21.07.2016

Angst vor Gewalt: Ein Grund, keine Nachrichten zu konsumieren


Gestern rief mich eine Vertriebsdame einer Sonntagszeitung an. Ob ich nicht 4 Wochen Probe lesen wolle. „Nein, ich lese keine Zeitung“, antwortete ich. „Welches Medium nutzen Sie stattdessen?“ Keins, gab ich ihr zu verstehen. „Dann bekommen Sie ja gar nicht mit, was alles passiert!“, rief die Dame empört. Ich: „Stimmt. So lebt es sich leichter.“ „Da haben Sie Recht ...“, bestätigte sie mir.

Ich schotte mich nicht von der Außenwelt ab. Täglich sitze ich am Computer und lese – meistens über das, was auf zwischenmenschlicher Ebene alles passiert. Dabei streife ich immer aktuelle Informationen. Auch wenn ich mein Auto mal bewege und das Radio eingeschaltet ist, höre ich die Nachrichten oder wichtige Themen des Tages. Vielleicht etwas später als diejenigen Menschen, die regelmäßig Nachrichten hören, schauen oder lesen. Doch das ist okay für mich.

Und ganz ehrlich: Oft vergeht mir der Wunsch nach mehr Information. Erst neulich, nach dem Unglück in Nizza, erhaschte ich beim Bäcker einen Blick auf die Bild-Zeitung. Die verriet mir, dass die Klassenfahrt nach Nizza für einige tödlich endete. Sofort glühten bei mir die Alarmglocken auf: „Dunja, dein Kind wird auch eines Tages eine Klassenfahrt machen! Hoffentlich passiert dann nichts!“

Ganz ehrlich: Solche Informationen brauche ich nicht! Wenn ich nicht aufpasse, belasten und begleiten sie mich für eine ganze Weile, schlimmstenfalls bis nach der nächsten Klassenfahrt ...

Als ich vorgestern im Radio von „dem Attentat von Würzburg hörte, dachte ich sofort „Nicht schon wieder!“ Doch dann erfuhr ich, dass es sich um den Teenager mit der Axt im Regionalzug handelte. Das hatte ich bereits mitbekommen.

Terroranschläge, Putschversuch, Attacke, Amoklauf, Hass-Parolen: Das alles ist unfassbar und unendlich traurig. Es belastet, sei es auch nur unterschwellig. Jeder wähle seinen Weg damit umzugehen. Meiner ist ein reduzierter Umgang mit Medien und das beständige Informieren darüber, wie wir uns von negativen Emotionen – zu denen auch Aggression und Gewalt gehören – befreien können.


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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