30.08.2016

Abgehakt: Was wir bis Lebensende noch erlebt haben wollen


In der letzten Zeit war ich häufiger in der Stadt und auch in Buchhandlungen unterwegs. Dort begegnen mir vermehrt Bücher, die den Titel „Meine Listen“ oder so ähnlich tragen. Mein erster Gedanke war: „Oh prima! Ein Buch über Checklisten!“ Doch bei näherem Hinsehen wurde ich eines Besseren belehrt: Es handelt sich bei diesen Büchern um solche, bei denen ich alles auflisten kann, was ich im Leben noch sehen und erleben will.

Es geht also um die sogenannte Bucket-List, auf der ich niederschreibe, was ich bis zum Tod noch Schönes abhaken möchte. Denn das Schlimme ist, das kennen die meisten von uns, dass wir uns viele schöne Dinge für „eines Tages“ vornehmen – und niemals realisieren. Die Vorstellung ist, dass wir das wiederum eines Tages, nämlich kurz vorm Tod, bedauern könnten. Also schreiben wir eine solche Liste und arbeiten sie ab.

In besagten Büchern wimmelt es also vor Listen, die jeder selbst ausfüllen darf: „Was ich noch essen will“, „Wen ich noch treffen will“ oder „Welchen Turm ich noch besteigen will“. (Diese Auswahl ist frei erfunden, es kann aber durchaus sein, dass es ähnlich lautende Listen gibt.)

Fragen beantworten macht ja grundsätzlich Spaß, wenn mir sofort etwas darauf einfällt. Dennoch frage ich mich, wie es mir geht, wenn ich ein solches Buch vor mir habe. Denn Seite für Seite liste ich auf, was mir in meinem Leben (zum Glücklichsein?) scheinbar noch fehlt. Ich füttere also mein Mangel-Zentrum: Hier empfinde ich einen Mangel und dort auch noch und da drüben gleich zehn Mängel ...

Ich bezweifle, dass mich „meine Listen“ wirklich zufriedener machen können. Vielleicht ist das auch gar nicht die Absicht? Vielleicht geht es mehr darum, sich bewusst dem zuzuwenden, was einem gut tun würde? Ich habe dazu einen interessanten Beitrag im Zeit-Magazin gefunden, für den Fall dass ihr weiterlesen wollt: Das Leben ist keine To-do-Liste. Da gibt's übrigens eine lange Liste mit Büchern, die bereits fertige Listen vorgeben. Das ist natürlich auch eine Möglichkeit, sich (wieder) zu finden.

Ich führe jedenfalls keine Bucket List. Wenn ich einen Wunsch habe, und dieser hält sich wacker, dann setze ich alles daran, ihn mir zu erfüllen. Fallschirmspringen oder an weit entfernte Orte zu reisen, würde bei mir ohnehin nicht auf einer Liste landen. Mein Leben ist gut so wie es ist, mit allem was da ist und noch kommen wird.

Ah, jetzt fällt mir doch etwas ein für meine Liste: Ein Haus, das sich von selbst aufräumt! Das wär’s! ;-)


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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