18.10.2012

Briefpost mit Schnörkeln


Nachdem ich vor einigen Tagen meinen Vorrat an Postkarten aufgefüllt hatte, machte ich mich an ein Vorhaben, das schon längst aufs Umsetzen wartete: Ich schrieb Wilfried eine Dankeskarte. Wilfried ist der 60-jährige Single-Mann, der mir den Tipp zu dem Buch „Die fünf Sprachen der Liebe“ von Gary Chapman gegeben hat. Als ich das Buch las und hier in der Blog-Serie vorstellte, war ich unendlich dankbar für seinen Hinweis. So nahm ich mir vor, ihm das auch mitzuteilen.

Wilfried ist ständig unterwegs auf Reisen, also telefonisch schlecht erreichbar. Auch per E-Mail läuft die Kommunikation anders ab als mit gleichaltrigen Freunden und Bekannten. Deshalb entschied ich mich für den Postweg. Mit einer neuen Auswahl an Karten war es ein Leichtes, mein Vorhaben umzusetzen.

Ich beschrieb also eine ganze Postkartenrückseite handschriftlich. Es lässt sich an einer Hand abzählen, wie oft im Jahr ein solcher Akt bei mir vorkommt ... Aber ich hatte meine wahre Freude! Los ging es jedoch erst richtig, als ich die Postkarte in einen hellgelben Umschlag gepackt hatte: Denn meine Schrift war durch die Umschlagwand noch lesbar! Und das konnte ich keinesfalls so lassen! Nun war die hochwertige Hülle schon zugeklebt. Also was tun?

Ich durchforstete meine Sammlung an hübschen Aufklebern. Die ist nicht besonders umfangreich, habe ich doch ein Kleinkind zu Hause, das liebend gerne alles beklebt, was ihm in den Sinn kommt! Ich fand noch eine alte Karte mit Mainzelmännchen. Wilfried stammt aus Mainz, also klebte ich ein großes Mainzelmännchen auf die linke Vorderseite des Umschlags. Aber rechts um das Adressfeld herum schimmerte noch jede Menge Text hindurch! Und nun?

Ich griff zu den Filzstiften meiner Tochter und begann zu malen. Irgendwelche schnörkeligen Linien und Muster, die das Adressfeld und die Briefmarke umrankten. Die passten zwar überhaupt nicht zum Mainzelmännchen, aber das war jetzt auch egal. Ich fühlte mich in meine Kindheit versetzt und genoss dieses kreative Austoben. Die Selbstkritik verkniff ich mir.

So nahm dann mein Briefumschlag inklusive Postkarte irgendwann seinen Weg mit der Post auf. Ob und wie er angekommen ist, darüber weiß ich nichts. Das hat mich letztlich dazu bewogen, darüber zu schreiben: Ich bin es so gewohnt, auf eine E-Mail innerhalb kürzester Zeit eine Antwort zu erhalten! Und dieser alte, immer noch funktionierende Weg der Kommunikation erscheint mir plötzlich so losgelöst von Zeit und Raum – auch wenn die Post mittlerweile von heute auf morgen ankommt.

Das hat irgendwie seinen Reiz.


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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