15.08.2011

Augen auf, Ohren zu!


Vor einigen Wochen veröffentlichten Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena etwas Interessantes in der Fachzeitschrift „Journal of Neuroscience“: Liest der Ehemann am Frühstückstisch konzentriert die Zeitung und ärgert das die Ehefrau, kann sie sich ihren Wutausbruch getrost sparen – denn ihr Mann hört ja doch nichts.

Dafür hat der Psychologe vom Lehrstuhl für Biologische und Klinische Psychologie, Dr. Thomas Straube, eine einfache Erklärung: „Die Konzentration auf eine visuelle Aufgabe blockiert in diesem Augenblick die Aufnahme und Verarbeitung der auditiven Reize.“ Zu diesem Ergebnis sind Straube und seine Kollegen in ihrer aktuellen Studie gekommen.

Wenn ich mir die Situation am Frühstückstisch bildlich vor Augen führe, kann ich mir durchaus vorstellen, dass die Forscher richtig liegen. „Hä? Was?“, zeugt nach dreimaliger gleicher Ansage davon: Der Mensch hinter der Zeitung KANN wirklich nicht zugehört haben. Bisher dachte ich immer, er WILL das nicht, aber gut, wir lernen ja dazu.

Nun lese ich am Wochenende folgende Empfehlung des Apothekenmagazins „Baby und Familie“, die sich auf die Jenaer Studie bezieht: „Wenn der Nachwuchs den Fernseher aufdreht oder brüllt: schnell zum Buch greifen.“ Ha! Ich habe das meiner Freundin am Samstag gleich mal vorgeschlagen. Wir saßen mit drei Erwachsenen inmitten von 8 tönenden und tobenden Kindern. Meine Idee: „Nimm dir doch ein Buch und setz dich ruhig hin, dann hörst du nichts mehr“, die wurde nur belächelt. „Ich könnte mich niemals auf ein Buch konzentrieren, wenn gerade eins meiner Kinder brüllt“, sagte meine Freundin.

Dabei klingt das ja wie ein simplify-Tipp: sich einfach visuell zu beschäftigen, um sich vor auditiver Überreizung zu schützen. Ich mache das dann in Zukunft so: Ich fange in ruhigen Zeiten an zu lesen, dann finde ich einen guten Einstieg und komme in die volle Konzentration. Nach spätestens 20 Minuten fängt mein Kind an zu brüllen („Mama, ich will jetzt endlich was spielen!“). Und ich lese einfach weiter, weil ich ja nichts höre. Mein Kind schreit noch lauter. Ich nutze weiterhin seelenruhig meinen reizaufnahmeblockierenden Lärmschutzwall.

So schön kann das Leben sein ;-)


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