16.10.2012

Danke für die Dankbarkeit


Fast jeden Tag mache ich einen Teil meiner Gedankenwelt im Internet öffentlich. Am Anfang war das etwas befremdlich, und je nach Thema geht es mir mal gut und mal weniger gut damit. Komisch ist auch, dass ich meine Leserinnen und Leser größtenteils gar nicht kenne. Umso mehr freue ich mich, wenn ich Rückmeldung von Freundinnen erhalte, die irgendetwas von mir gelesen haben. Das hilft mir, das Ganze besser einzuordnen.

So eine Rückmeldung bekam ich vergangene Woche, als ich mit meiner Seminarleiterin telefonierte. Sie hatte meinen Blog-Beitrag „Schwarzsehen unerwünscht – doch was tun?“ gelesen. Darin geht es um die Tatsache, dass unsere Medien wunderbar mit Negativschlagzeilen und -meldungen funktionieren. Und ich fragte mich, wie ich es schaffe, den Nachrichten den Rücken zu kehren ohne uninformiert zu sein.

Meine Seminarleiterin hatte auch den verlinkten Beitrag über „Die Schutzhüllen der Dankbarkeit“ gelesen und sagte: „Ja, das stimmt! Alles ist negativ in den Medien! Deshalb ist es gut, die Dankbarkeit zu haben!“ Ich überhörte diese Anmerkung und fragte sie: „Aber wie mache ich das nur? Wenn ich gar keine Nachrichten sehe, vernachlässige ich alles, was in der Welt passiert! Das geht doch auch nicht!?“ Sie präsentierte mir ihre Lösung: „In meinem Browserfenster öffnet sich als erstes die Seite von Spiegel-Online. Die sehe ich morgens gleich, bevor ich zu arbeiten beginne. Ich erfasse schnell die Schlagzeilen, das war’s. Weiter beschäftige ich mich nicht damit. So weiß ich, was passiert, kann mich aber auch davor schützen, dass es mir emotional zusetzt.“

„Okay“, sagte ich und dachte: „Darüber denke ich nach.“ Doch weiß ich ganz genau: Wenn ich beim Lesen der Schlagzeilen auf Themen treffe, die mich persönlich emotional betroffen machen, zieht es mich automatisch rein in den Text und womöglich runter in die Negativspirale. Was kann ich tun, um das zu verhindern?

Am Wochenende verriet sie uns im Seminar die Lösung, die ich eigentlich schon hätte wissen können: Dankbar sein. Wann immer wir uns in einer Situation befinden, die nicht gut für uns ist – ob im Streitgespräch mit dem Partner, dem Kind oder beim Nachrichten-Konsum – können wir uns fragen: „Wofür bin ich dankbar?“ „Und wenn es nur eine Sache ist, die euch einfällt!“, sagte die Seminarleiterin. „Es wird euch helfen, aus euren negativen Gedanken herauszukommen. Probiert es einfach aus, es wirkt Wunder!“

Wie passend: Nachdem ich „Die Schutzhüllen der Dankbarkeit“ gelesen hatte, hatte ich mir den täglichen Newsletter von gratefulness.org abonniert, der Seite des Benediktinermönches David Steindl-Rast. Von dort flatterte gestern folgendes Zitat in meinen Posteingang:

Wäre das Wort „Danke“ das einzige Gebet, das du je sprichst, so würde es genügen. Meister Eckhart


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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