20.08.2012

Auf Frauenfang – die erste


Worüber unterhalten sich Frauen, wenn sie unter sich sind? Über Männer natürlich ... So kam es dann, dass mir eine Freundin beim gemeinsamen Schwimmbadbesuch erzählte: „Du, die Andrea, die hat ja jetzt einen Neuen kennengelernt! Aus Belgien. Der sieht vielleicht gut aus! Wie ein Model!“ Gleichzeitig äußerte sie, dass ihr die Sache irgendwie komisch vorkomme. „Du kannst ihn dir ja mal auf Facebook anschauen. Mark heißt er.“

Also schaute ich mir diesen Mark einmal an. Ein Bild von Mann! Das Hemd bis zum Bauchnabel aufgeknöpft – das wäre mir persönlich schon ein Tick zu offenherzig für ein Profilbild. Aber gut. Einige Tage später kam es, dass ich Andrea traf. „Komm, erzähl mal von Mark!“, forderte ich sie auf. Sie grinste von einem Ohr bis zum anderen. Sie hätten täglich Kontakt, würden sich schreiben und auch telefonieren. Er sei richtig lieb und zuvorkommend und vergöttere sie. Dann machte sie eine Bemerkung, die mich stutzig werden ließ: „Sein Deutsch ist nicht so gut. Die ersten Mails waren total chaotisch. Jetzt schreiben und unterhalten wir uns auf Englisch.“ Aha. Was macht er denn, der Mark? Er handele mit Gold, sei deshalb viel unterwegs und wolle sie auch am nächsten Wochenende schon besuchen, wenn er von seinem Asien-Auftrag zurückfliegt. „Ich muss jetzt mal schnell meine Mails checken“, sagte Andrea und ließ uns Freundinnen kurz alleine zurück.

Nun tauschte ich meine Rolle von „aktive Zuhörerin“ um in „aktive Rednerin“: „Oh weia, ich glaube der ist nicht echt!“, sagte ich zu den anderen beiden. „Wenn er anfangs nur Kauderwelsch geschrieben hat ...“ „Ja, das war ganz komisches Deutsch, ich hab’s gelesen“, sagte eine von Andreas Freundinnen. „Kein Wunder! Die jagen den englischen Text durch ein Online-Übersetzungsprogramm, und was dabei herauskommt klingt dann so wie das, was sie bekommen hat!“, erkläre ich. „Wenn er außerdem schon in einem so frühen Stadium Liebesbeteuerungen ohne Ende macht, wäre ich vorsichtig.“ Ich erzählte ihnen, dass ich einmal für einen Newsletter über das sogenannte Romance Scamming recherchiert habe. Und dass sich die ganze Sache mit Mark ziemlich danach anhöre. In Kurzform: Die Scammer, sie sitzen überall auf der Welt, viele z. B. in Afrika, investieren eine Menge Zeit in Frauen, binden diese emotional an sich, um ihnen dann unter irgendeinem Vorwand viel Geld aus der Tasche zu locken – z. B. um die Reise zu der oder dem Geliebten finanzieren zu können. Diese Männer (und Frauen) sind durchaus fähig, eine gepflegte und intelligente Unterhaltung zu führen.

„Soll ich etwas zu Andrea sagen?“, fragte ich die anderen. Schließlich wollte ich ihr weder ihre Hoffnung rauben noch ihre „Beziehung“ schlecht machen. Die beiden nickten, und als Andrea wieder zu uns kam, erzählte ich ihr von meiner Vermutung. „Nein, Geld würde ich ihm niemals überweisen! Da wäre bei mir auch Schluss!“ Sie hoffe, dass Mark kein Betrüger sei. Er habe ihr auch ein Bild mit seiner Tochter geschickt. Seine Frau sei nach langer schwerer Krankheit verstorben. Ob ich das Bild mal sehen wolle. Also ging ich mit und schaute mir ein weiteres Foto dieses gut aussehenden Mannes an. Neben ihm ein Teenager. „Das Bild ist zusammengeschnitten“, sagte ich sofort. „Schau mal, hier siehst du den Blitz auf dem Mädchen, und direkt daneben, bei ihm, gibt es keinerlei Erhellung. Das ist geschickt gemacht, aber ganz bestimmt eine Montage.“ Ein paar Jahre Agentur-Erfahrung haben zum Glück meine Augen etwas geschult ... „Stimmt, du könntest Recht haben“, sagte Andrea.

Aufgegeben hat sie dennoch nicht. Wie die Geschichte mit Mark weiterging, erfahrt ihr morgen!


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