Taschengeld

Taschengeld: So vereinfachen Sie das Taschengeld


So bringen Sie Ihren Kindern den richtigen Umgang mit Geld bei

Taschengeld ist DAS Streitthema Nummer 1 in den Familien. Denn es ist wie bei uns Erwachsenen: Die Kasse ist in jedem Alter zu schnell leer und dann gibt es Krach um Nachschläge oder Extrazahlungen. Wir haben aus den Redaktionssprechstunden Ihre häufigsten Fragen zum Thema zusammengefasst und geben Ihnen Tipps, wie Sie in der Streitsituation darauf reagieren sollten.

Taschengeld: Ja oder nein?

Manche Eltern möchten ihren Kindern kein Taschengeld geben. Vor allem bei Kindern unter 6 droht dann schon Streit um die Frage, ob überhaupt Taschengeld gezahlt werden soll. Erfahrungen zeigen aber, dass Kinder ab dem 4. Lebensjahr durchaus in der Lage sind, mit Geld umzugehen. Als Eltern sollten Sie außerdem versuchen, sich in Kinder hineinzuversetzen. Die Verlockungen im Alltag sind groß – denken Sie an die Süßigkeiten oder Spielsachen im Supermarkt. Wie deprimierend ist es da, immer Mama und Papa fragen zu müssen, die fast immer nein sagen. Auch Sie sagen in solchen Situationen (auch für Erwachsene gibt es „Quengelware“) sicher einmal ja, aber Ihr Kind hat diese Option gar nicht. Geben Sie ihren Kindern die Entscheidungsfreiheit.

„Alle bekommen Geld für gute Noten“

Das Taschengeld soll eine feste Größe sein, mit der Kinder den Umgang mit Geld erlernen. Geld soll aber nicht belohnen, bestrafen oder Druck aufbauen. Aber genau das tut es, wenn schlechte Leistungen zu finanziellen Einbußen führen. Schlagen Sie Ihrem Kind einen anderen Weg vor, Leistungen zu honorieren. So kann sich Ihr Nachwuchs beim Autowaschen, Laubharken oder mit dem Erledigen von Besorgungen zusätzlich Geld (ganz ohne Druck) verdienen.

„Alle bekommen das Handy bezahlt“ 

Tatsächlich zahlen einige Eltern die Handygebühren ihrer Kinder. Der Grund dafür ist oft aber die Notruffunktion des Handys: Die Kinder sollen erreichbar sein bzw. selbst Hilfe holen können, wenn sie in Schwierigkeiten sind. Erklären Sie Ihrem Kind diesen Zusammenhang und einigen Sie sich auf einen Kompromiss. Sie übernehmen die Grundgebühr ganz oder zum Teil und stellen so die Notruffunktion sicher. Alle anderen Kosten für SMS, Klingeltöne und Ähnliches muss Ihr Nachwuchs dann aber selbst zahlen.

„Alle kriegen mehr als ich“

Stimmt das wirklich? Kinder prahlen untereinander natürlich gern mit ihrem (angeblich) höheren Taschengeld. Sprechen Sie doch andere Eltern einmal an und verschaffen Sie sich einen Überblick. Wenn in der Summe wirklich mehr gezahlt wird, kann es natürlich auch daran liegen, dass die Freunde mehr Ausgaben selbst bestreiten müssen. Und wenn Schulsachen oder Kleidung vom Taschengeld gekauft werden müssen, erklärt sich eine Differenz von 30 bis 70 € im Monat schnell. Machen Sie Ihrem Kind das klar und schlagen Sie einen Handel vor: mehr Eigenverantwortung bei den notwendigen Ausgaben gegen ein höheres Taschengeld. 

„Alle bekommen Geld von Oma“

Taschengeld gebende Omas (oder Opas oder Tanten oder andere Verwandte und Freunde) lassen sich nicht beliebig herzaubern. In der einen Familie sind die Großeltern wohlhabend, in der anderen nun einmal nicht. So lapidar das klingt, so wahr ist es. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass diese Zuschüsse von äußeren Faktoren abhängen, auf die Sie keinen Einfluss haben, und schieben Sie diesem Neid einen Riegel vor. Das beste (und verständlichste) Argument in diesem Zusammenhang: Ihr Kind würde ja auch kein neues Familienauto fordern, nur weil die Eltern vom Nachbarsjungen einen größeren Wagen fahren als Sie selbst!

Taschengeld = Erziehungsgeld

Nutzen Sie das Taschengeld auch, damit Ihr Kind erste Erfahrungen mit Banken sammeln kann. Überweisen Sie das Taschengeld auf ein Jugend-Girokonto, damit das Kind lernt, wie Bankgeschäfte erledigt werden.

simplify-Taschengeld: Unsere 7 goldenen Regeln

1. Zahlen Sie so, wie auch Sie Ihr Gehalt oder Ihren Lohn erwarten: pünktlich und regelmäßig. Das Taschengeld muss eine verlässliche Größe sein, damit das Kind auch mit dem Taschengeld den Umgang mit Geld lernt.

2. Das Taschengeld gehört Ihrem Kind. Reden Sie nicht beim Ausgeben hinein und zwingen Sie nicht zum Sparen. Ihr Kind muss lernen, seine eigenen Geld-Ziele zu definieren und dazu gehören auch Verhaltensweisen, die in Ihren Augen falsch sein mögen.

3. Ihre Kommentare sind tabu. Verkneifen Sie sich Anmerkungen zum Ausgabeverhalten Ihres Kindes. Kritik wie „Musste das sein?“ hilft Ihrem Kind nicht. Sie möchten sich ja nach einer Shopping-Tour oder nach Anschaffungen auch nicht kritisieren lassen.

4. Klare Regeln helfen. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, was alles vom Taschengeld bezahlt werden muss und für welche Kosten Sie zusätzlich aufkommen. Das verhindert von Anfang an Diskussionen, wer was zahlt.

5. Extrazuschüsse sollten vermieden werden. Sie bekommen ja auch nicht alle paar Monate einen Extra-Bonus geschenkt. Das sollte auch mit Omas, Opas, Tanten etc. geklärt werden.

6. Taschengeld ist kein Erziehungsmittel. Setzen Sie es deshalb niemals zur Bestrafung oder Belohnung ein. Was würden Sie sagen, wenn Ihr Chef Ihnen etwas vom Gehalt abzieht, weil Sie unfair zu Ihrem Partner waren?

7. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Alle Vorgaben zur Höhe des Taschengelds sind Richtwerte. Ob Sie mehr oder weniger zahlen, hängt immer von Ihren finanziellen Möglichkeiten ab, aber auch von der Reife und Einsichtsfähigkeit des Kindes und natürlich auch davon, was das Kind von seinem Taschengeld bezahlen muss.


Gratis E-Mail Newsletter

Gratis Download:

Best of simplify Gratis-Download

Jetzt für kostenlosen Newsletter eintragen und Sofort-Download sichern. 100% Gratis!