15.11.2012

Ausgemistet und vermisst


Diese Woche unterhielt ich mich mit einer Bekannten, die gerade am Umziehen ist. Bei solchen Gesprächen kommt es meist irgendwann zu einem der wichtigsten simplify-Themen: das Ausmisten. Nimmt man einfach alles mit in die neue Wohnung? Oder nutzt man die Gelegenheit, um Dinge, die sich angesammelt haben, zu reduzieren? Was macht man mit den Sachen, die man schon ewig nicht in Gebrauch hatte, aber eines Tages noch einmal gebrauchen könnte?

Gerade die letzte Frage finde ich extrem spannend! Eigentlich weiß man, dass solche Dinge überflüssig sind, vielleicht sogar belasten. Und doch kann oder will man sie nicht loslassen. Interessanterweise habe ich von verschiedenen Personen, mit denen ich mich schon darüber unterhalten habe, folgendes gehört: „Ich habe alles aussortiert und weggegeben. Aber dann, Jahre später, habe ich genau einen dieser Gegenstände vermisst!“

Das ist der Gedanke, der viele daran hindert, etwas Unnützes loszulassen: Das könnte ich irgendwann einmal gebrauchen ...! Und dann das: Man braucht es wirklich, und es ist nicht mehr da! Eine beängstigende Vorstellung!

Irgendwo und irgendwann habe ich dazu sinngemäß folgendes gelesen, vielleicht sogar in simplify your life: „Wenn du die Dinge wieder nötig haben solltest, wirst du die Gelegenheit und die Mittel haben, sie wieder zu beschaffen.“ In der Zwischenzeit ist es möglich, belastungs- und gerümpelfrei zu leben.

Wer in diesem Bewusstsein handelt, den wird es 5 Jahre später nicht reuen, könnte man meinen. Doch ich selbst habe etwas ähnliches erlebt: Bei einer Haushaltsauflösung fiel mir eine alte Blechkiste mit Tausenden von Knöpfen in die Hände. Was sollte ich damit schon anfangen? Ich ließ sie einfach in der Schublade des Tisches drin, der mir gehören sollte. Wochen später fand ich eine Bastelanleitung in einer Zeitschrift: alte Knöpfe auf einen Draht fädeln und als Anhänger für Innentürschlüssel verwenden. „Super!“, dachte ich. „Du hast ja die Kiste mit den vielen Knöpfen!“ Als ich aber in der Tischschublade nachschaute, war nichts mehr darin. „Die Entrümpler haben alles leer gemacht“, sagte mein Vater. Ich knurrte vor Ärger. Die familieneigenen Knöpfe hätte ich gerne zum Basteln verwendet. Neue alte Knöpfe schaffe ich mir für diesen Zweck vermutlich nie an.

Doch das Gejammer hilft wenig. Ich kann nur versuchen, das Beste daraus zu machen und solche Situation in Zukunft zu vermeiden, indem ich ...

  • ... bewusst eine Entscheidung fürs Entrümpeln treffe,
  • ... das Selbstbewusstsein habe, alles richtig zu machen,
  • ... mir die Erlaubnis gebe, die Dinge erneut zu beschaffen, wenn es nötig werden sollte.

Was meine Knöpfe betrifft, so habe ich kurzerhand meine eigene Familiensammlung angelegt: Ich habe alle Ersatzknöpfe aus ihren Tütchen herausgenommen und in eine Sammelbox getan. Sobald ich nun ein unbrauchbar gewordenes Kleidungsstück entsorge, entferne ich vorher alle Knöpfe. Es ist doch erstaunlich, welchen Wert die kleinen Dinge mit einem Mal annehmen können. Dinge, die ich vorher weder wahrgenommen noch besonders geschätzt habe!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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