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Richtig Trost spenden


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Wie Sie falschen Trost vermeiden

Ihre beste Freundin ist schwer erkrankt; Ihr Nachbar hat seinen Arbeitsplatz verloren; der Partner Ihrer Schwester ist gestorben; ein Bekannter macht gerade eine Scheidung durch. Sie fühlen den Schmerz dieser Menschen und wissen, dass schon ein paar Worte Balsam für die Seele sein könnten. Aber was sagen? Gerade mit gut Gemeintem können Sie leicht daneben liegen.

5 Dinge, die Sie nicht sagen sollten

„Es hat bestimmt sein Gutes.“ Damit spielen Sie den Schmerz des anderen herunter – als ob sein Verlust oder Schaden es nicht wert wären, darum zu trauern. Lassen Sie dem anderen seine Gefühle. Sie haben nicht das Recht, darüber zu urteilen.

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„Es war wohl Gottes Wille.“ Der Leidende könnte das Gefühl haben, dass Sie ihm Ihren Glauben zu einem Zeitpunkt aufdrücken wollen, an dem er wahrscheinlich gerade an seinem eigenen zweifelt.

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„Du bist noch jung.“ Sie meinen wahrscheinlich, dass Ihre Freundin wieder gesund wird, Ihr Nachbar wieder einen Job findet oder Ihr Bekannter eine neue Liebe. Aber 1. wissen Sie es nicht und 2. missachten Sie damit das aktuelle Leid des anderen. In diesem Moment ist es für ihn spürbar und tut weh. Eine andere Zukunft als die gerade verlorene interessiert ihn jetzt nicht.

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„Das kann jedem passieren.“ Das erleichtert nicht das persönliche Unglück, sondern stellt es als Massenphänomen dar. Merken Sie die unterschwellige Gemeinheit? Mit diesem Bild legen Sie dem Betroffenen nahe, sich lieber bescheiden einzureihen.

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„Du musst jetzt stark sein.“ Das hört sich so an, als solle der andere lieber lernen, mit seinem Unglück selbst fertig zu werden – und nicht Sie damit zu belästigen.

In bestimmten Situationen mögen diese Sätze auch einmal gepasst haben. Vermutlich hätten Sie gern, dass Ihr Gegenüber sich mit solchen tröstenden Sätzen Mut macht – und legen sie ihm in den Mund. Aber es sind Aussagen, die nur einer machen darf: der Betroffene selbst. Nach einem Karriereumschwung darf Ihr Nachbar selbst sagen: „Es hatte auch sein Gutes, dass ich damals gefeuert wurde. Sonst hätte ich mich nie selbstständig gemacht.“ Nach einer angemessenen Zeit der Trauer kann Ihre Schwester sagen: „Ich war wirklich noch jung und hab nicht gesehen, wie ich nach dem Unfall meines Freundes jemals wieder glücklich sein könnte.“

Wie Sie wirklich trösten

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Zuhören. Die betroffene Person kann echte Zuwendung gut gebrauchen. Seien Sie einfach da und fühlen Sie kurz nach, was Sie ehrlich sagen können. Bedenken Sie dabei, dass es nicht Ihre Aufgabe ist, das Unglück zu beheben.

Ihre Gefühle. Sagen Sie dem anderen nicht, was er empfinden sollte, sondern das was Sie in Bezug auf ihn fühlen: Das findet immer den Weg zum Herzen, auch wenn es nicht in feine Worte gekleidet ist. Finden Sie in sich nur Leere, gestehen Sie dem anderen Ihre Ratlosigkeit ein: „Das macht mich sprachlos.“ Danach können Sie immer noch sagen „Es tut mir Leid“. Achten Sie auf jeden Fall die Emotionen des anderen. Legen Sie ihm auch nicht nahe, wie er sie bewerten soll. Sagen Sie einfach: „Ich vertraue dir.“

Wie Sie richtig helfen

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Werden Sie in der 1. Phase nicht zu sachlich; vermeiden Sie die Heimwerker-Attitüde „Das reparieren wir schon“.

Zu einem späteren Zeitpunkt können Sie anbieten, mit Rat und Tat beizustehen oder auch mal von dem schrecklichen Geschehen abzulenken. Seien Sie dabei konkret und belassen Sie es nicht bei dem floskelhaften „Falls du irgendetwas brauchst ...“. Bieten Sie an: „Ich gehe zum Supermarkt – kann ich dir etwas mitbringen?“, „Meine Kinder gehen ins Kino – wollen deine mitkommen?“

Hinterbliebenen können Sie anbieten, beim Schreiben von Dankesgrüßen zu helfen – das fällt den Trauernden selbst oft schwer, weil jede Zeile erneut an den Verstorbenen erinnert. Wenn Sie Ihre Freundin im Krankenhaus besuchen, fragen Sie sie, was sie sich tatsächlich wünscht oder was sie erfreuen würde. Manchmal ist eine interessante Zeitschrift wertvoller als der x-te Blumenstrauß.

Wie Sie nachhaltig unterstützen

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Bei den meisten Schicksalsschlägen gilt: Kurz danach wollen alle helfen, etwas später aber ist keiner mehr da. Natürlich wird Ihre eigene Betroffenheit allmählich wieder verblassen. Zeigen Sie, dass Sie trotzdem da sind. Rufen Sie Ihre Schwester am Geburtstag ihres verstorbenen Partners an; laden Sie Ihren Nachbarn zum Grillen ein; schicken Sie eine kurze Nachricht: „Ich denk an dich.“

Autor: Tiki Küstenmacher


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