01.12.2011

Das Schöne an einer Wurzel-Behandlung - Tipi-Woche 7


Heute Morgen muss ich zum Zahnarzt. Alleine die Vorstellung davon ruft bei vielen Menschen Unbehagen hervor. Früher durfte ich mich auch dazuzählen. Doch in den vergangenen Jahren waren meine Zahnarztbesuche wenig traumatisch, so dass ich mich regenerieren konnte. Oder liegt es vielleicht an Tipi, dass ich vor zwei Wochen bei einer kniffligen Behandlung seelenruhig im Stuhl lag?

Möglich ist das. Denn mit Tipi lösen wir mitunter auch Schwierigkeiten auf, die mit unserem aktuellen Tipi-Problem gar nichts zu tun haben. Der Grund: In diesem Fall gibt es eine einzige Wurzel für mehrere emotionale Schwierigkeiten. Ich persönlich finde diesen Effekt faszinierend, vor allem, seit ich ihn selbst erlebt habe: In der Ausbildung habe ich zu Übungszwecken mit einer Mini-Schwierigkeit Tipi gemacht. Es handelte sich um eine kleine, kaum belastende, aber immer wiederkehrende Unsicherheit. Diese ist jetzt verschwunden, und mit ihr gleich noch zwei, drei weitere alte Muster, die mein Leben weitaus mehr beeinträchtigt hatten als diese unspektakuläre Unsicherheit.

Aber nun zurück zum Zahnarzt: Dieser hatte mir vorgestern vorsorglich ein Antibiotikum verschrieben, um eine Wurzelbehandlung (wie passend!) zu verhindern. Als ich nach dem Termin nach Hause fuhr, kam ich ins Zweifeln: „Eigentlich will ich kein Antibiotikum nehmen! Ich bin kerngesund, mir geht es gut, ich habe nicht einmal Zahnschmerzen. Muss das sein?“ Also rief ich meinen Zahnarzt an und fragte nach einer Alternative zur Bakterienvernichtung. „Ja, die gibt es“, sagte er mir. „Dann kriegen Sie dreimal eine Vitamin-Spritze in den Po und noch eine Heilinjektion in den Mund.“

Ob er mich damit abschrecken wollte? Denn Spritzen jagen bekanntermaßen ebenso vielen Menschen Angst ein. Mir nicht, auch wenn ich damit schon eins, zwei traumatische Erlebnisse hatte. Hierzu kann ich sicher sagen, dass Tipi für mich nicht vonnöten war. Sei’s drum: Ich lass mir heute jedenfalls meine zwei Spritzen setzen.

Angst vorm Zahnarzt und vor Spritzen sind übrigens zwei klassische Beispiele für Ängste, die sich mit Tipi auflösen lassen. Eine meiner ersten Tipi-Übungs-Klientinnen hatte seit vielen Jahren Angst vorm Zahnarzt. Neulich war sie dort: Sie hatte kein Problem mehr, war total locker. Doch ihr steht womöglich eine Zahnbehandlung bevor, für die sie eine Spritze bräuchte. Beim Gedanken daran wird ihr sofort unwohl. Mir scheint, hier zeigt sich das nächste Tipi-Thema! Manchmal setzt sich eine „globale“ Angst aus mehreren Ängsten zusammen, die wir erst entdecken können, wenn die oberste Schicht nicht mehr da ist. So gibt es dann eben noch eine Wurzel zu „behandeln“ ...

Lesen Sie hier den abschließenden Teil der Tipi-Serie (Woche 8)


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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