04.08.2014

Aufschieberitis? Der Fernseher ist schuld!


Unterhaltungsmedien können dabei helfen, sich psychologisch von Stress und Belastung zu distanzieren und zu entspannen. Das hätte ich nicht vermutet! Es heißt doch immer, der Fernseher diene nicht der Entspannung!? In Labor-Experimenten zeigten Probanden jedoch ein erhöhtes subjektives Energielevel und bessere kognitive Leistungen, nachdem sie sich mithilfe von TV oder Computerspielen erholt hatten. Darüber hinaus bieten Medien Gelegenheit für Erfolgs- und Kontrollerfahrungen, die ihrerseits einen wichtigen Beitrag zum Erholungsprozess leisten.

Allerdings kann sich die Sache relativ schnell umkehren, wie eine aktuelle Studie nun herausfand. Und ich glaube, dass viele Menschen genau in diesem Dilemma stecken! Denn statt entspannt und erholt fühlten sich insbesondere gestresste und erholungsbedürftige Menschen schuldig angesichts ihres Medienkonsums in der Freizeit.??

Kommunikationswissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der Freien Universität Amsterdam baten in einer gemeinsamen Befragungsstudie insgesamt 471 Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer, ihren vorangegangenen Tag zu rekapitulieren und zu berichten, wie sie sich nach der Arbeit gefühlt und welche Medien sie genutzt hatten. Nach Auswertung der Antworten sind die Forscher zu dem Ergebnis gekommen, dass Personen mit besonders hohem Erschöpfungslevel nach der Arbeit eine verstärkte Tendenz zeigten, ihre Mediennutzung als Form der „Prokrastination“ zu interpretieren, also das Gefühl hatten, ihrem Bedürfnis nach Mediennutzung auf Kosten anderer, wichtigerer Aufgaben nachgegeben zu haben.

In der Folge hatten diese Personen mit höherer Wahrscheinlichkeit ein schlechtes Gewissen bezüglich ihres Medienkonsums als durch die Arbeit weniger beanspruchte Personen. Diese Schuldgefühle verringerten darüber hinaus die positiven Effekte der Medien und reduzierten deren Erholungswirkung.??

Die Ergebnisse sprechen für ein paradoxes Verhältnis zwischen Mediennutzung und Erholung: Gerade jene gestressten und ausgelaugten Personen, die am stärksten von Erholung durch Unterhaltungsmedien hätten profitieren können, kamen durch die Interpretation ihres Verhaltens als Zeichen des eigenen selbstregulativen Versagens weniger in den Genuss von positiven Erholungseffekten.??

Schade, nicht wahr? Da hilft nur eines: in Zukunft kein schlechtes Gewissen mehr haben, wenn man den Fernseher einschaltet, um sich zu erholen!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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