11.09.2013

Auf Schatzsuche


„Wir machen heute Geocaching. Kommt ihr mit?“, fragte mich eine Freundin in den Sommerferien. „Ich spiele mir gerade die App aufs Handy, dann kann’s losgehen!“ Klar, wollten wir mitkommen. Ich habe schon lange auf die Gelegenheit gewartet, die Outdoor-Schatzsuche einmal auszuprobieren. So trafen wir uns dann am Nachmittag mit den Fahrrädern bei meiner Freundin – der einzigen Person unter uns, die zumindest schon als Begleiterin einige Schätze aufgespürt hat. Wir wollten uns auf Geocaches in der näheren Umgebung beschränken.

Der Startpunkt war halbwegs klar, auch wenn wir ihn nicht als Koordinaten eingaben. Dann folgten wir dem ersten Hinweis und fanden tatsächlich das Schild, das uns die nächsten Koordinaten liefern sollte. Zunächst galt es, Zahlen aus dem Text der Fauna-Info-Tafel herauszusuchen und kleine Rechenaufgaben zu lösen. Dann las meine Freundin vor: „Bildet aus dem dritten Wort unten rechts auf der Tafel den BWW.“ Au weia! Was ist denn nun der BWW? Wir als Laien waren total planlos. B stand sicher für „Buchstabe“, das letzte W für „Wert“. Aber was wir nun genau machen sollten, war uns allen ein Rätsel. Nun standen wir da und scheiterten schon am ersten Hinweis!

Trotz schlechter Netzverbindung schafften wir es irgendwann, den BWW in eine Suchmaschine einzugeben. „A=1, B=2 und so weiter“, las meine Freundin vor. „Das muss man dann zusammenrechnen.“ Die Kinder wurden derweil schon ungeduldig, wollten sie doch endlich den Schatz finden! Zum Glück hatte meine Freundin gleich einen Buchstabenwortwert-Rechner gefunden, in den sie unser Wort eingab und der den BWW ausspuckte. Wir gaben unsere hoffentlich richtigen Koordinaten ein und fuhren per Kompass weiter – ob das alles richtig war? Wir hatten keinen Plan!

Das Ende dieses ersten Geocaches: Wir fanden das Ziel nicht. Der vermutet richtige Weg war so mit Gestrüpp zugewachsen, dass wir, die wir kurze Hosen trugen, wieder umkehrten ...

„Lasst uns doch einfache Caches machen“, schlug meine Freundin alternativ vor. Die Kinder waren enttäuscht: Kein Schatz, obwohl wir so lange danach gesucht hatten! Also suchten wir den nächsten Schatz, diesmal mit direkter Zielführung, ohne Zwischenstopps bei Infotafeln oder anderen Hinweispunkten. Dafür gibt es sicher einen Fachausdruck, erfahrene CacherInnen mögen mir die umständliche Ausdrucksweise verzeihen!

Beim zweiten Versuch fanden wir sogar, was wir suchten! Die Kinder waren mächtig stolz, auch wenn es statt des ersehnten Schatzes nur ein Logbüchlein in einer schmuddligen Dose gab. Auf ging’s zum dritten Geocache. Ich war erstaunt (wie die anderen auch), dass es bei uns hier auf dem unspektakulären Land so viele Schätze geben soll! Einer aus unserer Gruppe erwies sich als echte Spürnase. Während ich mich aus dem Dickicht fernhielt, weil ich ohnehin nicht glaubte, irgendetwas finden zu können, spürte er in den seltsamsten Verstecken eine Dose auf. Diesmal waren darin sogar 3 kleine Schätze zu finden: Figuren aus einem Kinderüberraschungsei. Unsere Kinder tauschten sie ein gegen eine Muschel, eine Feder und eine Murmel. Nun waren auch die Kleinsten zufrieden.

Mein Fazit: Richtig gepackt hat mich das Geocaching noch nicht. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass es noch steigerungsfähig ist. Einen Vorteil hat es – eigentlich sind es gleich mehrere: Man ist an der frischen Luft, bewegt sich und muss nicht ziellos durch die Gegend wandern, was vielen Menschen Schwierigkeiten bereitet. Es gibt ein Ziel, und dahin geht’s. Außerdem ist Geocaching familientauglich und mit einem GPS-fähigen Smartphone sogar relativ kostengünstig.


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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