05.10.2014

Alle Jahre wieder - kommt das Oktoberfest


Nichts ahnend bewegte ich mich am vorletzten Wochenende auf den Bahnhof zu. Um kurz nach acht ging mein Zug nach München. Überall auf dem Bahnhof waren sie zu sehen: Junge Leute in Dirndl und Lederhosen mit einem Sixpack in der Hand. „Mei, es ist Oktoberfest!“, schoss es mir durch den Kopf. Ob die alle in meinen Zug wollen?

Nein, sie fuhren nach Stuttgart. Zum Cannstatter Wasen. In Massen. Dort ist inzwischen auch Tracht angesagt. Während ich mich noch wundere, wie die jungen Leute von morgens um acht, wenn sie ihre Sixpacks leeren, bis abends spät durchhalten, beobachte ich das Treiben auf meinem Bahnsteig. München ist das erklärte Ziel. Komisch. Nur vereinzelt sind Leute in Dirndl und Lederhose zu sehen. Ohne Bier im Gepäck. Mit 20 Jahren mehr auf dem Buckel. Auf meinem Bahnsteig geht alles irgendwie normal zu.

Im Zug ist es ruhig. Kein Oktoberfest-Geschunkel. Lediglich der Weg zur Toilette durch den Speisewagen lässt erahnen, worum es hier geht. Es riecht nach Bier. Männer in Lederhosen halten sich an den Stehtischen fest. Frauen im Dirndl sitzen. Hier wird vorgefeiert. Wir erreichen die Zielgerade. Eine Schlange bildet sich vor meinem Abteil. Davor eine Mutter mit ihren zwei Kindern, eines trägt ein Dirndl. „Jetzt fahren wir zuerst mal die Achterbahn!“, sagt Mutti. Die große Tochter stimmt ein. Die drei freuen sich auf einen aufregenden Tag. Ich frage mich indes, ob ich in ein paar Jahren auch mit meiner Kleinen zum Oktoberfest fahre. Ich glaube nicht daran, aber man soll niemals nie sagen.

Dann München. Hauptbahnhof. Nach rechts geht’s zur Wies’n. Es ist elf Uhr. Und voll. Ich versuche mich zu orientieren, denn ich muss weiterfahren. Überall Menschen in Tracht. Der Wahnsinn! Und wer noch keine hat, der steht an einem der Extra-Stände, um noch ein geeignetes Stück zu ergattern. Eine Frau guckt mich an, zwei Leute stehen um sie herum und halten eine Decke auf Brusthöhe. Das ist die Umkleide. Hauptsache mit Dirndl!

Ich trotte weiter zu meinem abgelegenen Bahnsteig, genieße die Sonne und vermisse nichts. Seither lese ich. Oktoberfest-Berichte, die mir so vor die Nase kommen. Man muss ja schließlich nicht alles selbst erleben, wenn es andere für einen tun ...

Viel Stoff gibt es übrigens hier, bei der Süddeutschen Zeitung oder ihrem Magazin:

www.sueddeutsche.de/thema/Oktoberfest


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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