13.03.2013

Auf dem Glatteis


Am Wochenende war ich zum letzten Mal in dieser Saison Schlittschuh laufen. Dabei habe ich als halbwegs standsicherer Laie einige Beobachtungen gemacht: Schlittschuh laufen schärft die Sinne. In Sekundenschnelle müssen wir anderen ausweichen können, weil sie plötzlich unseren Weg kreuzen, vor uns hinfallen oder weil wir mit hohem Tempo dahingleiten. Ich habe besonders die Fahrer beobachtet, die das Laufen richtig beherrschen. Sie sind mit einer Geschwindigkeit unterwegs, die ich nicht einmal im Traume erreichen könnte! Manchmal fahren sie rückwärts oder drehen sich um die eigene Achse. Selbst wenn in einem Bruchteil einer Sekunde plötzlich ein anderer Mensch vor oder neben ihnen auftaucht, weichen sie noch aus. Das fasziniert mich. Gleichzeitig macht es mir Angst: Bin ich selbst in der Lage, so schnell auf Unvorhergesehenes zu reagieren? Am Wochenende war ich das, was mich sehr überraschte. Freilich musste ich mich dafür sehr konzentrieren, doch das schenkte mir auch ein stückweit Freiheit.

Denn das ist der zweite Punkt, der mir aufgefallen ist: Wenn ich beim Fahren erst einmal meinen Rhythmus gefunden habe und die Eisbahn gut präpariert ist, läuft es sich fast wie von selbst. Die Bewegungen fließen ineinander über, ein Schwung erzeugt den nächsten, ich erreiche meine persönliche Höchtsgeschwindigkeit und bin wie berauscht. Im Fluss. Das ist in meinem relativ sportfreien Alltag eine angenehme Errungenschaft.

Meine dritte Beobachtung ist ziemlich banal und doch sehr wichtig: Läuft auf der Eisbahn plötzlich jemand entgegen der Laufrichtung, schrillen bei mir alle Alarmglocken! Phase Rot, höchste Gefahr! Ich habe einen Zusammenstoß mehrmals förmlich spüren können. Zum Glück blieb er aus. Nein, in die falsche Richtung laufen ist nicht gut! Das bringt alles durcheinander, wie ein Falschfahrer auf der Autobahn. Es können Schnelle und Langsame, Freestyler und Unbeholfene mit dem Strom gleiten, ohne dass etwas passiert. Doch wenn sich nur ein Einzelner herumdreht und gegen diesen Strom bewegt, wird der ganze Fluss unterbrochen. Das Unfallrisiko steigt, die Geschwindigkeit der gesamten Gruppe sinkt. Bleibt im übertragenen Sinne nur zu hoffen, dass alle in die richtige Richtung fahren ...

So habe ich bisher noch kein Schlittschuh-Vergnügen betrachtet. Es ist, wie ich schon schrieb: einfach faszinierend!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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