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Wie Sie um eine Gehaltserhöhung bitten


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In Krisenzeiten um eine Gehaltserhöhung bitten? Ja, es geht!

Martin Wehrle, lange Jahre Abteilungsleiter, hat als Mitglied der Unternehmensführung viele Gehaltsgespräche mit Mitarbeitern geführt. Warum er wem mehr bezahlt hat und warum wem nicht, hat er in einem Buch zusammengefasst - wertvolles Insiderwissen aus der Chefetage, wenn auch Sie demnächst um eine Gehaltserhöhung bitten möchten. Hier seine wichtigsten Tipps:

Trauen Sie sich

Gerade jetzt haben viele Menschen ein schlechtes Gewissen beim Thema Gehaltsforderungen und sind froh, dass sie überhaupt Arbeit haben. „Wir Vorgesetzten lachen herzhaft darüber", meint Gehaltsexperte Wehrle. Chefs schätzen Mut und Eigeninitiative, und die drücken sich auch in Ihrer mutigen Frage um eine Lohnerhöhung aus! Selbstbewusstsein und Forderungen sollten allerdings nicht Ihre einzige Qualifikation sein. Und übergehen Sie niemals Ihren direkten Vorgesetzten.

Sehen Sie Ihren Chef als Partner ...

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... und nicht als Gegner oder „jemand ganz da oben". Vermeiden Sie im Gespräch entschuldigende Formulierungen („Tut mir Leid, wenn ich ..."), Begriffe, die Unsicherheit ausstrahlen („eigentlich" - „irgendwie" - „ein Stück weit"), aber auch Übergriffe („Sie sehen wohl gar nicht, was ich …"). Machen Sie sich klar, dass Ihr Chef Sie ebenso braucht wie Sie ihn. Denken Sie daran, dass Ihr Vorgesetzter in Zwängen steckt.

Betrachten Sie sich nicht als Kostenfaktor

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Viele Chefs sehen vorrangig die Kosten, und das machen sich manche Mitarbeiter zu Eigen. Aber: Keine Firma würde Sie beschäftigen, wenn Sie nicht zum Gewinn beitrügen. Selbst wenn bei Ihrer Arbeit vielleicht nicht direkt sichtbar ist, welchen Profit Sie für Ihr Unternehmen erwirtschaften - ohne Sie wäre Ihre Firma nicht reicher, sondern ärmer.

Dieses Selbstbewusstsein ist Voraussetzung, wenn Sie um eine Gehaltserhöhung bitten. Bringen Sie das zum Ausdruck, indem Sie jedoch das Wort „Gehaltserhöhung" selbst vermeiden, sondern über Ihre „persönlichen Entwicklungschancen" reden oder Ihre „Perspektive im Unternehmen".

Eigenwerbung stinkt nicht

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Ihr Chef beurteilt Sie nur zu einem geringen Teil auf Grund Ihrer realen Leistung. Weit wichtiger ist die Wirkung, die Sie nach außen bieten. Damit liegen die Führungsleute gar nicht einmal falsch, denn auch für den Gesamterfolg des Unternehmens ist es wichtig, dass Kunden und Öffentlichkeit mitbekommen, wie gut die Firma ist. Tun Sie also beides: Bringen Sie beste Leistungen und verstecken Sie Ihre Erfolge nicht!

Erfolge auflisten

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Erstellen Sie eine Leistungsmappe, in der Sie Nachweise Ihrer Erfolge sammeln: Aufträge, die Sie an Land gezogen haben, Pressemeldungen über Ihre Arbeit, Nachweise über Ihre Fortbildungen. Dadurch vergessen Sie nichts Wichtiges und müssen nicht auf den Putz hauen, sondern lassen einfach Fakten sprechen.

Erwischen Sie den richtigen Augenblick

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Der stressige Montag und der wochenendorientierte Freitag sind schlechte Tage für Gehaltsgespräche. Gute Tageszeiten sind der spätere Nachmittag (wenn die Spannungskurve nachlässt) oder der frühe Vormittag vor den Sitzungszeiten (wenn alle noch voller Elan sind). Fallen Sie nicht mit der Tür ins Haus, sondern beginnen Sie mit einem gemeinsamen Thema, das Sie als Einstieg benutzen können.

Konkrete Zahlen im Hinterkopf

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Wehrle empfiehlt, mit 3 klaren Zahlen im Kopf in Gehaltsverhandlungen zu gehen. Ein Beispiel: Bei einem derzeitigen Gehalt von 3.000 € sind 3.400 € Ihr Maximalziel. Unter 3.150 € möchten Sie sich keinesfalls drücken lassen. Als alternative 3. Zahl hätten Sie 3.100 € und eine Erhöhung Ihrer Erfolgsbeteiligung in petto. Informieren Sie sich vorher, welche weiteren Vergünstigungen Ihnen möglicherweise geboten werden (Firmenwagen, Dienstwohnung, Provisionen) und welchem Wert sie entsprechen.

Drohen Sie nicht

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Der Satz „Sonst gehe ich zur Konkurrenz" hat noch kaum einen Chef das Fürchten gelehrt. Wenn Sie wirklich attraktive Angebote von anderen Arbeitgebern haben, dürfen Sie das ins Gespräch einfließen lassen. Machen Sie aber deutlich, dass Sie Ihrer Firma viel lieber „bei besseren Konditionen" treu bleiben würden.

Das Buch: Martin Wehrle, Geheime Tricks für mehr Gehalt. Goldmann Verlag: 2013. 9,99  €. ISBN 3442174287.

Autor: Tiki Küstenmacher


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