02.07.2011

Binnenschifffahrt goes simplify?


Aus den vielen Pressemitteilungen, die täglich bei mir einlaufen, sprang mir am Mittwoch diese besonders ins Auge: „Simplify your life“ – ein Standpunkt von Dr. Bernd Klauer zur neuen Binnenschifffahrtspolitik.

Da kennt jemand simplify – entweder der Verantwortliche für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder Dr. Klauer selbst. Keine Frage: Diese Meldung musste ich lesen. „Simplify your life“ sei die tiefere Weisheit von Peter Ramsauers neuer Binnenschifffahrtspolitik, so Bernd Klauer, Ökonom und Sprecher der Arbeitsgruppe Sozialwissenschaftliche Wasserforschung am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ).

Ramsauer will die Zukunft deutscher Wasserstraßen nicht mehr von Prognosen und Kosten-Nutzen-Abwägungen, sondern von dem heutigen Verkehrsaufkommen abhängig machen: Investiert wird in Flüsse und Kanäle mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 10 Millionen Tonnen (= das Vorrangnetz) und in solche mit einem Aufkommen von 5-10 Millionen Tonnen (= Hauptnetz). Verkehrsarme Wasserstraßen, wie die Elbe südlich von Magdeburg und die Saale, würden dann nicht weiter für die Binnenschifffahrt ausgebaut.

Wenn ich im Netz die Kommentare zu Ramsauers Plänen lese, fühle ich erst einmal nichts von simplify. Es ist nachvollziehbar, dass Unternehmen, Städte, Einrichtungen, Schiffer und Bürger wegen der Pläne auf die Barrikaden gehen.

Bisher flossen die Investitionen in Wasserwege auf der Grundlage von Prognosen. Laut Klauer wurden jedoch seit 1991 rund 3,7 Milliarden Euro in die Bundeswasserstraßen in Ostdeutschland investiert, ohne dass sich die erhofften und prognostizierten Zuwachsraten im Güterverkehr auf den Flüssen realisiert haben. Für ihn ist offensichtlich: Prognosen und Bewertungen sind selten verlässlich. Sie sind „anfällig für interessengeleitete Einflussnahme“. Und hier liegt die Basis für seine Behauptung, Ramsauers umstrittene Politik sei simplify: Dieser Einflussnahme habe Ramsauer einen Riegel vorgeschoben. Die lobbyismusanfälligen Prognosen und Bewertungen würden einem Realitätscheck unterzogen und dem tatsächlichen Verkehr gegenübergestellt.

So betrachtet hätte Klauer mit „simplify your life“ eine treffende Aussage gemacht. Etwas großräumiger betrachtet (die Umstrukturierungspläne in ihrer Gesamtheit mit ihren Konsequenzen), wäre der simplify-Weg in meinen Augen noch zu finden ...


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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