21.01.2015

Das Glück des Kaufens


Eine Freundin schrieb mich gestern an und rügte mich: „Du schreibst in deinem Blog, man soll die Dinge im Laden einfach liegen lassen und nichts kaufen. Dabei entwickelst du doch gerade selbst Produkte, um sie zu verkaufen!“ Mir sei das auch schon aufgefallen, antwortete ich ihr.

Und so kommt es, dass ich nun darüber nachdenken muss, wie das eine mit dem anderen zu vereinen ist. Auf der einen Seite der Verzicht auf Unnötiges, auf der anderen Seite die Entscheidung für etwas Bestimmtes. Zum Beispiel für ein Abo von simplify your life oder einen neuen Korb fürs Badezimmerregal.

Ich glaube, die innere Haltung macht den Unterschied. Ich laufe durch die Fußgängerzone und im Schaufenster lacht mich etwas an: „Kauf mich, du brauchst mich!“ Was passiert dann mit mir? Wenn ein Produkt bereits meine Aufmerksamkeit erhält, heißt das grundsätzlich, es würde gefühlsmäßig zu mir oder in mein Leben passen. Ich habe mich also damit auseinanderzusetzen, ob es mir dienlich ist oder mein Leben bereichert. Sprich: ob ich es brauche.

Nun kommt die Wahlfreiheit ins Spiel. Sie ist wunderbar, nicht nur wenn es um Sachen geht! Wahlfreiheit heißt: Ich bin in der Lage abzuwägen und sowohl ein Ja als auch ein Nein zu akzeptieren. Wenn ich keine Wahlfreiheit besitze, sehe ich mich gezwungen, das Produkt zu kaufen („Ich muss es einfach haben“). Oder ich ärgere mich, wenn ich es nicht kaufen kann („Mist! Kein Geld mehr, weil ich schon 5 andere Sachen gekauft habe“). Oder es belastet mich, wenn ich es erworben habe („Das kommt erst mal in den Schrank“ oder „Warum habe ich das nur gekauft!?“).

Ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, was einem gut tut und was wirklich dienlich ist, ist ein wesentlicher Schritt in Richtung Wahlfreiheit. Der nächste Schritt ist, sich diese Frage im entscheidenden Moment auch zu stellen und die Möglichkeiten abzuwägen.

So verstehe ich Sokrates’ Haltung, wenn er über den Markt läuft. Er ist frei und glücklich mit den Dingen, die er selbst auf seine Initiative hin auserwählt hat.

Nun sind wir in unserer heutigen Konsumwelt mehr oder weniger weit weg von dieser Haltung. Oft fehlt uns die Wahlfreiheit. Wir kaufen (uns glücklich). Das ist nicht per se schlecht, solange wir die finanziellen Mittel haben und unsere Wohnräume damit nicht überfordern.

Gleichzeitig wissen wir simplifyer, dass zu viele Dinge uns belasten und lähmen können. Bewusster einkaufen, das hilft! Vielleicht machen wir uns die Mühe zu hinterfragen, warum wir keine Wahlfreiheit haben, wenn sie uns tatsächlich fehlt. Das kann sehr spannend sein! Und Schritt für Schritt können wir unser Einkaufsverhalten verändern. Wir kaufen uns glücklich - mit Dingen, die wir wirklich brauchen oder lieben.


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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