16.03.2015

70 auf einen Streich


Jeden Morgen, wenn ich meinen Computer hochfahre, ärgere ich mich ein wenig. Besser gesagt: Ich ärgerte mich. Dann der Grund des Ärgernisses existiert seit Freitag nicht mehr. Die Rede ist von 75 Dateien und Ordnern, die auf meiner virtuellen Schreibtischoberfläche herumlagen. Völlig unsortiert und als großer Ballast.

Vor ein paar Wochen arbeitete ich in einer Firma und saß jeden Tag an einem anderen Rechner. Der eine war aufgeräumt: Nicht mehr als 5 Dateien oder Verknüpfungen waren auf dem Display zu sehen. Der nächste erschlug mich beim Hochfahren mit seiner Masse an Dateien. „Eigentlich wie bei mir zu Hause“, fiel mir auf. Doch dort hatte ich mich an den Anblick einfach schon gewöhnt ... oder die Zahl 75 hat mich in die Knie gezwungen.

Am Freitag fasste ich dann den Entschluss, meinen Schreibtisch zu entrümpeln. Mir blieben 40 Minuten bis zu einem Gesprächstermin. Ich habe es gerade so geschafft! Jetzt gibt es noch 5 Dateien beziehungsweise Verknüpfungen, auf die ich ständig zugreife. Mehr nicht.

Warum hatte ich eigentlich – mal wieder – eine solch große Sammlung angelegt? Vielleicht kennt ihr das ja auch:

  • Da gibt es zum Beispiel Screenshots, die man eben nur mal kurz zwischenspeichern will, weil sie nicht so wichtig sind oder eine kurze Halbwertszeit haben.
  • Dann gibt es die informativen Dateien, die ich nicht aus den Augen verlieren will. Das Verschieben in einen Unterordner könnte bedeuten „dich finde ich nie wieder, und ich vergesse, dass ich dich hatte und nutzen wollte“.
  • Daneben gibt es die Mahnenden: Mich musst du noch auf CD brennen oder in die Dropbox packen für XY: „Ich bin wichtig, und man braucht etwas Zeit, um mich zu versorgen!“
  • Schließlich waren da noch solche Daten, für die ich in meinen Unterordnern erst einmal eine sinnvolle Struktur brauchte, damit es sich lohnte sie abzulegen. Das war ebenfalls mit etwas Arbeit verbunden.
  • Zu guter Letzt gab es natürlich auch schlichtweg Müll auf meinem Schreibtisch. Doch viel war es nicht.

Also knöpfte ich mir ein Etikett nach dem anderen vor und erledigte – bis auf das Brennen einer CD – alles sofort. Allerdings war ich dabei gleich zu Beginn mit diversen Ablenkungen konfrontiert. „Willst du nicht schnell mal im Internet nachgucken, wegen ...?“ oder „Oh, auf deiner Homepage musst du noch diesen Satz ändern! Das könntest du schnell einschieben!“, waren die Stimmen in meinem Inneren. Nein, ich disziplinierte mich jedes Mal: „Dunja, du hast eine Vereinbarung mit dir selbst über 40 Minuten!“ „Aber, dann vergesse ich doch, was ich gerade machen wollte!?“, kam als Antwort. „Gut, dann notiere dir, was zu tun ist, und weiter geht’s mit deinem Vorhaben!“ Gesagt, getan.

Zum Schluss stand mir noch der Sinn nach einem neuen Hintergrundbild für meinen Schreibtisch. Damit weht jetzt ein neuer, erfrischender Wind, sobald ich den Rechner einschalte!


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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