18.05.2012

Abschied nehmen


Heute heißt mein Blog „Abschied nehmen“, weil ich auf „Loslassen“ keine Lust hatte. Über Loslassen habe ich schon so oft geschrieben. Bevor ich meine Leserinnen und Leser zum Gähnen bringe, so dachte ich, überdenke lieber ich meine Wortwahl.

So ist es denn Zeit Abschied zu nehmen von Dingen, die ich eigentlich gar nicht mehr benötige, die ihren Zweck erfüllt haben oder in der Routine des Alltags still in den Regalen sitzen und sich nicht melden – obwohl sie längst abgemeldet sind.

Ganz konkret laufe ich zum Beispiel jeden Tag an einer blauen Übergangsjacke einer bekannten Marke vorbei. Ich habe sie auf die Seite gelegt, weil sie kaputt ist – überall an den Nähten aufgerissen. Über mehrere Monate hing sie am Haken, bis ich sie eines Tages mit in das Geschäft nahm, wo ich sie gekauft hatte. Inzwischen lag der Einkauf aber wohl so lange zurück, dass die Filialleiterin nicht mehr nachvollziehen konnte, ob ich das Stück überhaupt bei ihr gekauft hatte. Ich sagte ihr mehrmals: „Ich will ja kein Geld zurück. Ich will nur, dass diese Markenfirma sieht, wie schlecht das Produkt verarbeitet ist. Können Sie sie nicht zurückschicken?“

Die Jacke hatte ich nur eine Saison lang an. Ich kaufte sie im Angebot nach der Saison, also musste ich ein paar Monate warten, um sie tragen zu können. Dann trug ich sie, sie riss an allen möglichen Nähten auf und landete schließlich auf dem Dauerparkplatz Garderobenhaken. Ich wäre sie so gerne losgeworden, die gute, teure Jacke! Doch die Filialleiterin wollte sie nicht bei sich behalten und gab sie mir nach etlichen Telefonaten mit ihrem Vertriebspartner wieder mit. Wenn ich irgendwie herausfinden könne, wann ich sie bei ihr gekauft habe, können sie mir weiterhelfen. Ich fühlte mich falsch verstanden. Klar, ich hätte nichts dagegen gehabt, den Kaufpreis erstattet zu bekommen. Doch ich wollte sie einfach nur loswerden, ohne sie wegschmeißen zu müssen.

Tja, und nun laufe ich jeden Tag an ihr vorbei, unfähig Abschied zu nehmen und sie in den Müll zu schmeißen. Denn in der Altkleidersammlung hat sie nichts verloren. Sie ist untragbar. Gestern Morgen dachte ich dann: Schluss jetzt damit! Ich will nicht jeden Tag daran erinnert werden, dass ich für viel Geld ein teures Produkt gekauft habe und dass dieses nun völlig unnütz hier herumliegt! Also: Ich schmeiße die Jacke weg. Bye, bye.

Ebenfalls gestern nutzte ich die Gunst der Stunde, um etwas Verwaltungskram zu erledigen. Dabei steckte ich meine Nase in den einen oder anderen Ordner und begegnete zum Beispiel Grundrissen einer Wohnung, in der ich schon lange nicht mehr wohne, oder Handwerkerangeboten, die erstens veraltet und zweitens überhaupt nicht mehr nützlich sind. Den vor meinem inneren Auge aufkommenden Satz „Vielleicht brauchst du irgendwann mal wieder ein Gerüst, dann wäre es doch gut, die ungefähren Kosten vorab kalkulieren zu können“ streiche ich dick und fett durch. Bye, bye, Angebote. Es ist Zeit, Abschied zu nehmen!

Und so begegneten mir viele kleine Dinge, die ich loslassen sollte. Der simplify-Tipp, jeden Tag eine Tüte auszumisten, ist wirklich gut! Ich fang’ dann mal an ...


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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