27.02.2013

Auf Schatzsuche


Das einzige, was ich in meinem alten Haus einmal fand, waren das Skelett eines Salamanders und ein alter Grabstein. Schade, denn ich hatte immer auf etwas Wertvolles gehofft. So viel wie wir gebuddelt und an Erde oder Steinen verschoben haben! Es wäre nicht überraschend gewesen, dabei auf etwas Verborgenes zu stoßen. Denn die Hoffnung war immer da.

Ich habe keine Ahnung, woher diese Schatzsucher-Motivation kommt. Ich beobachte das schon bei kleinen Kindern: Sie freuen sich riesig über jeden glitzernden „Edelstein“ oder andere Fundstücke. Seit wir unser neues Haus bezogen haben, gruben die Kinder bereits einen silbernen Doppellöffel, einen schweren Meißel und etliche „Edelsteine“ aus. Schätze suchen ist hier eine der Lieblingsbeschäftigungen.

Umso mehr hat es mich erstaunt, dass es wirklich möglich ist, einen Batzen Geld zu finden! Wie die Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen vermeldet, entdeckte ein Hauskäufer bei Renovierungsarbeiten ein Geheimversteck in der Mauer mit alten Geldscheinen (D-Mark) im Wert von knapp 150.000 Euro.

Das hätte mir einmal passieren können! Auf einen Schlag um 150.000 Euro reicher! So einfach ist an Geld zu kommen! Doch leider hatte der Finder das Nachsehen.

Die Rechtsnachfolger der früheren Hauseigentümerin erhoben Anspruch auf das Geld, das der frisch gebackene Eigentümer in einem eingemauerten Kachelofen in zwei Stahlkassetten gefunden hatte. Der Grund: Es handle sich dabei nicht um einen Schatzfund, denn das setze voraus, dass der eigentliche Besitzer nicht mehr zu ermitteln sei. Hier aber könne man das durchaus tun. In der betreffenden Immobilie hätten über viele Jahre hinweg nur die Verstorbene und ihr Ehemann gelebt.

Der Fund sei klar dieser Frau, einer früheren Unternehmerin, zuzuordnen. Das werde unter anderem durch eine Äußerung der Frau kurz vor ihrem Tod bestätigt ("Es gibt Menschen, die Geld im Kamin verstecken.").

So entschied dann eine Zivilkammer des Landgerichts Düsseldorf, dass der neue Eigentümer außer rund 5.000 Euro Finderlohn nichts behalten dürfe (Landgericht Düsseldorf, Aktenzeichen 15 O 103/11).

Das ist wirklich sehr schade. So lerne ich die vielen kleinen Schätze zu schätzen: Die nimmt uns niemand weg – und für Freude sorgen sie allemal!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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