Weitere Finanztipps

Kommt das Bargeld aus der Mode?


Nach wie vor ist Bargeld die beliebteste Zahlungsvariante. Gerade bei kleinen Erledigungen oder beim Einkauf auf dem Markt geht es (noch) nicht ohne. Doch die Tendenz steigt: Weltweit wechseln immer mehr Menschen vom Bargeld zum bargeldlosen Zahlungsverkehr.

Bargeldlos zahlen – wie praktisch

Sie liegen klar auf der Hand: Münzen und Scheine müssen nicht in der Tasche mitgenommen werden. Das Portemonnaie platzt nicht aus allen Nähten, sondern bleibt schön schlank. Es reicht, die handliche Scheck- oder Kreditkarte zu zücken, schon ist die Rechnung beglichen. Hat man den Einkauf im Supermarkt gezahlt, kann man ohne Zwischenstopp am Geldautomaten gleich weiter zur Tankstelle fahren. Das spart Zeit und Wege. Das immaterielle Geld ist jederzeit verfügbar, ein Zugriff ist weltweit innerhalb weniger Sekunden möglich.

Im Vergleich zum Bargeld sind Zahlungen per Karte auch relativ sicher. Ein Dieb kann mit einer gestohlenen Girokarte ohne die passende PIN nichts anfangen, mit gestohlenem Bargeld hingegen schon. Spätestens, wenn die Karte durch ihren Besitzer zeitnah gesperrt wird, ist sie wertlos.

Die Nachteile des „unsichtbaren Geldes“

Selbst wer mit Geld umgehen kann, gibt mit einer Karte schnell mehr aus, als er sich eigentlich erlauben kann. Laut Untersuchungen geben Menschen ihr Geld mit EC- oder Kreditkarte viel unbedachter aus, als wenn sie bar bezahlen. Es fehlt der Überblick, der Zahlvorgang bleibt abstrakt.

Im Portemonnaie ist die verfügbare Geldsumme hingegen sichtbar und greifbar. Schwinden die Scheine, wird das Konsumverhalten gedrosselt.

simplify-Tipp: Wer sein Kaufverhalten im Blick bewahren möchte oder muss, sollte entweder beim Bargeld bleiben oder die Geldabgänge von der Karte regelmäßig kontrollieren. Mithilfe der Kontoauszüge können die Ausgaben in einem Haushaltsbuch festgehalten werden. Weitere Tipps zum Finanzthema „Böse Überraschungen“ sind hier zu finden.

Wie sicher ist Online-Banking?

Keine Frage, Online-Banking ist praktisch. Es macht den Kunden zeit- und ortsunabhängig. Sämtliche Transaktionen wie Überweisungen können so bequem jederzeit und von jedem Ort ausgeführt werden, zum Beispiel von zuhause aus. Auch wenn laut einer Statistik bereits 54% der deutschen Bankkunden die Vorteile des Online-Bankings nutzen, zeigt sich vor allem die ältere Generation noch verunsichert und fürchtet die Risiken eines möglichen Datendiebstahls. Durch die stetige Weiterentwicklung moderner TAN-Verfahren kann ein Maximum an Sicherheit gewährleistet werden. Eine detaillierte Übersichtsliste aller TAN-Verfahren kann auf easycredit.de eingesehen werden.

Kreditkarten: Beliebt, aber teuer

Kreditkarten verführen zum Geldausgeben. Im Vergleich zur EC-Karte werden die Ausgaben nicht sofort vom Konto abgebucht, sondern belasten dieses erst am Monatsende. Das bedeutet, der aktuelle Kontostand gibt nicht das realistisch verfügbare Geld an. Außerdem kann nicht überall mit der Kreditkarte bezahlt werden. Beim Online-Shopping ist es mittlerweile gängig. Aber wer einmal versucht hat, im Supermarkt mit Kreditkarte zu zahlen, wird bestätigen können, dass Deutschland nicht Amerika ist und beim Gebrauch von Kreditkarten noch weit zurückliegt. Denn in den USA gilt laut diesem Artikel die Kreditkarte als Hauptzahlungsmittel. Selbst beim Online-Shopping geht es noch ohne Kreditkarte. In den meisten Shops ist auch die Zahlung per Lastschrift oder Vorkasse möglich.

