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Finanztipps: Verschwendung hilft allen!


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Warum unsere Wirtschaft Überfluss braucht

Aus Geiz und Sparsamkeit, aus Controlling und Kostenreduzierung kann niemals wirkliches Wirtschaftswachstum entstehen. Das ist die Grundthese des Wirtschaftsjournalisten Wolf Lotter. Was von dem, was wir haben, ist wirklich nötig? Essen, Trinken, Schlafen, Wärme. Alles andere ist nicht wirklich notwendig, macht unser Leben aber reich, bunt und lebenswert. Der eigentliche Motor der Wirtschaft ist nicht Einschränkung, sondern Verschwendung. Unser Denken, so Lotter, ist in der Sackgasse. Alle sollen sparen. Wie soll sich dann etwas ändern?

Verschwenderische Natur

Lotter unterscheidet zwischen Verschwendung (die gut ist und ein System voranbringen kann) und Vergeudung (die Ressourcen nutzlos vernichtet). Verschwendung im guten Sinn setzt viel ein und wagt ein Risiko, um möglicherweise einen großen Gewinn zu erzielen. So macht es die Natur. Der Reichtum des Lebens, das materielle, geistige und spirituelle Wachstum, beruht auf Vielfalt. Je mehr Auswahl, desto besser für das System.Wenn ein Kind gezeugt wird,machen sich Millionen Samenzellen auf, um eines von vielen Tausend Eiern zu befruchten, die im Körper der Frau seit ihrer Geburt dort gelagert sind.Verschwenderisch!

simplify your life will ein Gegenmodell sein zur linearen Wachstumsmonotonie. Wenn wir reduzieren sagen, dann meinen wir damit: Besiegen Sie die Strukturen, die Sie zur Vergeudung von Lebenszeit, Liebesenergie und materiellen Ressourcen zwingen. Schaffen Sie Raum in Ihrem Leben für Verschwendung von Zeit, Liebe, Stille, Zuhören, Genießen, überhaupt von purer Lebensfreude. Das möchten wir auch in unseren Finanztipps ausdrücken.

Eine Zukunft jenseits des Alten

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Die alte Welt der Industrie und der rein materialistischen Strukturen ist seit mindestens 30 Jahren passé. Die Modelle mit Zukunft heißen: Wissensgesellschaft, Lernen, Erfindergeist, Dienstleistung, soziale Kompetenz, Nachhaltigkeit, gesundes Genießen – und all das in kleinen, sich selbst regelnden Einheiten. Aber nach wie vor halten Staat und Institutionen, Parteien und die meisten Bürger daran fest, dass einheitliche Systeme der Vielfalt überlegen seien. Fast in allen Parteien herrscht die Grundüberzeugung: Es muss nur das materielle Wachstum weitergehen. Mit genug Geld und Bruttosozialprodukt werden sich alle Probleme lösen lassen. Mit Spar- und Reformprogrammen, so Lotter, wurden Milliarden vergeudet. Kraft wurde damit vertan, alles so zu erhalten, wie es ist: „Besser, man hätte sie verschwendet, denn die Verschwendung ist die Kraft hinter dem Kapitalismus, dem Wirtschaftssystem, das als Einziges in der Lage ist, sich immer wieder neu zu erfinden, Neues zu schaffen und das Alte hinter sich zu lassen.“

simplify-Tipp: Trauern Sie alten Verlusten nach (z. B. Geld, das Sie durch den Niedergang der Börse verloren haben)? Stellen Sie sich vor, wie dieses Geld in andere Hände gekommen ist, von dort in den großen Wirtschaftskreislauf floss und eines Tages wieder auf überraschenden Wegen zu Ihnen zurückgelangen kann. Klar: Sie können das nicht erzwingen. Aber Sie können es wirksam verhindern, indem Sie (wie zurzeit sehr viele Menschen) gebetsmühlenartig das Mantra der psychologischen Deflation sagen: „Ich werde arm bleiben. Es wird immer schlechter werden.“

Sozialen Reichtum schaffen

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Vor Beginn des industriellen Zeitalters galten Geizhälse als Außenseiter, sogar als Sünder. Der Wirtschaftskreislauf wurde maßgeblich angetrieben durch eine Vielzahl von Festen. Nordamerikanische Indianerstämme feierten das Geschenkfest „Potlach“, bei dem demonstrativ Reichtum verschenkt wurde, um soziale Beziehungen zu festigen. Im Judentum gab es das „Jobeljahr“, in dem alle Schulden erlassen werden mussten. Eine Vielzahl von Riten und Bräuchen sorgte so dafür, dass die Prioritäten klar blieben: Menschen zählen mehr als die Materie. In der Industrie-Ära kehrte sich das bisweilen um. Aber diese Ära ist zu Ende.

simplify-Tipp: Fühlen Sie sich reich, indem Sie andere an dem teilhaben lassen, was Sie haben (und das ist vollkommen einkommensunabhängig!). „Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon“, sagte Jesus einmal. Falls Sie nicht genug Geld haben, um Ihre Freunde in ein Feinschmeckerlokal einzuladen, dann gibt es eben bei Ihnen zu Hause eine deftige Brotzeit. Können Sie Ihren Gästen das nicht zumuten, haben Sie die falschen Freunde!

Investiv denken

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Liebe wird immer nötig sein, auch in der gerechtesten Gesellschaft. Wer die Liebe abschaffen will, ist dabei, den Menschen abzuschaffen.“ So schreibt Papst Benedikt XVI. in seiner Enzyklika „Gott ist Liebe“. Wenn der Wohlfahrtsstaat versucht, durch gesetzliche Umverteilung die Nächstenliebe überflüssig zu machen, entsteht keineswegs die gern beschworene „soziale Wärme“, sondern ein misstrauischer Kontrollstaat. Der hilft nicht wirklich, sondern alimentiert. Vor allem in Deutschland erhalten Hilfebedürftige über einen ziemlich langen Zeitraum kleine monatliche Zahlungen. Das ist das Beschwerliche an der eigentlich guten Idee von „Hartz IV“. In anderen Ländern fällt solche Unterstützung kräftiger aus, endet aber schneller. Das motiviert mehr, sich etwas selbst aufzubauen.

simplify-Tipp: Wenn Sie einen Menschen in einer materiellen Notlage unterstützen wollen, dann lieber mit einer kräftigen Einmalzahlung und sinnvollen Ideen, wie er sich dauerhaft aus seiner Not befreien kann. Schenken Sie Geld und Vertrauen.

Zum Weiterstaunen und Weiterlesen: Wolf Lotter,Verschwendung. Hanser Verlag, München 2006. ISBN 3-446-40035-4. 19,90 €.

 


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