07.08.2012

Daran können wir nun wirklich nichts ändern!


Meine erste Lektion zum Wetter erhielt ich im Sportunterricht auf dem Gymnasium. Unsere Lehrerin war eine sehr resolute Frau. Und von ihr hörte ich zum ersten Mal den Satz: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung!“ An diesem Tag mussten wir von der Sporthalle zum Stadion laufen, hatten also Sport an der frischen Luft. Es regnete.

Eine zweie Lektion zum Wetter hatte ich viele Jahre später bei einem Ausflug in der Bretagne. Wir befanden uns auf dem Weg zu einer Sehenswürdigkeit in freier Natur, als es ganz plötzlich aus allen Wolken schüttete. Wir sahen uns um und stellten fest: Hier gibt es keinen einzigen Baum, unter dem wir uns zum Schutz vor dem Regen stellen konnten! In der Zeit, bis uns das bewusst war, waren wir auch schon fast bis auf die Knochen nass. Wir kauerten schließlich unter einem Farn, um wenigstens das Gefühl zu haben, nicht ganz schutzlos im Regen zu stehen ...

Trotzdem half das wohl alles nichts, um meine Sensibilität fürs Wetter zu erhöhen. Während meine beste Freundin Brigitte noch wusste, wie warm es im Sommer vor 3 Jahren war oder ob es im Frühjahr vor 4 Jahren regnete, lebte ich einfach in den Tag hinein. Mittlerweile bin ich dann doch etwas sensibler, denn ich habe ein Kind, das in einen Waldkindergarten geht. Das heißt: Ich sollte wissen, welches Wetter angesagt ist, damit ich sie entsprechend einkleiden kann.

Die ersten Regentage waren die Hölle für mich: Mein armes Kind! Wird die Jacke dichthalten? Wird sie frieren? Die werden doch heute hoffentlich keinen großen Spaziergang machen!? Mit der Zeit entspannte ich mich, denn der Kleinen scheint es trotz wechselnder Wetterlagen gut zu gehen.

Wenn da nicht das diesjährige Wetter wäre (ich habe jetzt absichtlich vermieden „der diesjährige Sommer“ zu schreiben)! Diese Unbeständigkeit! Dieser Wechsel aus Sonne, Regen, Hitze und Kälte! Wir Kindergartenmütter sind uns einig: So waren die Sommer bisher noch nie! Das Wetter ist das Thema Nummer 1. Entweder man freut sich, dass es endlich schön ist, oder man meckert, dass es mal wieder schlecht ist. Ob das typisch deutsch ist? Sich über genau das aufzuregen, was wir am wenigsten beeinflussen können? Vom Frühjahr genau das abzuverlangen, was man gemeinhin von ihm erwartet? Oder vom Sommer, dem Herbst, dem Winter?

Gibt es keinen Schnee, bedauern wir das, gibt es welchen, stört er uns. Scheint die Sonne, stöhnen wir wegen der Hitze, scheint sie nicht, sind wir frustriert. Regnet’s im Herbst, sind wir deprimiert, scheint die Sonne, freuen wir uns (ausnahmsweise?) mal richtig darüber. Dabei sagen die Statistiken über das Wetter in den vergangenen Jahren aus, dass es ganz normal ist, wenn es wechselt! Was wir erleben, scheint Durchschnitt zu sein. Wozu also aufregen?

Da fällt mir nur wieder dieser Spruch ein: „Es gibt kein schlechtes Wetter, ...“!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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