17.05.2011

An Bodenhaftung gewinnen


In den vergangenen Tagen hatte ich eine Entscheidung zu treffen, die viel in mir auslöste: In meinem Kopf sausen die Gedanken umher, sie zu strukturieren gelingt mir nicht. Mir fehlt irgendwie die Bodenhaftung.

Da erinnere ich mich an den Tipp einer Bekannten: Geh raus in die Natur, suche dir dort dein Fleckchen Erde, das dir Kraft gibt. Das kann noch so klein sein. Auch der Lieblingsort im Garten sei geeignet, um sich wieder „zu erden“. Selbst Haustiere wie Katze oder Hund könnten helfen.

Als mir der Gedanke dazu kommt, regnet es gerade. Und ein Haustier zum Knuddeln haben wir nicht. Deshalb nehme ich mir das Auftanken in der Natur für später vor und beginne diesen Blogeintrag zu verfassen. Jetzt bin ich mittendrin und kann ihn nicht zu Ende schreiben, weil der Ausgang der Geschichte noch ungewiss ist? Das passt mir gar nicht! Deshalb stelle ich mir ganz einfach vor, ich würde meinen aktuellen Kraftort besuchen, einen kleinen Berg, nur wenige Kilometer entfernt.

In Gedanken laufe ich bei schönstem Wetter die schmalen Wege entlang des Hanges hinab. Ich sehe Bäume und Sträucher blühen, habe den Duft der Wiesenkräuter in der Nase. Ich betrachte das Leben, die Häuser unten im Dorf aus der Ferne. Ich fühle mich erhaben, frei und verbunden mit dem Boden unter mir. Mein Weg führt vorbei an einer kleinen Schafherde. Ich beobachte eine Weile, wie die kleinen Lämmer um die großen Schafe herumspringen. Und ich genieße es, dass ich noch die Zeit habe, den langen Weg um den Hügel herum zurückzulaufen. Ich betrachte ganz genau, was der Mensch hier geschaffen hat: kleine Weinberge, Schutzhütten, Gärten. Hin und wieder begegne ich Menschen, die still auf einer Bank sitzen und ebenfalls den Blick übers Tal schweifen lassen. Ich grüße sie. Oben angekommen, bin ich erfüllt von meinem Spaziergang. Ich danke diesem Hügel mit der kleinen Kapelle auf der Spitze und mache mich wieder auf den Weg nach Hause.

Glauben Sie, dass es mir in diesem Moment besser geht? Das Sausen im Kopf hat nachgelassen, ich bin viel ruhiger. Hätte ich mir all das nur vorgestellt, hätten mir dazu vermutlich der Antrieb und die innere Ruhe gefehlt. Aber ich habe meine kleine Reise aufgeschrieben. Ganz einfach – und sehr wirkungsvoll.


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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