Sind PayPal und ClickandBuy Alternativen?

Diese Online-Bezahldienstleister bieten ihren Nutzern eine Art Vorkasse an. Es ist eine Zahlungsmöglichkeit mit Sicherheitspuffer. Wer sich kostenlos registriert hat, kann mit seinem Konto allein in Deutschland in über 50.000 Online-Shops einkaufen. Die Vorteile: Sensible Daten wie die Bankverbindung sind für den Verkäufer nicht einsehbar. Der Verkäufer (zum Beispiel auf ebay) sieht sofort, wenn die Zahlung getätigt wurde und kann die Ware direkt versenden. Das spart im Vergleich zu Lastschrift und Überweisung mehrerer Tage an Bearbeitungszeit. Plus: Es gibt einen Käuferschutz. Wird die Ware nicht verschickt, kann das Geld über PayPal oder ClickandBuy zurückgefordert werden.  

Was sind Bitcoins?

Bitcoins sind ein autonomes, von den Banken losgelöstes digitales Zahlungssystem. Gerade in den heutigen Zeiten, in denen die Banken das Vertrauen vieler Kunden zu verlieren drohen, erfreuen sich Bitcoins steigender Beliebtheit. Eine recht exotische Außenseiterrolle spielen sie aber nach wie vor. Anders als im herkömmlichen Bankverkehr gibt es keine zentrale Abwicklungsstelle. Transfers sind in Sekundenschnelle möglich, die Währung gilt als fälschungs- und inflationssicher. Anfangs als anarchisches Gespinst verspottet, sind Bitcoins inzwischen ein weltweites Phänomen. Auch in Deutschland sind Bitcoins mittlerweile anerkannt. Nachteil: Der Wert der Bitcoins hängt von Angebot und Nachfrage ab und kann stark schwanken. Vorteil: Anders als bei der Zahlung mit Kreditkarte fallen für den Geldempfänger, also zum Beispiel für Online-Shops, keine Transaktionsgebühren an. Auch einige reelle Ladengeschäfte und Hotels bieten die Zahlung mit Bitcoins an. Dazu ist lediglich eine kostenlose Registrierung erforderlich. Anschließend wird das E-Wallet (elektronisches Portemonnaie) über eine App per Kreditkarte oder Überweisung aufgefüllt. Auf dieser Weltkarte ist ersichtlich, wo aktuell mit Bitcoins gezahlt werden kann.

simplify-Fazit: Eine interessante Idee, aber doch sehr speziell und (noch) nicht weit verbreitet. Wer eine einfache Zahlungsmöglichkeit in der realen und der digitalen Welt sucht, für den sind Bitcoins aktuell nicht geeignet.

Schweden ist Vorreiter im bargeldlosen Zahlen

Im Norden Europas spielt Bargeld schon heute kaum mehr eine Rolle. Selbst kleinste Summen beim Bäcker oder am Kiosk können problemlos per App oder Kreditkarte gezahlt werden. Seit 2010 haben die Banken ihren Bargeldservice Schritt für Schritt gedrosselt. Nur noch in einem Drittel der Filialen ist Bargeld überhaupt erhältlich. Grund sind die Kosten und das Risiko der Bargeldeinlagerung. Alle Banken des Landes haben gemeinsam ein mobiles Zahlungssystem namens Swish entwickelt. Zahlungen von einer Privatperson zur anderen sind über eine Smartphone-App möglich, Zahlungen an Unternehmen sollen im nächsten Schritt folgen. In Deutschland gibt es ein ähnliches Pilotprojekt namens Kesh. Im Allgemeinen halten sie die deutschen Banken aber noch zurück und beobachten zunächst die Entwicklungen in anderen Ländern.


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