03.01.2013

Bin ich kommunikationsmüde?


Bei mir hat sich etwas eingeschlichen, das ich als Kommunikationsmüdigkeit bezeichnen würde. Genauer gesagt als private Kommunikationsmüdigkeit. Denn beruflich teile ich mich durchaus mit. Es begann mit dem Tag, als ich alle meine E-Mails im Posteingang nahm und in einen Ordner „alt“ verfrachtete. Gleichzeitig legte ich einen Ordner „antworten“ an. Dorthin verschiebe ich alles, was ich beantworten will oder sollte. Alles geschäftlich Wichtige, wie zu erledigende Aufträge, bleiben im Posteingang. Dieser ist inzwischen so übersichtlich, dass es eine wahre Wohltat ist.

Die E-Mails, die zu beantworten sind, sind unsichtbar. Das entlastet sehr, weil ich nicht dauernd denke „Ach, der XY musst du endlich mal antworten!“ Denn – wie gesagt –, mir fehlt gerade der letzte Kick zum Antworten. Über die Feiertage und den Jahreswechsel haben sich dann auch im Posteingang ein paar Mails angesammelt, die ich gerne beantworten möchte. Weihnachtswünsche, Neujahrsgrüße und Erlebnisberichte. Doch ich schaffe es nicht. Hinzu kommen SMS-Nachrichten, die auch verlangen beantwortet zu werden. Ganz ehrlich: Mir ist das alles zu viel!

Ich kann nicht einmal sagen, warum. Ich mag all diese Menschen. Ich kommuniziere auch gerne mit ihnen. Im Kopf beantworte ich immer schon alle Nachrichten. Doch sie kommen nicht von meinem Kopf über die Hände auf die Tastatur und den Bildschirm, um virtuell zum Empfänger gesendet zu werden.

Im Jahr 2012 hat sich mein persönliches und berufliches Netzwerk exponentiell vergrößert. Vielen Menschen mag ich persönlich antworten und nicht in einer Massenmail. Früher nutzte ich dafür meine Arbeitszeit. Das habe ich mir weitgehend abgewöhnt – zum Wohle meines Haupterwerbs. Nun fehlt mir dazu der richtige Zeitpunkt, in dem ich geistig und körperlich wach genug bin, um manchmal auch nur 2 Zeilen zu formulieren.

Das Telefonieren fällt mir genauso schwer. Das ist allerdings nichts Neues. Mit meiner Familie telefoniere ich oft im Stakkato-Stil, und einen Anrufer um 21 Uhr abends lasse ich schon mal in die Leere laufen, wenn auch sehr selten. Interessanterweise klappt auch das Telefonieren während der Arbeitszeit am besten ... Deshalb habe ich das ebenfalls reduziert. Während ich so über meine Kommunikationsmüdigkeit schreibe, kommt mir in den Sinn: Vielleicht hat es etwas mit meinem Bio-Rhythmus zu tun? Während der Arbeitszeit arbeite ich (gut so!). Am Abend sind die Batterien einfach leer.

Worauf ich allerdings nicht verzichten will, sind direkte zwischenmenschliche Kontakte. Über Silvester kündigte sich überraschend Besuch an – welche Freude! Am Neujahrstag leistete ich spontan einer Freundin bei ihrem Hobby Gesellschaft, weil ich im Vorbeifahren ihr Auto gesehen hatte. Das ist Leben!

Ich glaube, ich brauche ein festes Zeitfenster: „Freitagabend 17-18 Uhr, E-Mails beantworten“ oder so. Oder ich muss dafür sorgen, dass die Batterien am Abend wieder aufgeladen werden. Mit Sport zum Beispiel. Na ja, ein Trampolin hätte ich ja schon mal ...

Mal sehen, wie ich nun mit meinen Erkenntnissen umgehe!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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