14.05.2014

Bin ich mehr als mein Haar oder meine Haut?


Seit geraumer Zeit verfolge ich auf Facebook die Beiträge des mystischen Dichters Rumi. Natürlich stellt er diese nicht selbst ein. Dafür lebte er mehr als 800 Jahre zu früh. Aber egal, es handelt sich um Zeilen aus seiner Feder. Meine erste Begegnung mit Rumi hatte ich bei simplify your life, in einem Beitrag über die Verbundenheit zwischen den Menschen. Mir imponierte, was ich las:

Wie kommt es zu einer wirklichen Verbindung zwischen Menschen? Wenn das gleiche Wissen eine Tür zwischen ihnen öffnet. Suche in jenen, mit denen du zusammen bist, stets nach deinem innersten Wesen. Wie Rosenöl aus Rosen trinkt. Selbst auf dem Grab eines Heiligen legt ein Heiliger Gesicht und Hände nieder und nimmt Licht auf.

Nun begegne ich Rumi also öfter, zuletzt in einem Beitrag mit folgendem Inhalt:

I am not this hair,

I am not this skin.

I am the soul that lives within.

Ich bin nicht dieses Haar,

Ich bin nicht diese Haut.

Ich bin die Seele, die darin lebt.

Die Zeilen erinnern mich an etwas, das ich selbst praktiziere:

Ich bin ich.

Ich bin nicht mein Haar. Ich bin nicht meine Haut. Ich bin nicht meine Wut. Ich bin nicht meine Angst. Ich bin nicht meine Erkrankung. Ich bin nicht meine Kleidung. Ich bin nicht mein Geld. Ich bin nicht meine Trauer. Ich bin nicht meine Verzweiflung. Ich bin nicht meine Enttäuschung. Ich bin nicht meine Ungeduld. Und so weiter.

Wie gerne verwechseln wir andere Menschen mit dem, was sie gerade tun, fühlen oder zeigen. Eine Person ist einmal oder mehrmals ungeduldig, also ist sie für uns generell ungeduldig. Wenn wir selbst oft ungeduldig sind, neigen wir dazu, uns mit dieser Ungeduld zu identifizieren. Sobald wir das tun, tun andere das auch.

Das Ich als Kern unseres Selbst gerät dabei leider in den Hintergrund. Deshalb bin ich dazu übergegangen, meine Emotionen oder mein Verhalten im Außen zu zeigen. Zum Beispiel an einem Gegenstand. So kann ich sagen: „Schau her, so groß ist meine Ungeduld gerade!“ Mein Gegenüber sieht mich als mich selbst. Und er sieht die Ungeduld, die gerade da ist. Gleichzeitig ist jedem klar: Ich bin nicht diese Ungeduld! Ich bin ich.

Probiert es aus, die Wirkung ist verblüffend! Nehmt den erstbesten Gegenstand, der euch vor die Augen fällt, um euer Innenleben zu visualisieren. Eine Frau erzählte mir einmal, dass ihr Mann am liebsten in Bildern denkt. Das Visuelle ist sein Kanal, über den man ihn am besten erreichen kann. Wenn sie mit ihm etwas Wichtiges zu klären hat, greift sie zu dieser gegenständlichen Übersetzung – und er versteht sie sofort. Denn Bilder dringen direkt zum Unterbewusstsein vor. Ihr Mann weiß stets: Dieser Gegenstand, der gehört zwar gerade zu meiner Frau, aber er ist nicht meine Frau! Sie ist immer noch sie selbst.


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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