „Punkt 18 Uhr“. Machen Sie den Schätzungscharakter von Aussagen deutlich („Ich weiß nicht genau, wie lange ich brauche – es wird etwa 18 Uhr werden“). Denker werden Ihre assoziative Gedankenführung besser verstehen, wenn Sie es ausdrücklich dazusagen, dass Sie eben vom Hauptthema abweichen („Das gehört jetzt nicht direkt zum Thema, aber …“).

2. Erfolgstyp

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Sie kommen schnell auf den Punkt und sind ausgesprochen sachorientiert. Ihre Stärken: Sie bringen Informationen, Ansichten und Anliegen klar rüber. Andere wissen bei Ihnen genau, woran sie sind. Entwicklungsmöglichkeiten: Behalten Sie nicht nur Ihre eigenen Gesprächsziele, sondern auch Ihren Gesprächspartner und seine Bedürfnisse im Blick. So sind vielen Menschen Einzelheiten wichtig, die in Ihren Augen nicht von Belang sind. Sehen Sie konstruktive Einwände als Hilfe zum Erfolg statt als Hemmnis.

Messen Sie persönliche Gespräche nicht am Effizienzmaßstab von Besprechungen: Auch was nicht auf ein Ergebnis ausgerichtet ist, kann für Sie und Ihr Gegenüber wertvoll sein.

Ihre besondere Herausforderung sind Menschen vom Typ Liebenswürdig, die sich von Ihrer knappen Redeweise leicht irritiert fühlen. Ringen Sie sich zumindest zu kurzen persönlichen Bemerkungen durch. Beispiel: „Schade, dass Sie bei unserem Meeting nicht dabei sein konnten. Soll ich Sie über die wichtigsten Ergebnisse informieren?“

3. Typ Denker

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Menschen vom Typ Denker sprechen langsam und überlegt. Sie konzentrieren sich darauf, Sachinformationen möglichst genau rüberzubringen. Ihre Stärken: Sie reden nur, wenn Sie tatsächlich etwas zu sagen haben. Was Sie sagen, stimmt und ist gut verständlich. Entwicklungsmöglichkeiten: Ihre Genauigkeit wirkt auf andere oft umständlich. Reden Sie nicht nur über die einzelnen Bäume (= Details), sondern auch über den Wald (= das große Ganze, das Ergebnis).

Sprechen Sie außerdem öfter Gefühle an – sowohl Ihre eigenen („Ich habe mich sehr gefreut …“) als auch die Ihres Gesprächspartners („Vielleicht ärgern Sie sich über den knappen Zeitrahmen“).

Ihre besondere Herausforderung ist der kreative Typ. Erwarten Sie von ihm nicht Ihre Liebe zur Präzision. Wenn Sie selbst über Einzelheiten sprechen möchten oder von einem Visionär genaue Angaben erwarten, dann sagen Sie, weshalb dieses Detail für das große Ganze wichtig ist: „Wie viele Umzugskartons braucht ihr genau? Ab 100 Stück kann ich nämlich einen Rabatt raushandeln.“

4. Typ Liebenswürdig

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Menschen vom Typ Liebenswürdig nehmen sich Zeit für Gespräche – und für ihr Gegenüber. Ihre erste Priorität ist ein harmonischer Gesprächsverlauf. Ihre Stärken: Sie sind ein guter Zuhörer, der viel Verständnis für andere zeigt und oft zustimmende Gefühle äußert. Entwicklungsmöglichkeiten: Behalten Sie bei Besprechungen das sachliche Ziel stärker im Blick. Dazu gehört neben einem Blick auf die Uhr auch, dass Sie Ihre Ablehnung genauso klar ausdrücken („Damit bin ich nicht einverstanden“) wie Ihre Zustimmung.

Ihre besondere Herausforderung sind Erfolgstypen. Für die ist Zeit immer ein knappes Gut, und sie werden leicht ungeduldig, speziell, wenn Sachliches mit Persönlichem vermischt wird. Beispiele: Sie würden mit Ihrem Mann gern bei einem Glas Wein auf dem Sofa Ihre Terminkalender abgleichen, der aber findet das unmöglich. Sie beginnen auch berufliche Telefonate gern mit ein paar persönlichen Worten („Wie geht’s denn so?“), doch die Erfolgstyp-Kollegin ist davon genervt.

Trennen Sie die beiden Ebenen, und beginnen Sie auf der Sachebene. Danach wird der Erfolgstyp eher bereit sein, noch auf die persönliche Ebene zu wechseln.

Nutzen Sie Verschiedenheiten

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Sie müssen eine Rede, einen Vortrag oder einen schwierigen Brief ausarbeiten? Geben Sie Ihren Entwurf jemandem zur Durchsicht, der einen anderen Kommunikationsstil hat als Sie und der Ihre Zielgruppe bzw. Ihren Adressaten kennt. Hilfreiche Anregungen sind garantiert!

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl


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