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Testament und Erbschaft


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Vorsorgen mitten im Leben

Investieren Sie in Wertpapiere? Halten Sie einen Bausparvertrag oder die eine oder andere Versicherung? Besitzen Sie ein Haus oder eine Eigentumswohnung? Dies alles sind Möglichkeiten, sich selbst und alle, die Ihnen nahe stehen, für die Zukunft abzusichern. Viele Menschen nutzen diese Wege. Dennoch zögern sie, wenn es darum geht, ein Testament zu erstellen. Dabei zielt es in genau die selbe Richtung.

Wer ein Testament verfasst, möchte mit wachem Verstand und in gesundem Zustand darüber entscheiden, was irgendwann einmal mit seinem Nachlass geschehen soll – und sei es in 50 Jahren. Denn wer das nicht selbst regelt, überlässt es dem Staat. Und der nimmt keine Rücksicht auf den Familienfrieden oder darauf, welche Dinge und Projekte dem Verstorbenen besonders am Herzen lagen.

Die Naturschützerin beispielsweise, die aus ihrem Nachlass eine Umweltorganisation bedenken möchte, muss dies rechtzeitig verfügen. Nach Schätzungen werden bis 2010 immerhin Immobilien, Geldvermögen und Gegenstände im Gegenwert von 2 Billionen € als Erbschaft die Besitzer wechseln.

Gesetzliche Erbfolge

Liegt kein Testament vor, erben allein Ehepartner und Kinder. Ohne Kinder erben Partner oder Partnerin 75 %; 25 % gehen an Eltern und Geschwister. Gibt es Nachwuchs, erbt der Partner eine Hälfte. Die übrigen 50 % werden zu gleichen Teilen zwischen den Kindern aufgeteilt. Der so genannte Pflichtteil, den auch ein Testament nicht umgehen kann, beträgt die Hälfte dessen, was der Erbe ohne Testament als gesetzliches Erbteil bekäme.

Unverheiratete Paare haben dagegen keinen Anspruch auf gegenseitiges Erbe. Selbst wenn Sie zusammen ein Haus gebaut haben, gehört dies nach dem Todesfall eines Partners zur Hälfte den gesetzlichen Erben des Verstorbenen. Bei Alleinstehenden ohne Verwandte erbt alles der Staat.

Einfluss behalten

Die Aufteilung nach der gesetzlichen Erbfolge geschieht „blind“ und berücksichtigt von Immobilien und Grundstücken ebenso wie von Sachwerten wie Kunst, Schmuck oder Sammlungen nur den Geldwert. Wenn Sie einzelne Personen mit bestimmten Wertstücken bedenken möchten oder etwa befürchten, dass Ihr Haus zwangsversteigert werden könnte, weil die Erben sich nicht friedlich darüber einigen können, sollten Sie ein Testament aufsetzen.

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Überblick verschaffen

Ihr Erbe umfasst nicht nur Vermögen, sondern auch Verpflichtungen wie Darlehen oder Hypotheken. Schreiben Sie alles auf, was Sie zu vererben haben. Wie viel ist es in etwa wert? Wer soll damit bedacht werden? Am besten, Sie unterteilen in Bankguthaben (Konten, Sparbücher, Wertpapiere, Aktien), Versicherungen (Bausparverträge, Kapitallebensversicherungen etc.), Immobilien (Haus, Wohnung, Grundstück) und beweglichen Besitz (Auto, Möbel, Antiquitäten, Bilder, Schmuck, Sammlungen, Teppiche, Geräte).

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Eigenhändiges Testament

Sie brauchen keinen Rechtsanwalt, um Ihr Testament zu schreiben. Tun Sie es selbst, müssen Sie die Verfügung aber komplett mit der Hand schreiben und mit Vor- und Nachnamen unterzeichnen. Bemühen Sie sich, alle Regelungen möglichst klar festzulegen und vermeiden Sie Streichungen. Sie können Ihr Testament zu Hause aufbewahren – möglichst an einem Ort, an dem es leicht zu finden ist.

Gegen eine geringe Gebühr können Sie das Schriftstück aber auch bei einem nahe gelegenen Amtsgericht hinterlegen. Falls Sie Ihr Testament von einem Rechtsanwalt oder Notar verfassen lassen, haben Sie die Sicherheit, dass Ihre Verfügung eindeutig ist. Das ist vor allem wichtig, wenn Sie Erbstreitigkeiten befürchten.

Änderungen

Sie können Ihr Testament jederzeit ändern oder widerrufen. Gültig ist immer das zuletzt geschriebene Dokument – deshalb sind Ort und Datum wichtig. Damit die Änderungen nicht zu Missverständnissen führen, vernichten sie die alte Version. Um ein notarielles Testament zu ändern, müssen Sie es neu aufsetzen lassen. Sobald Sie es aus der Verwahrung nehmen, ist es ungültig.

Gemeinsames Testament

Ehepartner und eingetragene Lebenspartner können ein gemeinsames Testament aufsetzen. Meist setzen sie sich dann gegenseitig als Alleinerben ein und verfügen, wer den zuletzt Verstorbenen beerben soll. Es genügt, wenn einer der beiden den Text eigenhändig verfasst und der andere unterschreibt. Änderungen dürfen danach nur noch gemeinsam vorgenommen werden. Der Nachteil: Hat der länger Lebende einmal die Erbschaft angetreten, können die Festlegungen (z. B. die Erbverteilung an Kinder) nicht mehr widerrufen werden. Außerdem wird die Erbschaftssteuer doppelt fällig: einmal beim Übergang an den Partner, dann beim Übergang an die Kinder.

Schenkungen

Eine Erbschaft ist nicht umsonst: Die Erbschaftssteuer beträgt je nach Steuerklasse und Verwandtschaftsgrad jenseits der Freibeträge zwischen 7 und 50 %. Diese Steuerlast können Sie erheblich verringern, wenn Sie schon zu Lebzeiten Vermögen übertragen. Persönliche Freibeträge dürfen alle 10 Jahre neu genutzt werden. Beispiel: Der persönliche Freibetrag für ein Kind beträgt 205.000 €. Eine Mutter kann ihrem Sohn also von 2004 bis 2024 3-mal 205.000 €, also 615.000 €, steuerfrei übertragen. Gehört das Vermögen beiden Ehepartnern, lässt sich der Freibetrag auf 410.000 € verdoppeln.


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