03.12.2012

Achtung, kultverdächtig: Buntes Reispapier zum Kleben


Welche Alternativen gibt es eigentlich für den Weihnachtsbaum aus Nadelgehölz? Neulich las ich, dass Kunststoff-Bäume heutzutage besser seien als ihr Ruf. Überzeugend fand ich die Alternative dennoch nicht. Was gibt es noch? Es gibt den Weihnachtsbaum zum an die Wand kleben, frei Schnauze sozusagen, wie es einem beliebt! Und der sieht – je nach individueller Begabung – gar nicht mal so schlecht aus!

Das richtige Material dafür ist in Massen vorhanden, wie ich bei meinem Ausflug in ein großes Schreibwarengeschäft feststellen musste. Dort schlenderte ich so durch die Gänge, um mit den Augen einzukaufen, und blieb vor einem riesigen Glasgefäß stehen. Darin lagen lauter kleine Rollen, wie Klebestreifenrollen, in verschiedenen Farben und Musterungen. Ich nahm zwei Rollen in die Hand, um herauszufinden, wozu sie gut sind. Leider stand nichts darauf. Im Regalplatz nebenan gab es diese Rollen in Mehrpacks. Dort gab es ein paar Abbildungen, was ich mit dem Tape anfangen kann. Zum Beispiel den Lenker meines Fahrrades umwickeln, um ihn optisch aufzupeppen. Aha.

Weil wir vieles, was neu ist, zwei- bis dreimal hören oder sehen müssen, um es in unser Leben zu integrieren, bekam ich diese Woche eine zweite Chance zum Kennenlernen dieses Produktes. Ich landete nach einem Geschäftstermin in einem Laden, den ich sonst nie aufsuche. Ebenfalls in diesem Laden war eine Mutter auf der Suche nach Adventskalenderfüllungen für ihre Kinder. Zeitgleich blieben wir bei einem Körbchen voller bunter Tapes stehen ... Sie war ohnehin mit der Ladenbesitzerin im Gespräch, also fragte sie: „Was ist das hier eigentlich?“ „Oh, das ist etwas ganz Tolles!“, antwortete die Besitzerin. „Das ist wie Tesa, und damit kann man alles mögliche dekorieren. Die Tapes bestehen aus Reispapier. Sie können sie überall ankleben und rückstandslos wieder entfernen, selbst an Wänden!“ „Wirklich?“, entgegnete die Kundin. „Dann könnte ich das also meinen Kindern schenken, und die können damit alles bekleben?“ „Ja, genau. Sie brauchen zum Abreißen nicht einmal eine Schere! Das Band lässt sich einfach so trennen. Auf einer Rolle sind 10 Meter!“ Ein Ideen-Heftchen gab es gratis dazu. Das habe ich mir ebenfalls eingesteckt. Noch bin ich nicht bereit, diese Tapes zu kaufen. Doch es dauert bestimmt nicht mehr lange ...!

Das Trendprodukt kommt übrigens aus Japan. Dort entwickelte die Firma Kamoi das „masking tape“, mt masking tape vertreibt das Produkt als europäischer Handelspartner. Mittlerweile gibt es auch andere Firmen, die das Malerkrepp-ähnliche Deko-Tape anbieten. Manch einer glaubt, das Tape erhielte eines Tages Kultstatus – das ist gar nicht so abwegig, schaut man in den Trend-Report für 2013 des Zukunftsinstituts. Dort wird nämlich Hacking zur Kulturtechnik erklärt: Hacker erobern den Alltag. Mit gesunder Respektlosigkeit werden Regeln gebrochen. Dabei meint Hacking weniger die Zerstörung von etwas, vielmehr rüttelt eine junge Generation, die auf Beteiligung und Transparenz setzt, am Status quo. Gehackt werden Situationen, Kampagnen und das Alltagsleben. Die Urban Hacker zerstören nicht, sondern schaffen auf fantasievolle Art neue Orte. Ich erinnere da nur an das Guerilla-Stricken. Davon liegt das Guerilla Tapen nicht weit entfernt. Eben mal den Laternenmast mit fünf Mustern oder die triste Wand mit einem Herz beklebt – und schon hat jemand seine persönliche Note im öffentlichen Raum gesetzt!

Ich bin davon sicher noch weit entfernt, doch ich gehöre auch der „Generation Golf“ an. Der Weihnachtsbaum, den ich auf der Internetpräsenz von mt masking tape gesehen habe, der hat es mir jedoch wirklich angetan! Im Übrigen lässt sich das Reispapier wunderbar beschriften, so dass es tatsächlich auch zu einem wahren simplify-Produkt wird: Kabel lassen sich schmuckvoll damit markieren, Seiten in Büchern ebenso. Auch für die Beschriftung von Regalböden oder Schrankinnentüren (z. B. mit Brotbackrezept wie hier in der Ideen-Galerie) eignet es sich hervorragend.

Ach, ich sollte doch öfter mal zum mit-den-Augen-Einkaufen in die Stadt gehen ...


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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